Diesel- oder Benzinmotor im Wohnmobil?
Sicherlich stellen Sie sich die Überlegung, welche Motorvariante Ihr Wohnmobil zieren soll. Sie ist angesichts der hohen Kraftstoffpreise durchaus berechtigt. Diese Frage kann jedoch nicht mit richtig oder falsch beantwortet werden. Sie hängt elementar mit Ihren Wünschen zusammen.
Dieselmotor
Ein Dieselmotor ist nach wie vor ein sehr robuster und langlebiger Antrieb. Der Verbrauch eines Diesels ist durch die bessere Kraftstoffausnutzung deutlich geringer als der eines Benziners. Dieselmotoren zeichnen sich aus, auch bei einer sehr hohen Kilometerleistung noch agil und fit zu sein. Fällt die Wahl auf einen Dieselantrieb, müssen jedoch auch die Nachteile ins Kalkül gezogen werden.
Vorteile des Dieselmotors
- Robust und langlebig
- Geringer Kraftstoffverbrauch und bessere Kraftstoffausnutzung
- Niedrigere Spritkosten
- Hohe Kilometerleistung
- Gute Zugkraft
Gerade bei älteren Dieselmotoren fällt das Vorglühen beim Start ins Gewicht. Ist man das Fahren eines Diesels nicht gewöhnt, kann es bei Nichteinhaltung dieser Phase zu erheblichen Schäden am Motor kommen. Dieselmotoren stellen sich mitunter im Winterbetrieb ein wenig zickig an, wenn die Temperaturen unter minus 20 Grad Celsius fallen. Ein Dieselmotor ist durch seine Bauweise schwerer als ein Benziner. Dadurch verringert sich automatisch die Nutzlast des Wohnmobils. Ein wichtiger finanzieller Aspekt bei der Wahl der Motorvariante ist sicherlich die Besteuerung, die sich nach dem Schadstoffausstoß richtet. Auch die Gesetzeslage sollte berücksichtigt werden. So ist es vielerorts mittlerweile verboten mit altem Diesel in die Stadt zu fahren. Der Grund: die rote Plakette für den Feinstaubaustoß. Neue Fahrzeuge oder die Nachrüstung eines Rußpartikelfilters können hier jedoch Abhilfe schaffen.
Nachteile des Dieselmotors
- Vorglühzeit
- Ggf. Startprobleme im Winter
- Höheres Gewicht und damit geringere Nutzlast
- Höhere Besteuerung
- Einschränkungen durch Feinstaubzonen
Benzinmotor
Ein Benzinmotor zeichnet sich aus durch seine Laufruhe. Er ist sehr viel schneller am Start als der Diesel. Ein Benzinmotor zieht emsig und agil nach vorne gemessen am eher behebigen und gemütlichen Dieselantrieb. Aufgrund der Bauweise ist die Leistung eines Benziners pro Kilogramm Motorgewicht deutlich höher. Für diesen Antrieb sprechen ebenfalls die geringeren Anschaffungskosten.
Vorteile des Benzinmotors
- Erhöhte Laufruhe
- Kein Vorglühen nötig
- Agile Beschleunigung durch höhere Leistung pro Kilogramm
- Geringere Anschaffungskosten
- Keine Einschränkung durch Feinstaubzonen
Was jedoch klar gegen den Benzinvortrieb spricht, ist der höhere Verbrauch. Der Benzinmotor verbraucht in Relation deutlich mehr als ein Diesel. Außerdem sollten Sie beachten, dass, je nachdem, wohin Sie Ihre Route führt, die Anforderungen des Benzingemisches in den jeweiligen Ländern nicht unbedingt den gewohnten Qualitätsstandards entspricht. Es ist also empfehlenswert, im Vorfeld zu prüfen, ob Ihr Benziner auch mit einem geringeren Standard leben kann, ohne Schaden zu nehmen.
Nachteile des Benzinmotors
- Höherer Spritverbrauch
- Einschränkungen bei ausländischem Benzingemisch
- Höhere Spritkosten
- Schlechtere Kraftstoffausnutzung
Bevor Sie sich nun in die Entscheidungsphase begeben, sollten Sie für sich abklären, welche Ansprüche Sie an den Motor richten – den günstigeren, aber auch gemütlichen und etwas trägeren Dieselantrieb oder den etwas teureren, dafür aber stärkeren und flotteren Benzinmotor. Eine Frage, die nur Sie beantworten können.


