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Batterie im Wohnmobil oder Wohnwagen - was man wissen sollte

batterie camperWer mit dem Wohnmobil oder dem Wohnwagen unterwegs ist, wird in der Regel eine Batterie im Urlaub dabei haben. Sei es die Fahrzeugbatterie (Starterbatterie) oder die Bordbatterie, mit welcher die 12-Volt-Verbraucher gespeist werden können.

Im Überblick

Wie funktioniert eine Fahrzeugbatterie?

Eine Batterie dient dazu Energie zu speichern und diese bei Bedarf abzugeben. Die Energie wird dabei in chemischer Form gespeichert. Eine 12-Volt-Batterie besteht aus insgesamt sechs Zellen, wobei jede Zelle 2 Volt aufweist. In jeder Batteriezelle befindet sich eine positive Platte (Bleioxid) und eine negative Platte aus Blei. Beide Platten befinden sich in einem Bad aus verdünnter Schwefelsäure. Wird die Batterie nun entladen (wird also ein Verbraucher angeschlossen oder der Motor gestartet) wird das Blei an der negativen Platte in Bleisulfat umgewandelt. Bei dieser chemischen Reaktion werden zwei Elektronen freigesetzt, die aufgrund ihrer negativen Ladung zur positiven Platte wandern. Durch diesen Vorgang fließt Strom. An der positiven Platte angekommen wandeln die beiden Elektronen das dortige Bleioxid mit Hilfe der Schwefelsäure in Bleisulfat und Wasser um. Aufgrund dessen sinkt die Säurekonzentration.

Möchte man die Batterie nun laden, wird dieser chemische Prozess umgekehrt: Bleisulfat wird in Bleioxid umgesetzt. Die frei werdenden Elektronen wandern zur negativen Platte und wandeln das dortige Bleisulfat wieder in Blei um, wobei Schwefelsäure freigesetzt wird. Dadurch steigt die Säurekonzentration wieder.

Wenn eine Batterie nun nicht vollständig geladen wird, bleibt ein Teil des entstandenen Bleisulfates erhalten. Langfristige Folge ist das Verkrusten der Bleisulfatschicht, wodurch die Batterie an Kapazität verliert. Eine Regeneration ist mit einer speziellen Ladetechnik nur teilweise möglich.

Batteriekapazität und Ladezustand

Die Batteriekapazität einer Batterie gibt Auskunft darüber, wie viel Ladung ein Akku beim Entladen mit konstantem Strom bis zum Erreichen der Entladeschlussspannung in eine bestimmten Zeitraum abgeben kann. Gemessen wird diese Ladung in Amperestunden (Ah). Die Batteriekapazität ist von verschiedenen Faktoren abhängig und somit nicht konstant. Beispielsweise spielt die Außentemperatur oder die Höhe des Stroms eine Rolle. Auf den am Markt erhältlichen Batterien ist stets die Nennkapazität bei vorgeschriebenen Randbedingungen angegeben.

  • 20 Grad Celsius Umgebungstemperatur
  • Entladung in 20 Stunden

Möchte man wissen wie viel die eigene Batterie ist, kann man die bestehenden Zusammenhänge zwischen der Batteriespannung, der Säuredichte und der Gefriertemperatur nutzen. Dabei ergeben sich zwischen den verschiedenen Batteriearten (Gel-, AGM-Batterie) Unterschiede. Mit nachfolgender Tabelle kann der Ladezustand der Batterie ermittelt werden. Wichtig: die Spannungswerte sollten erst zwei Stunden nach der letzten Ladung ermittelt werden. In diesem Zeitraum darf es zu keiner weiteren Ladung oder Entladung kommen. Die ausgewiesenen Werte gelten für eine Umgebungstemperatur von 20 Grad Celsius.

Ladezustand Batterie
Spannung Gelbatterie
Spannung AGM-Batterie
Spannung Nassbatterie
Säuredichte Nassbatterie
Gefriertemperatur Nassbatterie
100 %
12,95 V
> 12,80 V
12,60 V
1,26
- 56,5 °C
75 %
12,74 V
> 12,55 V
12,36 V
1,21
- 31,7 °C
50 %
12,54 V
> 12,30 V
12,10 V
1,16
- 17,9 °C
25 %
12,34 V
> 12,20 V
11,90 V
1,12
- 10,8 °C
0 %
12,10 V
> 12,00 V
11,80 V
1,05
- 7,7 °C

Batterielebensdauer

Die Lebensdauer einer Batterie wird nicht wie beim Menschen in Jahren angegeben, sondern mit Hilfe von Ladezyklen gemessen. Ein Ladezyklus entspricht dabei einer einmaligen, vollständigen Entladung durch die angeschlossenen Verbraucher und das Wiederaufladen der Batterie. Die Lebensdauer hängt dabei auch vom Entladungszustand ab. Wird eine Batterie mehr als 30 % entladen, sinkt die zu erwartende Lebensdauer. Dies erklärt auch die Herstellerangaben, welche bei einer Umgebungstemperatur von 25 Grad Celsius eine maximale Entladung von 50 % der Batterieleistung empfehlen. Im Allgemeinen sollte maximal die Hälfte der Amperestunden entnommen werden, besser sind so dimensionierte Batterien, dass nur 30 % entnommen werden.

