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Kompressor- oder Absorberkühlschrank?

berger absorberkuehlschrank 803 kfWer längere Zeit mit seinem Reisemobil unterwegs ist und dabei nicht jeden Tag frisch einkaufen oder mehrfach essen gehen möchte, benötigt wohl zwangsweise einen Kühlschrank. So einfach diese Feststellung auch sein mag, so schwer kann es sein den richtigen Kühlschrank zu finden. Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Kühlschränken, die sich für den Einbau in Wohnmobilen eignen:

Absorberkühlschrank
Kompressorkühlschrank

Diese beiden unterscheiden sich vor allem in der Art des Betriebes. Damit hängt wiederrum die Autarkie beim Reisen zusamen. Kann man mit einem Absorberkühlschrank dank des möglichen Gasbetriebs problemlos tagelang ohne Campingplatz und Landstrom stehen, sieht es beim Kompressorkühlschrank etwas anders aus. Zwar versorgt der Kältespeicher den Kühlschrank auch für ca. 12 Stunden, danach wird jedoch die Bordbatterie zur Kühlung herangezogen. Klar, wer meistens auf dem Campingplatz steht, schließt seinen Kühlschrank an das Landstromnetz an und wird die Problematik einer leeren Bordbatterie kaum kennen. Ob hier ein Gasbetrieb nötig ist, muss man dann schließlich wieder selbst abwägen.

Absorberkühlschrank im Wohnmobil

Ein Absorberkühlschrank zeichnet sich dadurch aus, dass er sowohl über die 12-Volt-Anlage über das Bordnetz, über einen Landanschluss mit 230-Volt als auch über die Gasanlage betrieben werden kann. Da in den meisten Wohnmobilen Gasanlagen verbaut sind, eignet sich ein Absorberkühlschrank bestens für den Einbau. Ein Absorberkühlschrank arbeitet nach dem Prinzip der Verdunstungskälte. Sie kennen das Prinzip. Sicherlich haben Sie schon einmal beobachtet, dass, wenn Wasser auf der Haut verdunstet, die Stelle kühl wird. Ähnlich funktioniert ein Absorberkühlschrank. Wer noch keine Gasanlage verbaut hat, sollte sich darüber im Klaren sein, dass diese durch eine autorisierte Fachwerkstatt sachgerecht eingebaut und vom TÜV abgenommen und regelmäßig geprüft werden muss. Es ist also ein gewisser Aufwand - finanziell und zeitlich - für den Betrieb einer Gasanlage im Wohnmobil nötig.

Mögliche Energiequellen

Funktionsweise eines Absorberkühlschranks

Der Kühlschrank besteht im Wesentlichen aus einem Kocher, dem Kondensator, einem Verdampfer und dem Absorber. Das System ist bedingt durch den Einsatz von Stahlrohren hermetisch abgeschlossen. Gefüllt wird das System mit einem Wasserstoffgas und einer 30%igen Ammoniak-Wasser-Lösung. Im Verlauf des Systems wird die Lösung zunächst im Kocher durch die Energie der Gasflamme, des 12-Volt- oder des 230-Volt-Anschlusses erhitzt. Die Lösung wird dadurch in Ammoniakdampf und einer ammoniakärmeren Lösung aufgespalten. Der Dampf gelangt in den Kondensator. Hier wird er durch die Abgabe der Kondensationswärme an die Luft verflüssigt. Das flüssige Ammoniak wird in den Verdampfer geleitet. Hier nun verdampft der Ammoniak und nimmt dadurch Wärme vom Kühlschrank auf. Daraus resultiert im Umkehrschluss, dass der Kühlschrank abgekühlt wird. Im weiteren Verlauf verbinden sich die ammoniakarme und –reiche Lösung wieder miteinander. Da das System in sich abgeschlossen ist, läuft ein immerwährender Kreislauf ab, der für die Kühlung des Kühlschrankes oder der Kühltruhe sorgt.

Wesentliche Bestandteile

Kocher
Kondensator
Verdampfer
Absorber
Systemfüllung: Wasserstoffgas und 30%ige Ammoniak-Wasser-Lösung

Die Schritte im Überblick

  1. Erhitzung der Lösung im Kocher erzeugt Ammoniakdampf und eine ammoniakärmere Lösung
  2. Weiterleitung des Dampfes in den Kondensator und Verflüssigung (durch Wärmeabgabe)
  3. Flüssiger Ammoniak gelangt in den Verdampfer und nimmt dabei die Wärme des Kühlschranks auf
  4. Folge: Kühlung des Kühlschranks
  5. Verbindung der ammoniakreichen und -armen Lösung (Kreislauf beginnt von vorn)

Der Kompressorkühlschrank im Reisemobil

Dometic Coolmatic CR 50Die Arbeitsweise eines Kompressorkühlschrankes ist eine andere. Dieser arbeitet nach dem gleichen Prinzip wie der Kühlschrank zu Hause. Der Vorteil: der Kühlschrank kann auch ohne Gasanlage betrieben werden. Damit man auch einmal unabhängig vom Landstrom stehen kann, besitzen diese Kühlschränke einen Kältespeicher. Zudem verbrauchen sie deutlich weniger - im Vergleich zu Absorbern - und können auch ein oder zwei Tage mit der Bordbatterie versorgt werden.

