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Sicherheit geht vor - auch beim eigenen Wohnmobilausbau

Es gibt einige Punkte zu beachten

Wohnmobilausbau VW T5 KüchenzeileBei dem Aufbau eines Wohnmobils werden am Basisfahrzeug viele Dinge verändert. Hier gilt es, sowohl gesetzliche Bestimmungen als auch die Vorgaben, die das Fahrzeug selbst durch seine Konstruktion vorgibt, zu beachten. Denn saftige Bußgelder sind nicht die einzige Folge, denn im schlimmsten Falle setzen Sie Ihr Leben auf das Spiel.

Ausbauanforderungen unter Unfallgesichtspunkten

Sicherlich mag sich kein Teilnehmer am Straßenverkehr gerne vorstellen, dass es einmal zu einem Unfall kommen kann. Doch leider kann dies passieren. Dieser Umstand sollte bereits bei der Planung des Ausbaus ins Kalkül gezogen werden. Es gibt in der Automobilindustrie ganze Abteilungen, die sich den lieben langen Tag mit nichts anderem beschäftigen als damit, Fahrzeuge noch sicherer zu machen. Diese Aspekte sollten Sie beim Aufbau Ihres Campers ebenfalls im Hinterkopf haben.

Beim Wohnmobilausbau gibt es viel Gefahrenpotenzial. Angefangen von der Überschreitung des zulässigen Gesamtgewichtes, über unsauber verlegte Leitungen und nicht fachgerecht verbaute Gasanlagen bis hin zu freifliegenden Gegenständen, wenn diese nicht richtig gesichert oder verstaut wurden.

Gefahrenquellen im Überblick

Sicherheit bei der Verwendung von Gas

In einem Wohnmobil ist es unerlässlich, zusätzlich zur Stromversorgung über die Autobatterie eine weitere Energiequelle mitzuführen. Diese Quelle ist in der Regel Gas. Gas ist ergiebig, kann leicht transportiert werden und braucht wenig Platz. Mit Gas können alle wichtigen Energienehmer wie Kühlschrank und Kochstelle im Wohnraum betrieben werden. Im Winter sorgt die Gasheizung für kuschelige Wärme bei frostigen Außentemperaturen. Gerade wer eine festverbaute Gasanlage mit 5 kg Gasflaschen nutzt, sollte nachfolgende Tipps beachten.

Für eine ausreichende Belüftung sorgen

Wichtigste Regel bei der Verwendung von Gas: Sorgen Sie für eine ausreichende Belüftung. Denn der Energielieferant birgt neben seinen Vorteilen, auch viele Gefahren. Bei der Verbrennung von Gas entsteht neben Kohlendioxid, auch Kohlenmonoxid. Dieses Gas kann in hoher Konzentration zu einer tödlichen Vergiftung führen. Das tückische daran ist, dass dieses Gas unsichtbar ist und man die erhöhte Konzentration oftmals erst bemerkt, wenn es bereits zu spät ist.

Sauerstoffentzug birgt hohes Risiko

Eine zweite, ebenfalls nicht zu unterschätzende Gefahr, birgt das Kochen mit Gas. Durch die Gasflamme auf dem Kocher wird der Luft Sauerstoff entzogen, da die Flamme diesen zum Brennen braucht. Nach und nach wird der Luft beim Kochen also der Sauerstoff entzogen. Dauert dieser Vorgang zu lang, ist kaum noch Sauerstoff in der Luft, die Sie atmen, vorhanden. Man kann sich vorstellen, dass es einem Menschen ohne Sauerstoff nicht lange gut geht. Auch hier gilt, stets für eine gute Belüftung des Wohnraums zu sorgen.

Explosionsgefahr - Hilfe vom Fachmann

Ebenso gilt es, die Explosionsgefahr zu beachten. Bei einem bestimmten Prozentsatz an Gas in der Luft kann dieses durch Funken oder offenes Feuer zur Explosion gebracht werden. Die Anreicherung der Luft mit Gas verhindert man wiederum mit einer guten Belüftung. Wenn Sie nicht ausgewiesener Fachmann im Einbau von Gasanlagen sind, ist es dringend anratsam diese Arbeit von einer Fachwerkstatt durchführen zu lassen. Der Betrieb von Gas in Wohnmobilen ist gängig und birgt bei sachgemäßem Gebrauch nur geringe Gefahren. Doch kann man beim Verbau das Ein oder Andere falsch machen, sodass sich gleichwohl die Gefahr erhöht, wenn beim Einbau Fehler gemacht werden. Haben Sie jedoch genügend Kenntnisse, so steht dem Selbsteinbau nichts im Wege. Aber nicht vergessen: Gas hat seine Tücken und sollte mit entsprechender Vorsicht gehandhabt werden.

