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Stützlast und Anhängelast beim Wohnwagen - unbedingt beachten

Hat man sich für einen Wohnwagen entschieden, muss man nicht nur abklären ob man diesen mit dem eigenen Führerschein bewegen darf und ob das Zugfahrzeug geeignet ist. Auch die zulässige Stützlast und Anhängelast muss eingehalten. Wer mit dem Caravan sicher unterwegs sein möchte, sollte einige Punkte vor und während der Fahrt beachten, um die Fahrstabilität des Gespanns zu erhöhen:

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Maßnahmen zur Erhöhung der Fahrstabilität:
Stabilisierungseinrichtung nachrüsten (fettfreier Kupplungskopf)
Starke Federn und intakte Stoßdämpfer beim Zugfahrzeug (Reifendruck anpassen)
Zulässige Stützlast ausnutzen
Seitenwindgefährliche Situationen meiden
Gerade im Gefälle das Aufpendeln des Gespanns verhindern
Schwere Gegenstände lieber in den Kofferraum des Zugfahrzeuges laden
Zulässiges Gesamtgewicht und zulässige Achslast des Wohnwagens nicht überschreiten
Wohnwagen sicher beladen

Wer diese Punkte beachtet ist meist sicher unterwegs im Campingurlaub. Was aber ist die Stützlast und worin liegt der Unterschied zur Anhängelast?

Im Überblick

Stützlast: Wenn man sich mit der Stützlast befasst, sollte man darauf achten, dass man beide Stützlasten im Auge haben muss: die des Wohnwagens genauso wie die des Zugfahrzeuges.

Anhängelast: Die Anhängelast bezieht sich auf das Zugfahrzeug und ist in den Papieren dessen zu finden. Sie gibt Auskunft darüber welche Last das eigene Fahrzeug ziehen darf und muss natürlich zum gewünschten Wohnwagen passen.

Was ist die Stützlast und warum ist sie wichtig?

Unter der Stützlast versteht man die Kraft, die auf die Anhängevorrichtung des Zugfahrzeuges wirkt, also die Belastung des Kupplungspunktes. Die Stützlast wird vom Fahrzeug- oder Wohnwagenhersteller auf Basis der Lastverteilung auf den Achsen und dem Kupplungspunkt berechnet und angegeben.

Stützlast:
Kraft, welche auf die Anhängevorrichtung des Zugfahrzeuges wirkt
Anders gesagt: die Belastung des Kupplungspunktes

Gefahren bei einer zu hohen oder zu niedrigen Stützlast beim Zugfahrzeug

Hymer Eriba Nova Light 450 AussenÜberschreitet man die angegebene maximale Stützlast des Zugfahrzeuges, kann dies schlimme Folgen haben. Nicht nur, dass die Hinterachse überlastet wird. Auch die Vorderachse wird dadurch unzulässig entlastet. Insgesamt kommt es zu einer übermäßigen Beanspruchung der Anhängevorrichtung und der Montagepunkte. Bei einer zu niedrigen Stützlast ist der Effekt genau umgekehrt.

Gefahren bei einer zu hohen oder zu niedrigen Stützlast beim Wohnwagen

Wird die maximale Stützlast des Wohnwagens überschritten kann es aufgrund einer unzulässigen Überlastung der Kugelkupplung oder Deichsel zu einem Materialversagen (Bruch) kommen. Wird die Stützlast weit unterschritten, droht die Gefahr einer übermäßigen Zugbelastung von Kugelkupplung und Deichsel.

Insgesamt erhöht sich bei allen Varianten und Kombinationen die Unfallgefahr, da die Fahrstabilität des Gespanns verringert wird.Möchte man also wissen, ob der eigene PKW den Caravan ziehen darf, lohnt sich ein Blick in die Fahrzeugpapiere, genauer in den Fahrzeugschein. Die hier angegebene Stützlast (Nummer 28 gebremst und Nummer 29 ungebremst) bei PKW liegt meist zwischen 50 und 100 kg und sollte nicht überschritten werden. Laut StVZO § 44 ist für PKW-Gespanne eine Mindeststützlast von 4 % des tatsächlichen Gesamtgewichts des Anhängers vorgeschrieben. Sie muss 25 kg aber nicht überschreiten. In der Regel findet man die maximale Stützlast auf einem extra angebrachten Schild am Zugfahrzeug und am Wohnwagen.

