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Entscheidend beim Wohnmobil und Wohnwagen: Führerschein und Gewicht

knaus box life 630 aussenWer vor der ersten Fahrt mit dem eigenen Wohnmobil oder Wohnwagen steht, stellt sich vielleicht die Frage gibt es einen eigenen Wohnmobilführerschein oder darf ich mit meinem Führerschein diesen Wohnwagen überhaupt ziehen? Hier haben wir für Sie alle Fakten zum Thema Führerschein und Gewicht zusammengetragen, sodass auch Sie schnell wissen, ob Sie das Gefährt bewegen dürfen oder nicht. Denn bei einem Verstoß drohen saftige Bußgelder.

Im Überblick

01Wohnmobilführerschein: Auch wenn es keinen eigenen Wohnmobilführerschein gibt, gilt es doch einiges zu beachten. Gerade Besitzer der neuen Führerscheinklasse B müssen hier das zulässige Gesamtgewicht beachten.

02Wohnwagenführerschein: Wer hier noch den alten Führerschein besitzt, kann sich glücklich schätzen. Doch auch wer nur den Führerschein der Klasse B (ohne die Ergänzung BE) besitzt, darf einen Anhänger ziehen. Es gelten jedoch Einschränkungen.

03Führerscheinänderungen seit 1999: Bis 1999 waren die Führerscheinklassen mit der Bezeichnung 3 und 2 bekannt. An deren Stelle traten die Klassen B und C. Doch was genau wurde geändert und was bedeutet es?

Gibt es einen Wohnmobilführerschein?

Auf die Frage, ob es einen eigenen Wohnmobilführerschein gibt, kann klar mit „Nein" geantwortet werden. Für kleinere Wohnmobile reicht der "normale" Führerschein aus. Wenn Sie in größere Wohnmobil-Dimensionen aufsteigen möchten, gelten die gleichen Fahrerlaubnisvoraussetzungen wie für LKW.

Die Straßenverkehrsordnung macht klare Ansagen, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um ein Fahrzeug größerer Bauart fahren zu dürfen. Zwar gilt ein Wohnmobil in der Regel als Kraftfahrzeug, denn es ist per Definition ein Fahrzeug, das mit einer Inneneinrichtung versehen ist, die zum Wohnen geeignet ist. Doch welches Fahrzeug Sie in welcher Gewichtsklasse bewegen dürfen, hängt ursächlich mit Ihrem Führerschein zusammen.

Wohnmobilführung abhängig vom Gesamtgewicht

Grundsätzlich gilt, dass Personen, die im Besitz des Führerscheins der Klasse B sind, ein Wohnmobil bis zu einem Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen lenken dürfen. Alle Wohnmobile darüber hinaus dürfen Sie ohne Zusatzqualifikation nicht fahren. Somit kommen für Führerscheininhaber der Klasse B lediglich Fahrzeuge in der Größe eines Wohnmobils auf Fiat Ducato-Basis und ähnliche in Frage.

Letztlich sind diese Reisemobile recht groß, sodass die Einschränkung auf den Erholungswert Ihres Urlaubes kaum Einfluss nimmt. Wenn Sie aber an ein größeres Fahrzeug gedacht haben, so müssen Sie zwingend einen Führerschein der Klasse C besitzen. Hierbei handelt es sich um den LKW-Führerschein, der Sie dazu berechtigt Fahrzeuge von über 3,5 Tonnen zu lenken. Der Führerschein der Klasse B ist für den Führerschein der Klasse C eine zwingende Voraussetzung.

Wichtig
1. Wer den Führerschein der Klasse B nach 1999 erhalten hat, darf nur Wohnmobile mit einem Gesamtgewicht von bis zu 3,5 Tonnen lenken.
2. Wer ein größeres Fahrzeug bewegen möchte, benötigt den LKW-Führerschein (Klasse C, Voraussetzung: Klasse B).
3. Besitzer des „alten" Führerscheins dürfen mit der Klasse 3 Fahrzeuge bis zu 7,5 Tonnen bewegen.