Sicherheit bei auch bei den Möbeln gewährleisten

Die Möbel, die Sie verbauen möchten, müssen auch unter unfallsicheren Gesichtspunkten betrachtet werden. Dieses gilt insbesondere für deren Verankerung. Bei der Grundüberholung Ihres Fahrzeuges haben Sie Ihr Hauptaugenmerk auf die Beseitigung des Rostes gelegt. Anschließend wurde das Wohnmobil konserviert, um es vor neuem Rost zu schützen. Dies dient nicht nur dem Erhalt des Bleches, sondern auch der festen Verankerung von Gestühl und Möbeln. Denn, wenn die Sitzgarnitur in rostigem Blech verankert werden würde, hätten Sie nicht lange Spaß daran, da die Verankerung sehr schnell ausbrechen könnte. Bei einem schärferen Bremsmanöver, wie es auf der Autobahn schon mal vorkommen kann, weil sich von jetzt auf gleich ein Stau gebildet hat, kann man sich vorstellen, was mit der Sitzgruppe passiert, wenn sie nicht mehr sicher mit dem Blech verbunden ist.

Arbeiten vorab:
Grundüberholung zur Rostbeseitigung
Konservierung zum Schutz

Möbelelemente miteinander verbinden

Alle Möbel, auch deren Bestandteile, müssen sicher im Innenraum eingebaut werden. Zusätzlich zu den bereits vorhandenen Verschraubungen und Verleimungen müssen die einzelnen Möbelteile miteinander verbunden werden. Dieses erreichen Sie mit sogenannten Eckverbindungen. Eckverbindungen sind Blechwinkel, mit denen Sie die einzelnen Holzelemente Ihrer Einrichtung mithilfe von Schlossschrauben miteinander verbinden, sodass sie sicher miteinander verankert sind und sich keines der Elemente im Falle eines Unfalls lösen kann.

Achtung: keine Eckverbindungen vom Schreiner

Eckverbindungen, die in Schreinereien verwenden werden, sind für den Einbau in ein Wohnmobil nicht empfehlenswert. Denn diese würden den Kräften, die sich bei einem Crash entwickeln, nicht standhalten können. Es käme somit zu der äußerst gefährlichen Situation, dass Möbelstücke wie Geschosse durch das Wohnmobil fliegen und zu erheblichen Verletzungen führen könnten.

Möbel mit dem Fahrzeug verankern

Doch nicht nur die einzelnen Möbelelemente müssen sicher miteinander verbunden sein. Sämtliche Möbel müssen ebenso mit dem Fahrzeug verankert werden. Auch hier greifen Sie am besten wieder zu den Schlossschrauben. Sie garantieren eine Verschraubung, die durch den Wagenboden hindurch besteht. Dies ist die sicherste Form der Verankerung. Ebenso verfügen diese Schlossschrauben über große Unterlegscheiben auf beiden Seiten der Schrauben. Diese gewährleisten ein sicheres Abpuffern der Kräfte bei einem Unfall. Somit kann sich kein Möbelstück, bei vorheriger guter Rostentfernung, aus der Verankerung losreißen.

Empfehlung:
Spezielle Eckverbindungen
Schlossschrauben mit Unterlegscheiben

Sicherheit bei Sitzen und Gurten

Auch für die Sitze und Gurte, die Sie in Ihr Fahrzeug einbauen, gelten gesetzliche Bestimmungen, da sie der Sicherheit des Campers Genüge tun müssen. In den letzten Jahren sind die Anforderungen hier deutlich gestiegen. Beispielsweise ist ein Sitzen entgegen der Fahrtrichtung oder seitlich nicht mehr zulässig. Auch die Wohnmobilhersteller mussten hier Ihre Sitzbanksysteme überarbeiten und an die neuen Anforderungen anpassen.

