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Die Gasanlage im Wohnwagen - für mehr Autarkie

gasflasche stahlEine Gasanlage im Wohnwagen ist heutzutage sehr oft zu finden. Gas wird nicht nur zum Kochen eingesetzt, sondern kann auch als Energiequelle für die Heizung oder andere Verbraucher dienen. Doch auch wenn der Umgang mit Gas im Camperleben beinahe alltäglich ist, sollten die Gefahren einer Gasanlag im Wohnwagen nicht unterschätzt werden. Hier birgt nicht nur das unbemerkte Austreten von Gas ein Risiko, sondern auch eine undichte oder nicht sachgerecht eingebaute Gasinstallation. Gerade deswegen ist die gesetzlich vorgeschriebene, zweijährliche Überprüfung der Gasanlage nicht nur eine lästige Pflicht, sondern für die eigene Sicherheit. Im Wohnwagenbereich werden in der Regel zwei Gasarten verwendet: Propan oder Butan. Der Betriebsdruck bei Wohnwagen wurde auf 30 mbar festgesetzt.

Die eigene Sicherheit ist stets das Wichtigste

Wer bei seinem gekauften Wohnwagen eine Gasanlage besitzt, sollte diese vor Inbetriebnahme auf offensichtliche Mängel überprüfen oder überprüfen lassen. Auch der Gaskasten sollte einmal unter die Lupe genommen werden. Dieser muss nicht nur ins Fahrzeuginnere abgedichtet sein und über eine dichte Tür verfügen, sondern auch ein ausreichend großes Entlüftungsloch (100 Quadratzentimeter) besitzen. Ebenso darf hier keinerlei Elektrik verbaut sein. Wichtig ist auch, dass die Gasanlage über mehrere Sicherheitsstufen verfügt. Hier ist nicht nur ein Ventil an den Gasflaschen (meist im Druckregelgerät enthalten) und am Verbraucher selbst sinnvoll. Ein zusätzliches Ventil in der Zuleitung erhöht die Sicherheit ebenfalls. Eine leicht zu erreichende Hauptabsperrvorrichtung für die schnelle Abschaltung der kompletten Anlage ist Pflicht.

Eigeninstallation oder Wartung von Gas

Wer seine eigene Gasanlage verbauen oder die bestehende Anlage warten möchte (bspw. sollten die Gasschläuche alle 10 Jahre getauscht werden), sollte über ausreichend Erfahrung mit solchen Anlagen besitzen. Ist man sich unsicher, sollte man lieber einen Fachmann zu Rate ziehen. Zu klären ist auch, ob man die Arbeiten überhaupt selbst vornehmen darf oder ob dies durch eine autorisierte Fachwerkstatt erledigt und bestätigt werden muss. Beim Wohnmobilausbau muss die Gasanlage bspw. durch eine solche eingebaut, geprüft und abgenommen werden. Nur mit der dabei erhaltenen Bescheinigung kann der TÜV die Anlage prüfen und selbst abnehmen.

Gasflaschen nachfüllen oder entsorgen

Greift die Gasanlage auf die klassischen Gasflaschen zurück, werden hier in der Regel 11 kg Flaschen verwendet. Auch beim Wohnwagen gibt es klare Regeln: in einem Gaskasten dürfen maximal zwei 11 kg Flaschen untergebracht werden. Bei einem Flaschenschaft ist es sogar nur eine 5 kg Flasche. Die Flaschen selbst müssen geprüft und zugelassen sein, was bei einem Tausch an entsprechenden Anlaufstellen wie dem heimischen Baumarkt in der Regel der Fall ist. Meist werden leere Gasflaschen gegen volle getauscht. Hat man eine eigene Flasche erworben, ist auch das Nachfüllen an bestimmten Anlaufpunkten möglich.

Hier muss man jedoch selbst darauf achten, dass das Prüfdatum der Flasche nicht verfällt. Zwar dürfen abgelaufene Flaschen noch genutzt, jedoch nicht mehr befüllt werden.