3,5 Tonnen als Maßstab für Reisemobilhersteller

Damit nun aber diese kleineren Fahrzeuge ebenso viel Komfort bieten wie Wohnmobile über 3,5 Tonnen, haben einige Reisemobilhersteller darauf reagiert und das Gesamtgewicht ihrer 3,5-Tonnen-Fahrzeuge reduziert. Dies ist sicherlich eine Möglichkeit, die Komfortansprüche der Kunden weiterhin zu befriedigen, birgt jedoch auch das Risiko der geringeren Zuladung. Das heißt, dass Sie Abstriche beim Gepäck machen müssen, um nicht über das zulässige Gesamtgewicht zu kommen. Denn laden Sie darüber hinaus, kann dies unangenehme Konsequenzen nach sich ziehen. Das geringste Übel in einem solchen Fall ist sicherlich ein Bußgeld. In vielen EU-Ländern achten die Ordnungshüter in Form von Verkehrskontrollen auf die Einhaltung des zulässigen Gesamtgewichtes. Die Bußgelder, die bei einer Zuwiderhandlung erfolgen, sind in der Regel hoch. Das weit größere Risiko jedoch, ist das eine Unfallrisiko in Folge von Überladung. Bei Überschreitung des zulässigen Gesamtgewichts kann sich das Fahrverhalten Ihres Fahrzeuges drastisch ändern. Insbesondere wirkt sich das zu Viel an Gewicht auf das Kurven- und Bremsverhalten des Wohnmobils aus.

Wohnmobilhersteller antworten Führerschein-Neuerung mit Leichtbauweise

Inzwischen verfolgen die Wohnmobilhersteller eine andere Strategie. Viele Produzenten sind dazu übergegangen ihre Fahrzeuge in Leichtbauweise zu fertigen. Durch die Verwendung von Leichtbaumaterialien reduziert sich das Gewicht eines Wohnmobils erheblich. So haben die Kunden trotz der neuen Führerscheinregelung die Möglichkeit auf recht große Wohnmobile mit viel Komfort zurückgreifen zu können. Eine zweite Variante ist die Verkleinerung der Bordvorräte. Dies bedeutet im Einzelnen kleinere Wassertanks und geringeren Batteriekapazitäten bei der Bordelektrik. Aber auch diese Einsparung ist verschmerzbar. Zwar muss man dann die Vorräte öfter auffüllen, aber das ist sicherlich gemessen am Zugewinn der Größe des Wohnmobils kein Problem.

Wenn Sie also Inhaber eines Führerscheins der Klasse 3 sind, interessiert Sie die Gewichtsproblematik der Wohnmobile ohnehin nicht, da Sie dann in der glücklichen Lage sind, Fahrzeuge bis zu 7,49 Tonnen fahren zu dürfen. Ihnen stehen fast alle Modelle zur Auswahl. Aber selbst, wenn Sie nach 1999 Ihren Führerschein gemacht haben, ist die Auswahlpalette mittlerweile groß genug, um adäquates Fahrzeug für Ihren Wohnmobil Führerschein zu bekommen.

Der Wohnwagenführerschein

Auch hier haben die Besitzer des alten Führerscheins mit der Klasse 3 einen Vorteil: Sie müssen sich über die Frage, ob Sie einen Wohnwagen ziehen dürfen oder nicht, keine Gedanken machen. Denn mit der Klasse 3 dürfen alle Wohnwagen gezogen werden. Anders sieht es bei den neuen Führerscheinen aus. Grundsätzlich gilt: wer den Führerschein für PKW besitzt, also die Prüfung für die B-Klasse, erfolgreich abgelegt hat, darf keinen Anhänger oder Wohnwagen ziehen. Wer zudem die Prüfung für den Führerschein der Klasse BE absolviert hat, darf ohne Bedenken den eigenen Wohnwagen ziehen. Die Ausnahme für PKW macht diese Regelung allerdings etwas komplizierter. Hier gilt: Anhänger mit bis 750 kg Gesamtmasse oder bis zur Höhe der Leermasse des Zugfahrzeugs bei einer zulässigen Gesamtmasse der Kombination von nicht mehr als 3.500 kg dürfen gezogen werden.

Wichtig
1. Besitzer der Führerschein Klasse B dürfen nur eingeschränkt Wohnwagen und Anhänger ziehen.
2. Besitzer des alten Führerscheins der Klasse 3 können bedenkenlos alle Wohnwagen und Anhänger ziehen.
3. Ausnahme für Klasse B: Anhänger bis 750 kg Gesamtmasse oder bis zur Höhe der Leermasse des Zugfahrzeugs bei einer zulässigen Gesamtmasse der Kombination von nicht mehr als 3.500 kg dürfen gezogen werden.

