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Bauweisen beim Wohnwagen

Hymer Sporting Jive 560 AussenansichtDie Ursprünge der Wohnwagenfertigung begannen mit einem Holzfachwerk in welchem eine Styroporisolierung integriert war. Diese Bauweise hat sich über viele Jahre hinweg am Markt etabliert und auch bei Wohnmobilen durchgesetzt. Mit der technischen Weiterentwicklung und den gestiegenen Ansprüchen an die Freizeitfahrzeuge, haben die Wohnwagenhersteller jedoch Alternativen gefunden und bieten mittlerweile auch holzfreie Aufbauten an (Vollsandwichplatten).

Bei hochwertigen Caravans wird im Wesentlichen nur in Boden, Dach und Wänden auf den Werkstoff Holz verzichtet.

Diese bestehen stattdessen aus hochfestem, geschlossenzelligem Isoliermaterial mit aufgeklebter Verblechung und Innenverkleidung, natürlich vollflächig verklebt. Innenwände und Möbel werden wohl auch weiterhin im wohnlichen Holzambiente gehalten sein. Die Wände werden, wo bspw. Schrauben angebracht werden sollen, mit festen Schäumen eingelegt.  Die Außenseite besteht in der Regel aus Metall oder Kunststoff.

Günstigste Bauweise - Fachwerk-Sandwich

Nichtsdestotrotz ist die Fachwerk-Sandwich-Bauweise die noch am weitesten verbreitete Bauweise beim Wohnwagen, da auch am günstigsten. Hier bestehen die selbsttragenden Wände aus einem Holzfachwerk, welches mit Isoliermaterial meist Styropor (Polystyrol) ausgefüllt ist. Um Fenster, Türen oder auch Möbel bei diesem Aufbau zu befestigen, werden vorab Holzverstärkungen oder gar Metallgitter im Holzfachwerk eingearbeitet. Dies geschieht auch in den Bereichen, an welchen Wände, Dach und Boden zusammengefügt werden. Die Außenwände sind in der Regel mit Aluminiumblech oder Kunststoff verblankt und mit Glasfaser verstärkt. Die Innenwände hingegen werden mit dünnem Sperrholz verkleidet. Die hohe Stabilität bekommt der Aufbau durch das Pressen von Wänden und Dach - unter Zugabe von viel Kleber. Auch der Boden des Wohnwagen ist auf diese Weise gefertigt, um nach unten gegen Kälte zu isolieren. Die Isolationswerte sind in der Regel in Ordnung.

Nachteile von Holz im Aufbau

Wer schon einmal Probleme mit dem Holz in seinem Aufbau hatte, weiß worum es geht und wie hart der Kampf dabei ist. Denn der größte Feind von Holz im Wohnwagen, ist Feuchtigkeit. Sei es der Unterboden oder die Wand. Wenn hier nicht regelmäßig nachbehandelt oder auf Feuchtigkeit geprüft wird, kann es schnell zum Verrotten und Schimmeln des verbauten Holzes kommen. Ist das erst einmal passiert, ist es meist zu spät und eine Rettung des geliebten Wohnwagens wenn überhaupt nur mit einer Grundsanierung möglich.

  • Feuchtigkeitsschäden können zu Verrottung oder Schimmel führen
  • Stetige Kontrollen und evtl. Nachbehandeln gehören hier zur Routine
  • Die Grundsanierung ist oft die letzte Rettung

Werkstoffe und Materialien in der Bauweise beim Wohnwagenbau 2.0

Heutzutage gibt es eine Vielzahl an Werkstoffen, die statt Holz zum Einsatz kommen. Oft ermöglichen bestimmte Materialien dank ihrer Festigkeit das Weglassen bisher nötiger Gerippe oder Verstrebungen und sorgen so noch für ein geringeres Gewicht im Aufbau.

Fertigung der Außenhaut

Bei der Fertigung der Außenhaut können verschiedene Materialien aber auch Kombinationen daraus eingesetzt werden. Hier kommt es vor allem auf den Hersteller und die Preiskategorie an. Gerade bei Wohnwagen, welche nur für eine Nutzung bei wärmeren Temperaturen (nicht im Winter bei Minusgraden) gedacht sind, ist die Fertigung hier meist einfacher.

01Aluminium: in der Regel eine glänzende, lackierte Oberfläche. Der große Vorteil: das Material ist recyclingfreundlich und leicht. Dafür reagiert es jedoch empfindlich auf kleine Kratzer und Beulen und kann auch vom sogenannten Alufraß, der Korrosion also, heimgesucht werden. Weitere Anwendung: Profilleiste an Aufbaukanten oder für Seitenschürzen Verwendung. Eher seltener wird es als tragende Struktur in den Wänden eingesetzt. Das Material wird auch als Hammerschlagblech bezeichnet und wirkt oft wie gedengelt.

02Glattblech: ebenfalls aus Aluminium gefertigt. Im Gegensatz zum Hammerschlagblech aber dicker und somit schwerer. Der Vorteil: Beulen können leicht gespachtelt und geschliffen werden.