Wer seine Gasflasche entsorgen möchte, kann diese an vielen Stellen wie Baumärkten meist zurückgegeben werden, wobei das hinterlegte Pfand wieder ausgezahlt wird. Handelt es sich bei den Flaschen um Eigentumsflaschen, müssen diese vom Baumarkt nicht zurückgenommen, können aber je nachdem zurückgekauft werden. Eine Pflicht die Flaschen zurückzunehmen besteht nicht, oft ist die Rücknahme auch an den vorausgehenden Kauf einer Flasche in diesem Markt gebunden. Hier sollte man sich vorab erkundigen, wie es beim heimischen Baumarkt abläuft.

Alternativen zum Gas im Wohnwagen

Kartuschenkocher EvergreenMöchte man in seinem Wohnwagen keine Gasanlage verbaut haben, aus welchen Gründen auch immer, kann diese einfach stillgelegt oder ausgebaut werden. Möchte man dennoch weiterhin Kochen, gibt es zum einen die Möglichkeit Gasflaschen – unter bestimmten Vorschriften – außerhalb des Wohnmobils zu nutzen. Sehr beliebt sind auch sogenannte Kartuschenkocher, die keinen festen Gasanschluss benötigen und mobil eingesetzt werden können. Wer komplett auf Gas verzichten möchte, kann auf Spirituskocher oder elektrisch betriebene Varianten zurückgreifen.

Gefahren bei Gas im Wohnwagen entgegenwirken

Wer eine Gasanlage im Wohnwagen nutzt, muss nicht nur für eine ausreichende Belüftung sorgen – auch hier gibt es gesetzliche Vorschriften. Zudem ist das Anbringen von Hinweisschildern, die auf das notwendige Lüften hinweisen und das Heizen mit den Kochstellen untersagen, notwendig. Denn im Falle eines Falles kann es zu einem unbemerkten Austreten von Gas kommen und hier lauern zwei Gefahren: Schwindel und Benommenheit bis hin zum Tod, aber auch das Entzünden des Gases. Auch beim Kochen selbst besteht Gefahr. Durch die Verbrennung entsteht Kohlendioxid. Reichert sich die Luft damit an ohne dass gelüftet wird, drohen auch hier Ohnmacht und Vergiftungsgefahr, weshalb eine ausreichende Belüftung stets empfehlenswert ist.

An die eigenen Sicherheit denken:
Für ausreichend Belüftung sorgen
Anbringen von entsprechenden Hinweisschildern
Auch beim Kochen immer gut lüften

Die Gasanlage muss nicht nur nach dem Einbau und nach jeder durchgeführten Veränderung überprüft werden. Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Gasprüfung alle zwei Jahre. Diese muss von einem DVFG-anerkannten Sachkundigen durchgeführt werden. Wer diese nicht durchführen lässt, besteht die Hauptuntersuchung des Wohnwagens nicht. Auch der falsche Transport von Gasflaschen kann bereits geahndet werden. Hier liegt dann ein Verstoß gegen die Bestimmungen der Gefahrengutverordnung vor. Weiterer Grund die Gasanlage in den vorgeschriebenen Zeitabständen prüfen zu lassen: bei nicht sachgerechter Führung und Prüfung kann es Probleme mit der Versicherung geben. Ganz abgesehen davon, dass man sich und seine Mitfahrer in unnötige Gefahr bringt.

Besitzt man Gas im Wohnwagen, sollte man nicht nur die Annehmlichkeiten nutzen, sondern auch seiner Pflicht nachgehen und für die eigene Sicherheit und die der Insassen sorgen. Ist die Gasanlage in einem gepflegten Zustand, wird jeder Urlaub dank der selbstgekochten Speisen, kühlen Getränke und wohligen Wärme im Winter sicher zum einzigartigen Erlebnis.