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Wildcampen in Deutschland

Was ist erlaubt und wo sind Grenzen gesetzt

WildcampenWer sich mit dem Thema Wohnmobil, Wohnwagen, Wohnmobilausbau oder Zelt beschäftigt, der wird sich vielleicht irgendwann die Frage stellen, ob es denn in Deutschland auch nicht erlaubt ist wild zu campen. Doch was genau heißt Wildcampen? Unter dem Begriff „Wildcampen" versteht man das Campen an nicht ausgeschriebenen oder ausgewiesenen Plätzen (wie Campingplätzen), sondern vielmehr das Campieren in der freien Wildnis. Generell gilt, dass an öffentlichen Orten ohne spezielle Kennzeichnung nicht campiert werden darf. Möchte man auf einem Privatgelände sein Lager aufschlagen, muss man sich das Einverständnis des Besitzers einholen. Das Zelten auf öffentlichen Wegen ist genehmigungspflichtig und stellt eine Sondernutzung darf. Gerade das campieren in Naturschutzgebieten oder gar fremden Vorgarten wird geahndet.

Folgen, Gesetze und die ausführenden Personen

Wird man des Wildcampens beschuldigt, muss man in der Regel mit einer Geldbuße rechnen. Immerhin wird das unrechtmäßige Wohnen nur als Ordnungswidrigkeit angesehen. Die Bußgelder werden pro Person erhoben und bewegen sich meist zwischen 5EUR und 80 EUR. Dieses Bußgeld liegt meist im Ermessungsspielraum der Beamten und hängt von den negativen Faktoren wie Müll, offenes Feuer, Naturschutzgebiet, Lärmbelästigung oder unangebrachtes Verhalten ab. In Einzelfällen kann es schon einmal die 500 EUR Grenze erreichen. Wer sich gut verhält und sich kooperativ zeigt kann auch mit einer Verwarnung unter Aufnahme der Personalien davonkommen. Je nachdem wo man sein rollendes Heim aufbaut oder sein Zelt aufschlägt können aber noch weitere Straftaten wie Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung oder Brandstiftung. hinzukommen. Hier ist nicht nur die Verhängung eines Bußgeldes möglich. Wird das Verhalten als Straftat angesehen droht ein Erscheinen vor Gericht und je nach Situation auch eine zivilrechtliche Verfolgung.

Möchte man die Gesetze zum Thema Wildcampen durchforsten muss man sich in erster Linie das Landes-Waldgesetz des jeweiligen Bundeslandes ansehen. Sind hier keine Regelungen getroffen, entscheidet das Bundes-Waldgesetz. Ist man als Wildcamper unterwegs wird man meist von Personen aus nachfolgenden Gruppen angesprochen: Förster, Polizei, Privatgrundeigentümer oder engagierte Mitbürger. Anweisungen wie das Verlassen des Platzes muss man nur von der Polizei oder Forstbeamten entgegen nehmen – diese besitzen in Wäldern ein Hoheitsrecht und dürfen auch Ausweise kontrollieren.

Grauzone „Lagern"

Das Lagern bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone. Darunter versteht man das Rasten oder Pause machen. Wann man nun campiert oder lagert muss individuell geklärt werden. Klar wer seine Campingstühle und –tische samt Sonnenmarkise und Radio auspackt oder mehrere Tage am selben Ort verweilt, fällt wohl nicht mehr unter die Definition des Lagerns.

Grundsätze beim Wildcampen

Nutzt man einmal das Wildcampen sollte man sich über einige Grundsätze im Klaren sein. Natürlich sollten keinerlei Rechte von Privatpersonen verletzt werden. Auch das Zerstören oder Entfernen von Fremdeigentum oder die Beschädigung der Natur ist zu unterlassen. Ebenso sollte man keinen Müll am Campingort zurücklassen und auch kein offenes Feuer entfachen. Lautes Gegröle und das Feiern von Partys sollte ebenfalls vermieden werden. Man sollte sich also so verhalten, wie man es sich von anderen wünschen würde. Verlässt man seinen Nächtigungsort muss dieser den Grundsatz „Man war niemals da" erfüllen. Gefahrenzonen oder Gebiete in welchen das Campen ausdrücklich verboten ist (beispielsweise in Nationalparks) sollte nicht übernachtet werden.