Möchte man die tatsächliche Stützlast des Wohnwagens ermitteln, kann diese mit einer Waage einfach ermittelt werden, indem die Kugelkupplung des Wohnwagens auf ein Vierkantholz oder ein Rohr gestellt und darunter eine Waage positioniert wird.

Wichtig - stets beide Stützlasten beachten

Wenn man als Wohnwagenfahrer von der Stützlast spricht, muss man eben immer zwei Werte im Auge haben: die Stützlast des Wohnwagens und die des Zugfahrzeuges. Wichtig ist, dass die niedrigere Stützlast nicht überschritten werden darf. Das bedeutet, wenn das Zugfahrzeug beispielsweise eine Stützlast von 75 kg aufweist, der Wohnwagen jedoch 100 kg, darf dieser zwar gezogen werden, jedoch darf auch dessen Stützlast 75 kg nicht überschreiten. Da heißt es Wohnwagen richtig beladen, sodass die tatsächliche Stützlast maximal so hoch ist wie die Stützlast des Zugfahrzeuges. Wer einen Wohnwagen mit einer höheren Stützlast besitzt und diese nutzen möchte, kann unter bestimmten Voraussetzungen die Stützlast seines Fahrzeuges erhöhen lassen. Diese wird dann im Fahrzeugschein unter der Nummer 33 eingetragen und ist oft an eine Steigungsbegrenzung gebunden.

Auch die Anhängelast muss bei Kauf beachtet werden

Die Anhängelast des Zugfahrzeuges gibt Auskunft darüber, welche Last das Fahrzeug ziehen darf. Dabei darf diese weder das Gesamtgewicht des Zugfahrzeuges noch die vom Hersteller angegebene Werte überschreiten. Bei ungebremsten Wohnwagen müssen besondere Bedingungen erfüllt sein. So brauch das Zugfahrzeug hier eine Allradbremse und der Wohnwagen darf maximal eine Achse haben. Die Anhängelast darf maximal die Hälfte des um 75 kg erhöhten Leergewichts des Fahrzeuges betragen (maximal jedoch 750 kg).

Anhängelast bei ungebremsten Wohnwagen = (Leergewicht Zugwagen + 75 kg) / 2 = max. 750 kg

Die genaue Definition der Anhängelast ist nicht vorgegeben, wird aber in der Regel mit der am Anhänger zu messende Achslast im angekuppelten Zustand erläutert. Das bedeutet, dass die Stützlast zum tatsächlichen Gewicht des Wohnwagens addiert werden darf.

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Ausnahme der Anhängelast bei Geländewagen

Die Höhe der Anhängelast bei Geländewagen ist laut der Richtlinie 92/21 EWG vorgegeben. Diese gilt für Geländewagen, die nicht als LKW zugelassen sind und besagt, dass sie maximal das 1,5 fache des eigenen Gewichts (max. 3.500 kg) ziehen dürfen. Dafür müssen folgende Punkte erfüllt sein:

  • Allradantrieb (darf abschaltbar sein)
  • Differentialsperre o. ä.
  • Steigfähigkeit mind. 30 % ohne Anhänger

Und mindestens 5 der nachfolgenden Bedingungen

  • Vorderer Überhangwinkel > 25 Grad
  • Hinterer Überhangwinkel > 20 Grad
  • Rampenwinkel > 20 Grad
  • Bodenfreiheit Vorderachse > 180 mm
  • Bodenfreiheit Hinterachse > 180 mm
  • Bodenfreiheit zwischen den Achsen > 200 mm

Nichtdestotrotz bleibt die Frage, welchen Wohnwagen darf ich mit einem PKW ziehen. Beispielsweise ist es theoretisch gestattet einen Wohnwagen mit 1.300 kg zu ziehen auch wenn die Anhängelast des Zugfahrzeuges nur 1.000 kg beträgt. Hier muss der Wohnwagen eben mit 300 kg weniger beladen werden. Ausschlaggebend ist in diesem Falle das reine Betriebsgewicht (Leergewicht + Ladung) des Wohnwagens, welches nicht über der Anhängelast liegen darf.

