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Rostschutz für lange Freude am Fahren

karosserieWenn Sie sich ein gebrauchtes Basisfahrzeug gekauft haben, wird es üblicherweise einige Gebrauchsspuren aufweisen. Denn diese sind im täglichen Umgang mit dem Fahrzeug unvermeidlich. So werden Sie sicherlich kleine Dellen oder Beulen aufbereiten müssen. Ebenso kann es möglich sein, dass das Fahrzeug Roststellen hat. Auch diese lassen sich im Laufe der Jahre kaum vermeiden. Wichtig ist, dass man hier schnellstmöglich eingreift. Denn je länger der Rost Zeit hat sich hineinzufressen und auszubreiten, desto schwerer wird es ihm entgegen zu wirken. Meist wird man den Rostbefall - gerade mit den heimischen Mitteln - nicht mehr hundertprozentig entfernen können. Daher heißt es aufmerksam sein und sollte die behandelte Stelle nach geraumer Zeit wieder Rost aufweisen, muss dieser natürlich erneut behandelt werden.

Vor dem Kauf unbedingt das Fahrzeug gründlich untersuchen

Möchte man das künftige Fahrzeug langfristig nutzen und viele Jahre Freude an seinem Wohnmobilausbau haben, sollte man das zu kaufende Fahrzeug vorab genau unter die Lupe nehmen. Hier muss nicht nur die technische Seite einwandfrei in Ordnung sein. Ein Basisfahrzeug, welches rostzerfressen ist, wird in der Regel nicht mehr gerettet werden können und wird entweder ständig für Arbeit sorgen (um den Rost einzudämmen) oder eben nicht lange Freude machen. Am besten ist es natürlich ein Fahrzeug zu finden, welches noch keinen festen Rostansatz hat. Natürlich kann man sich auch vorab in Foren oder auch auf der Straße umsehen und in Erfahrung bringen, welche Fahrzeuge gerne wo Rost ansetzen. In den einzelnen Modellreihen und -jahren sind die Problemstellen meist bekannt. Beim Ford Mondeo MK1 und MK2 wird man beispielsweise kaum mehr Fahrzeuge finden, deren hinterer Radläufe nicht vom Rost befallen sind. Zwar konnte Ford diesem Problem ab dem MK3 Herr werden, jedoch rostet dieses Baujahr gerne an den Türen. Wenn man sich ein bisschen mit der Thematik beschäftigt wird man schnell nicht nur die Kinderkrankheiten, sondern auch die Rost-Anfälligkeit in Erfahrung bringen.

Die richtige Behandlung macht den Unterschied

Nach dem Kauf und der ersten Inspektion heißt es erst einmal alles soweit wie möglich auseinanderbauen und genau nach Roststellen suchen. Wenn man einen Innenausbau vornehmen will, kann man den Innenraum auch gleich mitbehandeln. Nach der Identifikation und Kennzeichnung (beispielsweise mit einem Stück Klebeband) der befallenen Stellen, können diese nun abgeschliffen werden. Wichtig: der Rost muss hierbei vollständig entfernt werden! Am besten ist es man arbeitet hier, wie beim Schleifen, vom groben zum feinen Schleifpapier. Hat sich der Rost in Ritzen o. ä. festgesetzt kann man auch zu Drahtbürsten greifen. Man sollte darauf achten, dass man den Rost zwar komplett entfernt, aber die umliegende, gesunde Stelle nicht allzu sehr beschädigt.

Reinigung, Entroster und Reparatur von Löchern und Unebenheiten

Nach diesem Arbeitsschritt heißt es erst einmal sauber machen. Der Schleifstaub muss sauber entfernt und die Stelle ebenfalls von Staub und Fett befreit werden. Nun kann ein Rostentferner (Rostumwandler) aufgetragen werden. Dabei handelt es sich um ein flüssiges Stoffgemisch, welches den Oxidationsprozess (Rostbildung) von Eisen beendet. Diese, oft bläulich, Flüssigkeit wird auf die Stelle aufgetragen, reagiert mit dem Rost und wandelt diesen in stabile Eisen(III)-Verbindungen um. Am Ende - nach der Reaktionszeit - bleibt meist eine schwarze Fläche zurück.

Haben sich vielleicht schon Löcher in das Fahrzeug gefressen kann man hier mit speziellen Glasfasermatten das fehlende Material nachbilden. Unebenheiten können zudem mit KFZ-Spachtelmasse ausgeglichen werden. In beiden Fällen sollte man die Anwendungshinweise genau lesen und beachten. Das Mischungsverhältnis, die Verarbeitungs- und Ablüftzeit sind entscheidend. Das Überschleifen sollte erst stattfinden, wenn die Masse ausreichend getrocknet ist. Wichtig: die Unebenheiten sollten zwar gefüllt sein, dennoch sollte nicht zuviel Spachtelmasse aufgetragen werden. Denn alles was man zu viel aufträgt, muss man hinterher in mühevoller und zeitintensiver Arbeit wieder abschleifen. Die Übergänge zum gesunden Lack sollten fließend sein. Wenn man also mit der Hand darüber streicht, sollte kein Höhenunterschied mehr spürbar sein.