Beispiel:

Beleuchtung mit 10 W
Wasserpumpe mit 5 W
TV, Sat-Anlage mit 20 W
Heizung/Boiler mit 50 W

Bezieht man noch die voraussichtliche Nutzungsdauer ohne Nachladung mit ein, erhält man den eigenen Stromverbrauch: (10 W x 12 h) + (5 W x 7 h) + (20 W + 1 h) + (50 W x 1 h) = 225

Geteilt durch die Spannung der Batterie: 225 Wh / 12 V = 18,75 Ah

Gehen wir von einer max. 30%-igen Entladung aus, sollte die Batterie eine Kapazität von 18,75 / 0,3 = 62,5 Ah aufweisen.

Mehr Leistung dank einer Parallelschaltung

Wer in seinem Wohnraum nicht nur eine, sondern mehrere Batterien verwendet, kann mit Hilfe einer Parallelschaltung eine höhere Gesamtleistung (Verdoppelung der Leistung) erzielen. Wichtig dabei ist, dass nur Batterien vom gleichen Typ verwendet werden. Auch die Leistung, das Alter und im Idealfall der Hersteller sollten übereinstimmen. Bei einer Parallelschaltung bleiben die 12 Volt der Batterie erhalten. Wer stattdessen 24 Volt wünscht, muss die Batterien in Reihe schalten – hier bleibt jedoch die Leistung gleich.

Verschiedene Batteriearten

Je nach Einsatzgebiet gibt es verschiedene Batterien, die richtig gewählt werden sollte, damit die volle Funktionsfähigkeit und eine lange Lebensdauer möglich ist.

  • Starterbatterie: für eine hohe, kurzfristige Stromabgabe (Motor starten); sehr dünne Bleiplatten in geringem Abstand (daher ist eine längere und stetige Stromabnahme zu vermeiden).
  • Zyklenfeste Industriebatterie: Lange und stetige Stromabgabe bei langjähriger Nutzung (Servicebatterie für Wohnmobile und Wohnwagen); Platten sind erheblich dicker.
  • Solarbatterie: auf Zyklierbarkeit und niedrige Selbstentladung ausgelegt (Sonderform der Blei-Säure-Batterie); nicht für Hochstromladung und Entladung geeignet.
  • Gelbatterien: Elektrolyt = Gel (lageunabhängiger und wartungsfreier Batterietyp); Ladeschlussspannung muss unter Gasungsspannung liegen; geschlossen mit Sicherheitsventil; hohe Lebensdauer, bessere Energieeffizienz, bessere Entladbarkeit bei Kälte, wartungsfrei, auslaufsicher, lange lagerbar, zyklenfest; hochwertige Ladetechnik mit Spannungsregelung notwendig.
  • Green Power und AGM-Batterie: Säure in Glasvlies gebunden; auslaufsicher, Betrieb in jeder Lage, hohe Rüttelfestigkeit; bei AGM-Batterien bleibt die Leistungsfähigkeit bei Überladung erhalten; schlechtere Hochstromeigenschaften.

Die richtige Handhabung und Pflege der Batterie

Wer lange Freude an seiner Batterie haben möchte, sollte einige Punkte bei der Handhabung und Pflege beachten. Vor der ersten Inbetriebnahme sollte die Batterie mind. 48 Stunden an einem geeigneten Ladegerät (falls nicht anders angegeben) geladen werden.

Hinweis: die am weitesten verbreitete Ladetechnik ist die Ladung mit IUoU-Kennlinie. Hier wird die Batterie zunächst mit dem Maximalstrom des Ladegerätes geladen. Nimmt die Ladung zu, steigt die Batteriespannung. Wird die Ladeschlussspannung erreicht, schaltet das Gerät auf die Konstantladungsspannung um – hier wird die Batterie nun mit einer Spannung etwas unter der Gasungsspannung geladen. Nach der vorher festgelegten Zeit schaltet das Ladegerät auf die Erhaltungsladungsspannung um.

Bei Säurebatterien sollte man darauf achten, dass ausreichend Flüssigkeit in der Batterie vorhanden ist. Daher sollte der Wasserstand regelmäßig kontrolliert werden. Liegt dieser unter dem Minimumwert muss die entsprechende Zelle mit destilliertem Wasser aufgefüllt werden. Wichtig: alle Deckel müssen wieder sauber verschlossen werden. Starterbatterien sind in der Regel wartungsarme Säurebatterien, bei denen die Zellen nicht mit Ventilen geschlossen sind.

Gel- und AGM-Batterien hingegen sind hermetisch abgeschlossen und müssen daher nicht auf den richtigen Wasserstand überprüft werden. Diese müssen dafür regelmäßig mit einem Ladegerät geladen werden, wobei das Ladegerät auf die Batteriesorte abgestimmt sein muss. Bei langen Standphasen des Fahrzeuges und damit der Batterie sollte die Batterie vollständig geladen und dann abgeklemmt werden. Idealerweise wird die Batterie ausgebaut und frostsicher gelagert. Vor der Inbetriebnahme in der nächsten Saison muss die Batterie ebenfalls wieder vollständig geladen werden.

Messung der Batterieleistung

Früher wurde der Leistungszustand einer Starterbatterie mit Hilfe der Messung der Säuredichte mit einem Säureheber gemessen. Da Gel- und AGM-Batterien geschlossen sind, ist dies nicht möglich. Alternativ kann die Batteriespannung nach dem Ladevorgang gemessen werden. So kann zwar die Spannung abgelesen werden, eine Aussage über den tatsächlichen Zustand der Batterie (Kapazität) ist jedoch nicht möglich. Hierfür sollten entsprechende Testgeräte genutzt werden.

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