Vorschriften des Gesetzgebers

Die Bestuhlung und die Gurte dürfen in einem Wohnmobil nicht irgendwo angebracht werden. Hier gibt der Gesetzgeber klare Anordnungen. Zum einen hängt die Zahl der Sitze, die während der Fahrt besetzt werden dürfen, ab zum Beispiel von der Zuladung und dem zulässigen Gesamtgewicht des Fahrzeugs. Die Art der Sicherheitsgurte, die Sie einbauen müssen, hängt wiederum ab vom Baujahr Ihres Fahrzeuges. Für vor 1992 gebaute Fahrzeuge gilt, dass nur bauartgenehmigte Gurte verbaut werden dürfen. Diese müssen an Verankerungspunkten, die ausreichend Festigkeit für die Sitze aufweisen, die keine gepolsterte Abstützmöglichkeit vor sich haben, eingebaut werden. Ebenso müssen geeignete Abpolsterungen für die Plätze vorhanden sein, die quer zur Fahrbahn verlaufen. Für die Plätze, die entgegen der Fahrtrichtung angebracht sind, müssen Kopfstützen angebracht sein. Für Fahrzeuge ab dem Baujahr 1992 sind die Vorgaben ein wenig verschärft. Hier müssen alle Plätze in Fahrtrichtung mit bauartgenehmigten Gurten und gesicherten Verankerungspunkten ausgestattet sein.

Im Überblick
Anzahl der besetzbaren Sitze von der Zuladung und dem zulässigen Gesamtgewicht abhängig
Art der verbauten Sicherheitsgurte abhängig vom Baujahr

Baujahr vor 1992: nur bauartgenehmigte Gurte
Baujahr ab 1992: Vorgaben verschärft
Einbau an Verankerungspunkten mit ausreichend Festigkeit Abpolsterungen für quer zur Fahrbahn verlaufende Sitzplätze Kopfstützen für Sitzplätze entgegen der Fahrtrichtung
Alle Sitze in Fahrtrichtung mit bauartgenehmigten Gurten und Verankerungspunkten

Vorn müssen 3-Punkt-Gurte eingebaut sein. Hinten reichen Beckengurte aus. Für die ab Oktober 1999 zugelassenen Wohnmobile gelten wiederum nochmals verschärfte Bedingungen. In diesen Fahrzeugen müssen 3-Punkt-Automatikgurte sowohl für die vorderen äußeren als auch für die hinteren äußeren Sitze angebracht sein, soweit das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeuges nicht über 2,5 Tonnen liegt. Sie sehen, es hängt vom Baujahr Ihres Campers ab, welche gesetzliche Regelung letztlich für Sie in Kraft tritt. Um nichts falsch zu machen, informieren Sie sich am besten vor Einbau der Bestuhlung und der Gurte bei dem TÜV oder der DEKRA in Ihrem Ort.

Im Überblick:
Vorne: 3-Punkt-Gurte
Hinten: Beckengurte
Ab Oktober 1999 zugelassen Wohnmobile: 3-Punkt-Automatikgurte für die vorderen und hinteren äußeren Sitze

Wichtig: unbedingt vor dem Einbau der Bestuhlung informieren

Gurtverankerungen und Befestigungspunkte

Es liegt auf der Hand, dass Gurte verankert werden müssen an dafür geeigneten Befestigungspunkten. Jeder kennt die Crashtests, bei denen die Personen, welche nicht angeschnallt waren, ungebremst durch den Innenraum schießen. Eine solche Situation möchte wohl niemand real erleben. Wenn Sie ein Basisfahrzeug erworben haben, dass vorher als PKWzugelassen war, sollten die Verankerungspunkte bereits vorgegeben sein. Hier können Sie problemlos die Verankerungen für die Gurte anbringen. Möchten Sie zum Beispiel ein anderes als das durch das Basisfahrzeug vorgegebene Sitzbanksystem einbauen, so muss beim TÜV ein sogenannter Zugversuch erfolgen. Bei diesem Versuch wird ein Frontalcrash mit 50 km/h simuliert. Die Gurte müssen bei diesem Test die Insassen sicher halten. Dann gelten sowohl die Verankerungen als auch die Befestigungspunkte als sicher.

Drehsitze beim Wohnmobilausbau

Heutzutage ist es angesagt, in der Fahrerkabine statt der unbeweglichen Vordersitze schicke Drehsitze einzubauen. Sicherlich müssen diese Sitze den Bestimmungen entsprechen. Doch sie bieten einen hohen Komfort. So können Sie nach Beendigung der Fahrt den Sitz drehen und sich problemlos in die gute Stube Ihres Campers begeben, ohne sich um die Mittelkonsole herumschlängeln zu müssen. Aber auch hier gilt: Vorgaben beachten, um die eigene Sicherheit zu gewährleisten.

