Stromverbrauch
Der Stromverbrauch hängt natürlich davon ab, wie viele Stromabnehmer sich in Ihrem Wohnmobil befinden. Ebenso anhängig ist der Stromverbrauch von Ihrem Verhalten. Das gilt zuhause in den vier Wänden ebenso wie im Camper. Wenn Sie aus Versehen die Kühlschranktür einen Spaltbreit offen lassen, wird der Stromverbrauch unter Garantie in die Höhe gehen, da Sie nicht nur den Kühlschrank, sondern in diesem Fall auch den Wohnraum kühlen. Der Stromverbrauch wird ebenso höher sein, wenn Sie Licht, das Sie gerade nicht benötigen, brennen lassen. Wenn Ihre Kinder es lieben, bei schlechtem Wetter den ganzen Tag fern zu sehen, wird sich auch das auf den Stromverbrauch auswirken. Aber das kennt man schließlich von zuhause. Da jedoch, anders als in der eigenen Wohnung, der Strom nicht einfach aus der Steckdose kommt, sollte man dem Stromverbrauch schon ein wenig Bedeutung beimessen. Tun Sie dies nicht, stehen Sie dann sicherlich einmal da und haben keinen Strom mehr, weil die Batterie leer ist.
Folglich müssen Sie sich bei einer 12-Volt-Anlage überlegen, wann Sie das Fahrzeug wieder bewegen, damit die Bordbatterie über Ladung verfügt, die sie an die Stromabnehmer weitergeben kann. Zuhause macht man den Lichtschalter an. Im Wohnmobil muss man erst für das Beschaffen der Energie sorgen, damit beim Betätigen des Lichtschalters tatsächlich auch das Licht angeht. Sicherlich reicht die Bordbatterie bei einem relativ sparsamen Einsatz mehrere Tage. Doch man sollte sein Verhalten hinsichtlich des Stromverbrauches innerhalb eines Campers den Bedingungen anpassen, um nicht wirklich einmal dazustehen und nichts geht mehr. Häufig benutzt werden sicherlich die Lampen und die Wasserpumpe. Auch die Audioanlage spielt eine Rolle. Wenn Sie viel und häufig duschen, sollten Sie diesen Verbrauch ebenfalls kalkulieren.
Den Stromverbrauch hochzurechnen empfiehlt sich immer dann, wenn an Bord keine 220-Volt-Anlage eingebaut ist. Diese könnten Sie, falls vorhanden, an den Außenanschluss auf dem Campingplatz anschließen und bräuchten sich über Strom in diesem Moment keine Gedanken mehr machen. Sie beziehen dann den Strom über den Stellplatz und rechnen mit diesem dann auch ab. Wenn Sie der Wohnmobiltyp sind, der jeden Tag an einen andern Ort fährt, stellt sich für Sie die Frage nach dem Stromverbrauch auch nicht. Denn durch die täglichen Fahrten wird die Batterie jeden Tag aufs Neue nachgeladen, sodass ein Strommangel erst gar nicht entstehen kann. Wenn Sie mit der gesamten Familie über mehrere Wochen an einem oder auch nur wenigen Orten bleiben möchten und nicht über 220-Volt-Anlage verfügen, dann sollten Sie rechnen. Sie haben in dem Fall lange Standzeiten, in denen die Batterie nicht nachgeladen werden kann. Folglich müssen Sie Fahrten einkalkulieren, allein, um die Batterie wieder aufzuladen. Um diese Fahrten auf ein Minimum zu reduzieren, empfiehlt sich eine Hochrechnung des Stromverbrauchs.
Berechnungsbeispiele für den Stromverbrauch
Den Stromverbrauch an Bord einmal hochzurechnen, ist schon eine empfehlenswerte Sache. Besonders dann, wenn Sie vom Einbau einer 220-Volt-Anlage, mit der Sie den Strom auf den Campingplätzen, die über diese Anschlüsse verfügen, verwenden könnten, verzichten möchten. Denn bei einer 12-Volt-Bordelektrik dient als Energiequelle einzig die Bordbatterie. Diese muss zwingend nachgeladen werden. Die Bordbatterie kann jedoch nur über das Fahrzeug geladen werden. Folglich müssen Sie Fahrten mit Ihrem Wohnmobil einplanen, wenn Sie nicht Gefahr laufen möchten, einmal ohne Strom dazustehen. In den Sommermonaten werden Sie sicherlich weit weniger Strom verbrauchen als in Wintertagen. Das ist ein Fakt. Ebenso hängt der Stromverbrauch mit Ihren Gewohnheiten zusammen. Trotzdem kann man den Stromverbrauch im Schnitt ermitteln, wenn man weiß, was die einzelnen Stromabnehmer tatsächlich verbrauchen.