Rechenbeispiele für die Anhängelast

Hier finden Sie nun ein paar Rechenbeispiele, welche den Unterschied zwischen dem zulässigen Gesamtgewicht des Wohnwagens und der möglichen Anhängelast des Zugfahrzeuges verdeutlichen sollen. Auch die Stützlast des Wohnwagens muss hier berücksichtigt werden. Wichtig: das zulässige Gesamtgewicht des Wohnwagens, darf nicht überschritten werden! Die zulässige Anhängelast des Zugfahrzeuges darf maximal um die angegebene Stützlast überschritten werden. Betrachtet man nun das Zugfahrzeug erkennt man, dass hier folgende Kräfte wirken:

Kräfte, welche auf das Zugfahrzeug wirken:
G(Z) das tatsächliche Gewicht des Zugfahrzeuges
A(ZV) die tatsächliche vordere Achslast des Zugfahrzeuges
A(ZH) die tatsächliche hintere Achslast des Zugfahrzeuges
A(Z) die tatsächliche Anhängelast des Zugfahrzeuges

Beim Wohnwagen wirken diese Kräfte:

Kräfte, welche auf den Wohnwagen wirken:
G(A) das tatsächliche Gewicht des Wohnwagens
A(A) die tatsächliche Achslast des Wohnwagens
S(A) die Stützlast des Wohnwagens

Hängt man den Wohnwagen an das Zugfahrzeug wird deutlich, dass die Stützlast nun den PKW belastet. Möchte man berechnen, ob das Ziehen möglich ist oder nicht, muss man stets zwischen gemessenen Werten am Wohnwagen und Fahrzeug und den theoretischen Werten aus den Fahrzeugpapieren unterscheiden, wobei letztere nicht überschritten werden dürfen.

Rechenbeispiel 1: Zulässiges Gesamtgewicht des Wohnwagens < zulässige Anhängelast des Zugwagens

Zulässiges Gesamtgewicht Wohnwagen = 1.100 kg
Zulässige Anhängelast: 1.200 kg, zulässige Stützlast: 75 kg

Somit darf das Gewicht des Wohnwagens maximal 1.100 kg betragen und darf nicht um die Stützlast höher beladen werden (da sonst das zGG überschritten werden würde).

Rechenbeispiel 2: Zulässiges Gesamtgewicht des Wohnwagens = zulässige Anhängelast des Zugwagens

Zulässiges Gesamtgewicht Wohnwagen = 1.200 kg
Zulässige Anhängelast: 1.200 kg, zulässige Stützlast: 75 kg

Auch hier darf der Wohnwagen maximal 1.200 kg wiegen und nicht um die Stützlast erhöht  werden.

Rechenbeispiel 3: Zulässiges Gesamtgewicht des Wohnwagens > zulässige Anhängelast des Zugwagens

Zulässiges Gesamtgewicht Wohnwagen = 1.300 kg
Zulässige Anhängelast: 1.200 kg, zulässige Stützlast: 75 kg

Hier darf das tatsächliche Gewicht des Wohnwagens 1.275 kg betragen, da der Caravan um die Stützlast höher belastet werden darf. Grund hierfür ist, dass damit sein zulässiges Gesamtgewicht nicht überschritten wird.

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Wenn man sich etwas mit dem Thema Stützlast und Anhängelast beim Wohnwagen beschäftigt, merkt man schnell, dass es hier einige Dinge zu beachten gibt. Nicht nur in Punkto „was ist gesetzlich erlaubt und was nicht", sondern auch wenn es um die Sicherheit geht. Wer bereits den neuen Führerschein besitzt und hier nur die Prüfung für die Klasse B absolviert hat, sollte zudem prüfen, ob er das Gespann überhaupt bewegen darf (mehr Infos zum Thema Führerschein und Gewicht gibt es hier).

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