Lackieren - selbst gemacht oder vom Profi?

Ist die Ablüftzeit der Spachtelmasse/Kunstharzmatten abgelaufen, kann es an die weitere Bearbeitung gehen. Für eine gute Haftung können die Stellen mit einem Haftgrund vorbereitet werden. Im Anschluss daran kann der passende Lack in mehreren Schichten aufgetragen werden. Zum Abschluss sollte noch mit einem Klarlack versiegelt werden. Klar, wer die ganze Rostbearbeitung als Laie, ohne entsprechende Gerätschaften, daheim durchführt, wird nicht dasselbe Ergebnis erzielen wie ein Profi. Hier gibt es mittlerweile auch schon Unternehmen, welche sich auf das Entfernen von Rost spezialisiert haben. Eine Garantie, das der Rostbefall nicht wieder zurückbekommt erhält man hier allerdings auch nicht. Schlussendlich ist auch hier alles eine Kostenfrage. Kompromiss stellt vielleicht die eigene Rostentfernung und das Spachteln und Lackieren vom Profi dar. Dieser, gerade mit der Smart-Repair-Technik, erzielt natürlich deutlich bessere Ergebnisse als der Heimwerker mit der Sprühdose daheim. Kleiner Tipp: sollten Sie die Stellen mit der Dose doch selbst lackieren, lieber mehrere Lackschichten verwenden und so ein Verlaufen oder die Bildung von Tröpfchen verhindern.

Weitere Pflege der behandelten Stellen

Auf jeden Fall sollten die behandelten Stellen im Auge behalten werden. Sollte ein Rostansatz wieder durchkommen, sollte dieser umgehend behandelt werden. Normalerweise ist das Waschen und Befahren einer Waschstraße kein Problem. Ein prüfender Blick hat aber noch niemandem geschadet. Beim Aufpolieren sollte man bei den Nachlackierten Stellen besondere Vorsicht walten lassen. Sollte der Rost an bestimmten Stellen immer wieder kommen, oder hat er das Material schon zu weit zerfressen, hilft im letzten Fall nur noch der Austausch. Bei Radläufen oder Einstiegen kann meist vom Profi recht einfach ein neues Blech eingeschweißt werden. So muss man nicht auf Neuteile wie einen Kotflügel oder eine Tür zurückgreifen.

Vorbeugende Rostbehandlung

Damit der Rost gar nicht erst vom Fahrzeug Besitz ergreift, ist die vorbeugende Behandlung natürlich das Beste. Auch nach der ersten Entfernung. Türen und Hohlräume sollten mit Hohlraumwachs behandelt werden. Auch der Unterboden muss geschützt werden. Hier empfiehlt sich eine Bearbeitung mit Unterbodenschutz. Damit dieser seine volle Wirkung entfalten kann, sollte der Unterboden vor der Behandlung gereinigt werden. Aber Achtung: nicht alles am Fahrzeugboden kann mit Unterbodenschutz behandelt werden. Bewegliche Teile, und Bauteile die nicht an einer hitzegefährdeten Stelle liegen, sollten nicht besprüht werden. Dazu zählen beispielsweise Kabel, Bremsleitungen, Handbremsseil, Abgasanlage, Kupplung und Kupplungsseile. Aber auch der Motor, Radlager, Felgen und die Dämpfer sollten sauber bleiben. Auch hier gilt: vorhandenen Rost mit einer Drahtbürste entfernen und ggf. mit Rostumwandler behandeln. Die Stellen die mit Unterbodenschutz bearbeitet werden, müssen gründlich versehen werden. Zum Auftragen kann man je nach gewähltem Unterbodenschutz einen Pinsel oder die Sprühdose hernehmen. Wichtig: Unterbodenschutz sollte mind. ein besser zweimal im Jahr kontrolliert und nachgebessert werden. Am besten vor und nach dem Winter.

Der Rostschutz beim Fahrzeug ist eine zeitraubende Aufgabe - zumindest beim ersten Mal. Hat man vorhandene Roststellen erst einmal entfernt und Hohlräume und den Unterboden geschützt, wird der Aufwand beim nächsten Mal deutlich geringer. Der Vorteil liegt auf der Hand. Durch den Rostschutz beim Wohnmobilausbau kann man die Lebensdauer seines Basisfahrzeuges deutlich verlängern und hat so schlussendlich auch länger Freude an seinem Ausbau.