Zum Ermitteln des Durschnittswertes muss Ihnen ebenfalls die Leistung der Bordbatterie bekannt sein. Und schon kann die Berechnung losgehen. Am besten stellen Sie sich vorab eine Liste mit allen geplanten Stromverbrauchern zusammen. Wenn Sie diese Aufstellung nicht per Hand machen möchten, empfehlen sich hierfür Computerprogramme, die genau auf die Bedürfnisse einer Tabellenkalkulation ausgelegt sind. Denn neben den geplanten Stromabnehmern benötigen Sie noch die Leistung, die diese Verbraucher aufnehmen. Diesen Wert erhalten Sie bei einem Blick auf das entsprechende Gerät. Bei den meisten Elektrogeräten ist dieser Wert auf den Geräten selbst angegeben. Schlussendlich brauchen Sie einen ungefähren Wert, wie lange Sie die einzelnen Geräte pro Tag eingeschaltet lassen möchten.
Falls die Stromaufnahme eines Gerätes nicht auf demselben ausgewiesen ist, können Sie diese mit folgender Formel berechnen: Strom in Ampere ist gleich der Leistung in Watt geteilt durch die Spannung in Volt. Die Voltzahl bei einer 12-Volt-Anlage ist dann natürlich 12. Entsprechend ist es selbstverständlich auch möglich, die Leistung eines Verbrauchers zu berechnen. Dieses ist sinnvoll, wenn Sie wissen möchten, ob zum Beispiel die Größe der Heizung kompatibel ist mit der Leistung Ihrer Bordbatterie. Diese Formel funktioniert auf folgendem Weg: Die Leistung in Watt ist gleich der Spannung in Volt malgenommen mit dem Strom in Ampere. Diesen Berechnungen gegenüber steht die Leistungsfähigkeit der Bordbatterie. Denn es liegt ja auf der Hand, dass von der Größe der Bordbatterie die Dauer abhängt, wie lange die Stromabnehmer damit mit Strom versorgt werden können. Um einen Puffer zu lassen, geht man von einem 2/3-Wert der Batteriekapazität aus. Wenn Sie von einer 2/3-Leistung ausgehen, haben Sie bereits Lücken in der Ladung oder Energieverluste bei Kälte mit einkalkuliert und sind somit auf der sicheren Seite. Wenn Sie nun die Formeln für zum Beispiel eine Leseleuchte anwenden, werden Sie sehen, dass die kleine Lampe ca. 15 Watt Leistungsaufnahme benötigt und dabei 1,25 Ampere Strom verbraucht, wenn sie ca. 2 Stunden pro Tag betrieben wird. Diese Formeln können Sie für jeden Stromabnehmer, den Sie in Ihrem Wohnmobil einbauen wollen, anwenden. So erhalten Sie einen Durchschnittwert dessen, was Sie an Strom verbrauchen werden. Nun müssen Sie diese Werte in Relation zu Ihrer Bordbatterie setzen. Bordbatterien gibt es in den Größen 45 Ah, 54 Ah und 63 Ah. Der Wert Ah, die Amperestunde also, sagt aus, für welchen Zeitraum die lieferbare Menge der Stromstärke zur Verfügung steht. Das bedeutet, dass die 45-Ah-Batterie genau 1 Stunde lang die Menge von 45 Ampere an Strom liefern kann. Das ist natürlich ein theoretischer Wert.