Funktionsweise eines Kompressorkühlschranks

Der Kompressor, der elektrisch angetrieben wird, zieht aus dem Verdampfergefäß, das sich im Inneren des Kühlschrankes befindet, Kältemittel. Dadurch entsteht ein Unterdruck. Durch den Unterdruck verringert sich der Außendruck. Flüssigkeiten haben die Eigenschaft, bei geringerem Außendruck bereits bei niedrigeren Temperaturen als bei einem normalen Außendruck zu verdampfen. Nach diesem physikalischen Grundsatz nun geht das Kältemittel im Verdampfer in den gasförmigen Zustand über. Durch den Verdunstungsvorgang wird die sogenannte Verdunstungskälte erzeugt. Diese ist verantwortlich für die kühlen Temperaturen im Kühlschrank. Durch Druck nun gibt der Kompressor das angesaugte Kältemittel in den Kondensator (Kondensor) ab. Hier wird die Wärme, die vorher aus dem Kühlschrank herausgesogen wurde, über eine spezielle Rippenform an die Luft abgegeben. Der Kreislauf schließt sich, indem das Kältemittel wieder zurück in den Verdampfer gelangt.

Weiterer Vorteil des Kompressorkühlschranks ist dass er auch bei einer gewisen Schräglage in der Regel noch problemlos betrieben werden kann. Zudem arbeitet der Kühlschrank unabhängig von der Außentemperatur. Das heißt, auch bei 40 Grad draußen, kann der Kühlschrankinhalt noch gut gekühlt werden. Beim Absorber sieht es hier schon anders. Dieser kann nur in einen bestimmten Temperaturbereich (im Vergleich zur Außentemperatur) kühlen, sodass bei einer hohen Außentemperatur die Lebensmittel und Getränke im Inneren irgendwann nicht mehr ausreichend gekühlt werden können. Wie so oft spielt auch der Preis eine Rolle: Kompressorkühlschränke sind in der Regel billiger als die Absorber-Varianten (da hier die Nachfrage geringer ist).

kompressorkuehlschrank prinzip

Auf der linken Seite herrscht Hochdruck, auf der rechten Seite hingegen Niederdruck. Die rot gekennzeichneten Bereiche stellen das Kältemittel in gasförmiger Form dar, der blaue Bereich steht für das Kältemittel im flüssigen Aggregatszustand.

Die Schritte im Überblick

  1. Kältemittel befindet sich im Verdampfer
  2. Der Kondensator zieht das Kältemittel aus dem Verdampfergefäß (Folge: Unterdruck)
  3. Verringerung des Außendrucks
  4. Kältemittel im Verdampfer geht in den gasförmirgen Zustand über (Verdunstung)
  5. Erzeugung von Verdunstungskälte (kühlt den Kühlschrank)
  6. Kältemittel wird vom Kompressor an den Kondensator abgegeben
  7. Abgabe der Wärme an die Luft
  8. Kältemittel gelangt wieder in den Verdampfer (Prozess beginnt von vorn)

Die möglichen Ausführungen

Den Kompressorkühlschrank gibt es in verschiedenen Ausführungen. In der Kühlwirkung gibt es keinerlei Unterschiede, jedoch in der Arbeitsweise. Zum einen gibt es die Schwingkompressoren und zum Anderen die Gleichstorm-Hermetik-Kompressoren. Beiden Prinzipien ist gleich, dass das Kältemittel von einem Kolben komprimiert wird, der sich in einem Zylinder auf und ab bewegt. PKW-Motoren arbeiten nach demselben Prinzip. Das Kraftstoff-Luftgemisch gelangt durch die Ventile in die Kolben, in denen es verdichtet und anschließend gezündet wird.

Was ist der Unterschied?

Der Unterschied zwischen diesen beiden Arten der Kompressorkühlschränke ist der, dass die Kolbenbewegung auf zwei unterschiedlichen Arbeitsweisen beruht. Der Schwingkompressor bewegt den Kolben mithilfe einer Magnetspule. Der Kolben wird in schnellen und kurzen Bewegungen in eine Taktung von 50 Hz versetzt. Schwingkompressoren können dabei über die 230-Volt-Anlage betrieben werden. Der Antrieb des Kolbens im Gleichstrom-Hermetic-Kompressor hingegen funktioniert durch einen Elektromotor, der über die 12-Volt-Anlage mit Strom versorgt wird. Möchte man diesen dennoch mit 230-Volt-Strom versorgen, kann man die 2-Volt-Anlage zwischenzuschalten oder gleich einen Gleichrichter einzubauen, der die Spannung umwandelt.

Schlussendlich muss jeder selbst entscheiden welche Kühlschrankart ihm lieber ist. Neben den verfügbaren Energiequellen spielen oft auch der Preis und die Einbaumaße eine entscheidende Rolle. Gerade beim Ausbau eines Campers darf der Kühlschrank nicht allzu groß sein. Vor- und Nachteile haben beide Kühlschrankausführungen. Hier kommt es wieder einmal darauf an wohin man reist, mit wie vielen Personen und wie lange. Wer gezielt Campingplätze anfährt brauch sich über die Stromversorgung seines Kühlschrankes keine Sorgen machen. Wer längere Strecken zurücklegt kann auch ein, zwei Tage mit einem Kältespeicher überbrücken. Möchte man wirklich tage- oder gar wochenlange autark stehen, sollte ein Absorberkühlschrank näher ins Auge gefasst werden.

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