03GfK: beim glasfaserverstärkter Kunststoff ist ein Verbeulen durch Hagel kaum mehr möglich. Dafür erhöht sich aufgrund des schwereren Werkstoffes jedoch das Gewicht. Pflege des Werkstoffes nötig (sonst zum Ausbleichen oder Verfärben). Ein Vorteil des Werkstoffes ist auf jeden Fall die Reparaturfreundlichkeit und die geringeren Kältebrücken bei einer GfK-Sandwichbauweise. Nachteil: Risse im sogenannten Gelcoat (Deckschichtharz für eine glatte Oberfläche) einer reinen GfK-Außenwand beeinträchtigen die Dichtigkeit. Weitere Anwendung: Große Formteile wie beispielsweise der Bugmaske bei integrierten Wohnmobilen.

Holz als tragendes Fachwerk

Oft verwendet werden Nadelholzplatten verwendet. Weitere Anwendung: Befestigung von Türen und Fenstern, als Kante zur Verschraubung von Aufbauplatten genutzt werden. Als Innenabschluss der Wand oder aber auch als Innen- und Außenseite der Bodenplatte wird gerne Sperrholz verwendet.

Mögliche Isolierungen bei der Bauweise beim Wohnwagen

Die Isolierungen bei Wohnwagen sind genauso vielfältig wie beim Wohnmobil und sind in der Regel vom Hersteller sowie der Preiskategorie des Caravans abhängig.

01EPS: expandiertes Polystyrol oder besser bekannt als Styropor. Sehr leicht und vor allem günstig im Einkauf. Nachteil:nimmt Wasser auf.

02PU: auch Polyurethan ist aufgeschäumt ein besonders stabiler und sehr effizienter Werkstoff hinsichtlich seiner Isoliereigenschaften. Großer Nachteil: PU ist in der Produktion sehr aufwendig. Weitere Anwendung: als feste, verrottungsbeständige Leisten an Plattenkanten (Erhöhung der Stabilität zum Verschrauben oder Verkleben).

03Tiefziehteile: Teile aus PS (Polystyrol) oder ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol) werden im Vakuum-Tiefziehverfahren geformt und dienen oft als Schürzen oder Lampenträger in Wohnmobilen.

04XPS: exstrudiertes Polystyrol, ist in der Regel besser bekannt als Styrofoam, Styrodur oder RTM-Schaum. Im Vergleich zu herkömmlichem Styropor ist das Material meist bläulich eingefärbt, steif und wenig druckempfindlich. Großer Vorteil dieses Isolationsmaterials ist, dass es dank seines geschlossenen Zellgefüges praktisch kein Wasser aufnehmen kann.

Die verschiedene Bauweisen bei Wohnwagen im Überblick

Bei den Bauweisen stehen den Herstellern grundsätzlich zwei Möglichkeiten zur Verfügung: die Sandwichbauweise und die Doppelbodenbauweise, wobei sich diese gegenseitig nicht ausschließen.

Sandwichbauweise

Technik im Wohnmobilbau, bei der Wand-, Dach- oder Bodenplatten aus unterschiedlichen Materialien möglichst fest miteinander verbunden werden. Die Materialien werden verklebt oder gepresst, wodurch eine stabile Platte entsteht. Meist wird hier auf drei Komponenten zurückgegriffen:

  • Wetterfeste Außenhaut
  • Isolierschicht
  • Innenwand mit Verkleidung

Doppelboden Bauweise

Doppelter Boden in welchem nicht nur die Bordtechnik untergebracht werden. Er dient auch als zusätzlicher Stauraum. Nennenswerten Nachteil bei dieser Bauweise gibt es nicht. Im Gegenteil: durch diese Bauweise wird die Isolierung des Wohnmobils für den Wohnraum und die Wasseranlage erhöht. Zudem steigt damit die gesamte Stabilität des Fahrzeuges.

Herstellung eines Wohnwagen

Wer es genau wissen möchte, kann sich einmal die Fertigung eines Wohnwagen näher ansehen: alles beginnt mit Sperrholzplatten auf welchen Leisten aufgelegt und befestigt werden. Auf dieses sogenannte Fachwerk werden Dämmschaumplatten zur Isolation aufgelegt. Darauf kommt Klebstoff, der auch gleichzeitig in die Hohlräume eindringt, und die aufgelegten Aluminiumbleche (ein- oder zweiteilig) fixiert. Die gesamte Konstruktion kommt nun die Presse in welcher sie mit 20 Tonnen und bei 60 Grad gebacken wird. Die Ausschnitte werden erst danach gefräst. Oft werden für Dächer und Wände Fertigteile verwendet, die mit vorverlegten Stromkabeln geliefert werden. Die Wände werden mit dem Boden verbunden. Auch Möbelteile werden bisweilen mit dem Boden verschraubt und dienen als Skelett zur Stabilisierung. Erst wenn alle Möbel eingebaut sind, wird das Dach aufgesetzt und befestigt. Überstehendes Alublech wird über die Front gebogen. Bei Varianten mit lose verlegten Dachflächen wird im ersten Schritt die Dachisolation aufgelegt. Erst dann kommt das schützende Außenblech darüber.

 

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