Die Rechnung funktioniert auch anders herum. Es bedeutet ebenfalls, dass die Batterie 45 Stunden lang 1 Ampere Strommenge abgibt. In der Praxis geht man davon aus, dass ein Wert von einem Ampere in 30 Stunden realistisch ist. Daraus ergibt sich, dass ein Stromabnehmer von 12 Watt, der 1 Ampere Strom verbraucht, 30 Stunden betrieben werden könnte. Wenn Sie nun errechnet haben, in welcher Relation die Kapazität der Batterie zur Leistungsaufnahme der Verbraucher steht, können Sie hochrechnen, wie viel an Strom Sie verbrauchen werden. Als Beispielrechnung können Sie vielleicht davon ausgehen, im Sommer lediglich eine Leselampe und die Wasserpumpe im ständigen Einsatz zu haben. Daraus ergibt sich folgende Rechnung: Der Verbrauch der Leselampe beträgt 1,25 Ampere malgenommen mit 2 Stunden Laufzeit ist gleich 2,5 Amperestunden. Für die Wasserpumpe ergibt sich ein Wert von 2,5 Ampere malgenommen mit einer Laufzeit von 0,5 Stunden ist gleich 1,25 Ah. Folglich wäre der Verbrauch dieser beiden Stromabnehmer 3,75 Amperestunden. Die angenommene 2/3 Ladung der Batterie ist bei solchen Werten sicherlich gut und gerne 5 Tage ausreichend, wenn man davon ausgeht, dass das Fahrzeug in dieser Zeit nicht bewegt, die Batterie also auch nicht nachgeladen wird.
Ein Kühlschrank fällt bei dieser Berechnung allerdings schon schwerer ins Gewicht. Ein Absorberkühlschrank sollte im Stand mit Gas betrieben werden, da er, mit Strom betrieben, ansonsten einen sehr hohen Stromverbrauch hat. Wenn Sie einen Kompressorkühlschrank einbauen möchten, gilt wieder eine andere Rechnung. Man kann also festhalten, dass die Leistung der Bordbatterie im Sommer sicherlich für 5 Tage ausreichend ist, ohne dass sie wieder geladen werden muss. Die Rechnung im Winter ist eine andere.
Hier kommt dann spätestens die Heizung ans Rennen. Sicherlich wird die Heizung, um ein angenehmes Raumklima zu zaubern, annähernd den ganzen Tag in Betrieb sein. Außerdem werden Sie die Beleuchtung des Abends länger in Betrieb haben, da es recht früh dunkel wird. Man kann davon ausgehen, dass eine handelsübliche Wohnmobilheizung mit 1,25 Ampere über den Zeitraum von 24 Stunden sicherlich mit einem Stromverbrauch von 30 Amperestunden dabei ist. Wenn nun eine 45-Ah-Batterie verbaut ist, kann man an fünf Fingern abzählen, dass nicht viel Leistung übrig bleibt und die Bordbatterie sicherlich am nächsten wieder aufgeladen werden muss.
Noch höher wird der Verbrauch, wenn Sie einen Kompressor-Kühlschrank oder gar eine Kompressor-Kühltruhe einplanen. Um diese Geräte ohne Unterbrechung der Kühlleistung betreiben zu können, wird wesentlich mehr Batteriekapazität benötigt. Es gilt also bei der Hochrechnung des Stromverbrauchs zu schauen, welche Anforderungen Sie an den Komfort in Ihrem Wohnmobil stellen. Ebenso spielt auch hierbei wieder eine Rolle, für welchen Zweck Sie Ihren Camper nutzen möchten. Der Winterverbrauch liegt deutlich höher als der Stromverbrauch im Sommer. Planen Sie längere Reisen, benötigen Sie einen gut funktionieren Kühlschrank. Nutzen Sie Ihr Reisemobil nur zu Kaffeefahrten, reicht sicherlich eine Kühltasche aus, um Getränke und Speisen frisch zu halten. Doch mit dieser Beispielrechnung können Sie bequem hochrechnen, wie der ungefähre Stromverbrauch sein wird, wenn Sie alle von Ihnen geplanten Stromabnehmer in Ihren Camper einbauen. Daraus können Sie schlussfolgern, welche Leistung die Bordbatterie Ihrer 12-Volt-Anlage haben sollte und, ob Sie notfalls mit einer anderen Energiequelle wie zum Beispiel einer Solaranlage nachrüsten müssten. Die Beispielrechnung des Stromverbrauchs hilft bei dieser Entscheidung sicherlich weiter.