Sicherheitsvorschriften auch beim Strom

Deta BatterieUm die Stromabnehmer in Ihrem Camper betreiben zu können, bedarf es logischerweise einer Stromquelle. Auch diese mag gut geplant sein. Vorab muss natürlich klar sein, welche Stromabnehmer in Ihrem Wohnmobil Platz finden werden. Dann sollten Sie einmal zusammenrechnen, wie viele Stromabnehmer mit welchen Watt-Zahlen überhaupt zusammenkommen.

Welche Stromanlage ist überhaupt nötig?

Denn es kann gut sein, dass bereits eine 12-Volt-Anlage ausreicht. Der Vorteil an dieser ist, dass die Verkabelung im Wohnmobil deutlich einfacher ist als die einer 220-Volt-Anlage. Für den Sommerbetrieb reicht meistens die kleine Anlage aus. In der Regel wird nur der Kühlschrank, die Innenbeleuchtung, die Wasserpumpe und vielleicht hin und wieder die Heizung betätigt.

Die 12-Volt-Stromanlage

Das Kernstück der 12-Volt-Stromanlage ist eine zweite Batterie, die sogenannte Bordbatterie. Sie ist nicht gleichzusetzen mit der Batterie, die den Motor Ihres Fahrzeuges startet. Doch wird sie von dieser mit Strom versorgt. Das heißt letztlich aber auch, dass die Bordbatterie nur geladen werden kann, wenn der Motor läuft. Halten Sie sich nun längere Zeit an einem Ort auf, wird es daher schwierig mit dem Aufladen der Zweitbatterie. Hier hilft ein 220-Volt-Ladegerät weiter. Es wird an einen Außenanschluss des Campingplatzstromnetzes angeschlossen. So wird die 12-Volt-Anlage wieder mit Strom versorgt. Gleichwohl kann auch der Kühlschrank für diese Zeit über die 220-Volt-Spannung betrieben werden. Der Sinn einer 12-Volt-Stromanlage liegt darin begründet, zumindest im Sommer weitgehend auf eine Versorgung von außen mit Strom verzichten zu können. Schließlich schätzen Wohnmobilurlauber gerade die Unabhängigkeit. Für den Winterbetrieb jedoch, wenn zusätzlich die Heizung betrieben werden muss, reicht diese Anlage meist nicht aus, da die Batterie unter diesen Belastungen sehr schnell leer ist.

Unfallsicherheit beim Wohnmobilausbau

Ein großes Thema im Straßenverkehr ist die Unfallsicherheit. Dies gilt selbstverständlich auch für Wohnmobile. Dabei achtet der TÜV natürlich auf die Einhaltung der sicherheitsrelevanten Maßnahmen. Zusätzlich sorgen in der heutigen Zeit viele elektronische Helferlein für ein Höchstmaß an Sicherheit. Hierzu zählen Airbags, ESP oder auch ABS. Die Entwicklungen in der Automobilbranche bringen stetig neue Systeme mit sich. Aber ebenso sicher sollte auch der Innenraum Ihres Campers ausgestattet sein. Denn es nützt nichts, ein umfangreiches technisches Sicherheitspaket an Bord zu haben, wenn stattdessen der Innenausbau Ihr Leben bedroht.

Wohnmobilsitzbank richtig positionieren

Ein Beispiel mit einer hohen Verletzungsgefahr ist der Verbau von Sitzen, in deren Kopfaufschlagbereich sich feste Gegenstände befinden. Im Falle eines Zusammenstoßes ist der Passagier zwar durch einen Beckengurt gesichert, doch der Oberkörper wird durch die Wucht nach vorn geschleudert. Ist an dieser Stelle nun ein Hängeschrank angebracht, sieht es für den Kopf, der dagegen schleudert, nicht gut aus.

Lose Gegenstände vermeiden

Türscharniere bergen ebenfalls ein großes Verletzungspotenzial. Sie müssen robust und sehr stabil sein. Ansonsten kann es im Fall der Fälle passieren, dass sich die Tür des Schrankes, in dem sich die Konserven stapeln, losreißt und die Dosen unkontrolliert wie Wurfgeschosse durch den Wohnraum schießen.Gegenstände sogar vor der Fahrt lose herumliegen zu lassen, ist noch gefährlicher. Denn hier ist es sicher, dass Sie bei einem Unfall durch das Wohnmobil fliegen.

Es gibt viele Sicherheitsmomente, die beim Ausbau eines Campers berücksichtigt werden müssen, um eine größtmögliche Unfallsicherheit zu erreichen. Doch letztlich sind die Überlegungen es wert, wenn man entspannt und sicher in seinem Wohnmobil durch die Lande reisen will.

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