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Die gängigsten Materialien bei Zelten

Zelt Hilleberg Altai XP EXTHeutzutage bestehen Zelte nicht mehr wie früher aus Holzgestängen und Tierfellen. Die Hersteller gingen mit der Zeit und bieten eine Vielzahl an Zelten welche den verschiedensten Ansprüchen genüge leisten. Sei es der einfache Campingurlaub im warmen oder Expeditionen bis über die Baumgrenze, heutzutage findet jeder Zeltliebhaber das passende Nachtlager. Welche Materialien verwenden die Hersteller aber für Ihre Zelte? Diese Frage lässt sich nicht im Allgemeinen beantworten. Denn das hängt natürlich von der jeweiligen Preiskategorie und Qualität des Zeltes ab.

Gestänge aus Fiberglas, Alu und Co.

Grundsätzlich wird das Zeltgestänge heute aus verschiedenen Materialien wie Fiberglas, Aluminium, Aluminiumlegierungen, Stahl, Carbon oder Featherlite hergestellt. Diese unterscheiden sich nicht nur in ihrer Qualität, also ihrer Bruchsicherheit und Biegsamkeit, sondern auch vor allem durch ihren Einsatz beim Aufbau. Fiberglasgestänge wird beispielsweise durch Verbindungshülsen am Zeltäußeren eingeführt. Dies sieht nicht nur suboptimal aus, sondern erschwert auch den Aufbau. Aluminiumlegierungen werden im Gegensatz dazu durch Verbindungshülsen im Inneren des Zeltes geführt, so dass die Außenseite unberührt und somit glatt bleibt. Es gibt mittlerweile aber auch Systeme, die überhaupt keine Steckhülsen mehr benötigen.

Materialien für Außenzelt, Innenzelt und Zeltboden

Meistens werden für das Außen-, Innenzelt und den Zeltboden verschiedene Materialien verwendet. Das hängt damit zusammen, dass der Boden beispielsweise viel stärker belastet wird, als die Außenhaut und des Zeltes und daher aus einem festerem Material gefertigt sein muss.

Gängige Materialien bei Zelthäuten

01Baumwolle: Baumwolle als Außenzelt ist sehr atmungsaktiv und wasserdicht. Eine Imprägnierung des Materials ist möglich, aber nicht zwingend nötig. Wenn Baumwolle feucht wird, dehnt sich das Gewebe aus und schließt die Poren. Dadurch wird der Stoff wasserundurchlässig. Das Material ist zwar sehr langlebig und UV-beständig, kann aber dennoch verrotten. Auch das Gewicht und die Trocknungszeit liegt deutlich über dem von Kunststoffgeweben.

02Nylon (Polyamid): Wird gerne für den Zeltboden herangezogen, da er eine sehr hohe Reiß- und Scheuerfestigkeit sowie Elastizität besitzt. Zudem ist das Material sehr leicht im Vergleich zu Polyester. Zwar verrottet das Gewebe nicht, dafür dehnt sich bei Feuchtigkeit aber aus, was beim Einsatz als Außenzelt ein Nachspannen des Zeltes von Nöten macht. Auch die UV-Beständigkeit lässt zu wünschen übrig. Eine Sonderform ist der RipStop Nylon. Hier werden alle 5mm starke Schuss- und Kettfäden eingenäht, wodurch sich bei gleichbleibendem Gewicht die Reißfestigkeit erhöht. Dadurch wird zudem die Dehnung bei Feuchtigkeit minimiert. Auch Risse verlaufen nicht mehr ungebremst durch den gesamten Stoff, sondern gehen lediglich bis zum nächsten stärkeren Faden. Das Material wird unbeschichtet als Innen- und beschichtet als Außenzelt verwendet.

03Polyester:Besitzt eine hohe Reiß- und Scheuerfestigkeit. Bei hoher Qualität dehnt sich das Material bei Feuchtigkeit nicht mehr aus. Weiteres Plus: keine Verrottung und eine relativ hohe UV-Beständigkeit. Großer Nachteil sind die Flattergeräusche bei Wind. Auch das Gewicht ist höher als bei Nylon. Im Zeltinneren ist es durch Polyester meist dunkler.

Welche Beschichtungen sind möglich?

Baumwolle wird als Außenzelt nur noch selten eingesetzt. Eine weitere Behandlung des Stoffes ist aber nicht nötig. Ein Imprägnieren kann erfolgen, ist aber kein Muss. Zeltbahnen aus Kunststoff hingegen müssen beschichtet werden, sofern sie wasserdicht sein sollen. Der große Nachteil: ist die Beschichtung einmal weg, kann diese nicht mehr aufgefüllt werden (Baumwollzelte können nachimprägniert werden).

Mögliche Beschichtungen bei Zeltstoffen

Material
Vorteile
Nachteile
PVC
Preiswert
Schwächt das Trägergewebe, schwer, Steifheit bei Kälte, geringe UV- und Alterungsbeständigkeit, nicht umweltfreundlich.
Acryl
Preiswert
Schwächt das Trägergewebe, bricht bei Kälte.
PU (Polyurethan)
Gute Abdichtung, auch bei Kälte weich und geschmeidig, hohe Stichfestigkeit, tapen möglich, UV-beständig.
Schwächt Trägermaterial (nur dünne Beschichtung möglich).
Silikon
Erhöhung der Reißfestigkeit des Trägergewebes, sehr gute UV-Beständigkeit, dauerhaft, elastisch.
Wenig abriebfest, kein tapen möglich, geringe Druckwasserdichte, teuer.

Je nachdem welche Anforderungen man an sein Zelt stellt, sollte man sich vor dem Kauf genau erkundigen, welche Materialien zum Einsatz kommen und wo jeweils die Vor- und Nachteile liegen. So kann man böse Überraschungen im ersten Camping- oder Expeditionsurlaub vermeiden und muss aber auch nicht unnötig viel Geld ausgegeben, wenn eine einfache Ausführung zweckdienlich ist.

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