Hat man ein schönes Plätzchen gefunden, sollte man dennoch nicht über mehrere Tage dort verweilen. Am besten baut man sein Lager in der Abenddämmerung auf und bricht mit den ersten Sonnenstrahlen bereist wieder auf. Erlaubt seit 2009 ist das Campen im Pfälzer Wald. Hier kann man auf sieben dafür vorgesehenen Plätzen abseits von Hütten und Wanderwegen sein Zelt aufschlagen und die Wildnis und die Natur pur erleben. Vorab ist allerdings eine Anmeldung nötig. Erreicht werden können die Plätze nur zu Fuß. Eine Nutzung ist zwischen April und Oktober möglich.

Wildcampen außerhalb Deutschlands - wo freies Campen erlaubt ist

Möchte man rechtlich auf der sicheren Seite sein und das Wildcampen in keiner Grauzone ausführen, muss man Deutschland verlassen. In einigen Ländern wie Estland, Lettland, Litauen, Norwegen, Schottland, Schweden und Australien darf man sein Zelt für mehrere Nächte noch frei in der Natur aufstellen. In Schweden muss man beispielsweise nur darauf achten, dass man nicht in Sichtweite von Häusern campiert, kein offenes Feuer entzündet und natürlich keine Spuren wie Beschädigungen oder Müll zurücklässt. Ist man hingegen mit dem Wohnmobil oder Wohnwagen in Schweden unterwegs gelten andere Regeln (hier greift das Jedermannsrecht nicht): hier darf man sich zur Nachtruhe nur noch auf öffentlichen Parkplätzen niederlassen. So darf man auf Rastplätzen, am Ende der Straße oder direkt am Strand sein Lager aufschlagen. In Australien ist das Wildcampen auch für Wohnmobil- und Wohnwagenbesitzer erlaubt.

Wo man lieber nicht Wildcampen sollte

In Dänemark muss man mit seinem Wohnmobil oder Wohnwagen auf den Campingplatz. Nur wer mit dem Zelt unterwegs ist, hat mehr Möglichkeiten. Hier kann man es sich oft im Wald und auf dem Feld gemütlich machen. Hier ist das Zelten immerhin in 40 ausgewiesenen Wäldern erlaubt. In Frankreich darf man in der freien Natur campen, sofern der Eigentümer sein Einverständnis erteilt hat. Das bedeutet aber auch, dass das Übernachten an der Küste nicht gestattet ist. Diese gehört laut Gesetz allen Bürgern und die Zustimmung eines einzelnen reicht hier nicht aus. Ebenso verboten: das Übernachten in der Nähe von klassifizierten Sehenswürdigkeiten. Auch in Polen ist das Wildcampern von der Pommerschen Bucht bis in die Waldkarpaten verboten.

Im Überblick - wo das Wildcampen verboten ist

Dänemark
Polen
Spanien
Italien
Frankreich
Dänemark
Österreich
Irland (nur mit Erlaubnis des Besitzers auf Privatgrundstücken gestattet)

Man sieht so verlockend das Thema Wildcampen für manchen Camper sein mag, so viele Dinge gibt es dabei zu beachten. Möchte man rechtlich auf der sicheren Seite sein, sollte man sich vor Reisebeginn unbedingt über die Gesetze und Vorschriften im Zielland erkundigen und ggf. umplanen. Möchte man in Deutschland wildcampen empfiehlt sich ein Besuch des Pfälzer Waldes. Wen es in die Ferne zieht der ist in Schweden und Australien gut aufgehoben beim Wildcampen.

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