Der neue Führeschein B96 - Alternative zur Klasse BE

Wer bislang Gespanne nicht fahren durfte, da er nur den Führerschein der Klasse B besitzt und die Fahrstunden (5 Pflichtstunden + Übungsstunden) samt praktischer Prüfung für den BE (kosten etwa bei 600 bis 700 EUR) für einen nachträglichen Erhalt nicht investieren wollte, kann aufatmen. Ab Januar 2013 soll es Abhilfe geben: die neue Führerscheinklasse B96 für Inhaber des B-Führerscheins. Initiiert vom Herstellerverband CIVD soll den Nachwuchsproblemen entgegen gesteuert werden. Der B96 ist keine Prüfung wie bislang bei allen Führerscheinklassen nötig, sondern um eine siebenstündige, praktische Schulung. Teilnehmer sollen dazu befähigt werden Gespanne bis 4,25 Tonnen zulässigen Gesamtgewichts befördern zu können. Somit darf das Gespann rund 750 kg mehr wiegen als beim normalen B-Führerschein.

Bei der Schulung werden 2,5 Stunden mit Theorie und 3,5 Stunden mit praktischen Übungen verbracht. Auch eine einstündige Fahrt mit einem Gespann im öffentlichen Straßenverkehr ist enthalten. In der Praxis werden nicht nur Vollbremsung und Anfahren auf nasser Fahrbahn geübt. Auch das Rangieren und Einparken steht auf dem Plan. Am Ende der Schulung wird die Teilnahme per Papier bestätigt. Damit kann man dann zur Führerscheinstelle gehen, wo die Kombination bis 4,25 Tonnen erteilt wird - ganz ohne Prüfung. Derzeit sieht es so aus, als ob die Schulungen in Gruppen in Fahrsicherheitszentren oder einzeln beim Fahrlehrer durchgeführt werden. Die geplanten Kosten liegen dabei bei etwa 300 EUR.

Somit dürfen Familien mit dem Familienkombi nun auch schwerere Gespanne ziehen. Für Zugfahrzeuge der mittleren und schweren Klasse wie SUV von Audi, Mercedes und Co., welche die fahrsichersten Kombination ermöglichen, ist wohl weiterhin der BE-Führerschein nötig.

Führerscheinänderungen seit 1999

Bis 1999 galten andere Regeln und Bezeichnungen. Jeder wusste, wenn von der Führerschein Klasse 3 die Rede war, dass man den Autoführerschein meinte. Klasse 2 stand für den LKW-Führerschein. Doch nicht nur die Bezeichnungen haben sich verändert. Die insgesamt 7 bzw. 9 Führerscheinklassen wurden auf 16 ausgeweitet. Die neuen Regeln besagen nicht nur, dass Führerscheininhaber der Klasse B nunmehr nur noch Fahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen Gesamtgewicht fahren dürfen, sondern benennen auch gleich eine Ausnahme von dieser Regel. Denn bis zum Jahr 1999 durften Führerscheininhaber der Klasse 3 Fahrzeuge bis zu einem Gesamtgewicht von 7,49 Tonnen ohne Zusatzqualifikation bewegen. Diese Personengruppe darf sich über die Ausnahme von der Regel freuen. Denn die Gesetzgebung sagt, dass alle Führerscheininhaber, die ihren Führerschein vor diesem Zeitpunkt gemacht haben, auch in die alte Regelung fallen.

Wichtig
1. Klasse 3 wurde zu Klasse B - der Autoführerschein (zulässig bis zu 3,5 Tonnen Gesamtgewicht)
2. Klasse 2 wurde zu Klasse C - der LKW-Führerschein
3. Ausnahme: vor 1999 ausgestellte Führerscheine (hier dürfen die Besitzer mit der Klasse 3 bis zu 7,49 Tonnen bewegen)

Die Führerscheinklassen im Überblick

Bis 1999
Ab 1999 bis heute
Klasse 3: KFZ bis 7.500 kg, Züge mit nicht mehr als drei Achsen (d.h. es kann ein einachsiger Anhänger mitgeführt werden; Achsen mit einem Abstand von weniger als 1 m voneinander gelten als Achse).
B: Kraftfahrzeuge bis 3.500 kg mit Anhänger bis 750 kg oder mit Anhänger über 750 kg, sofern die zulässige Gesamtmasse des Anhängers die Leermasse des Zugfahrzeuges und die zulässige Gesamtmasse des Zuges 3.500 kg nicht überschreitet.
 
BE: Kombination aus einem Zugfahrzeug der Klasse B und einem Anhänger, der nicht in die Klasse B fällt.
 
C1: KFZ zwischen 3.500 kg und 7.500 kg mit Anhänger bis 750 kg.
 
C1E: KFZ der Klasse C1 mit Anhänger über 750 kg, sofern die zulässige Gesamtmasse des Anhängers die Leermasse des Zugfahrzeuges und die zulässige Gesamtmasse der Kombination 12.000 kg nicht überschreitet.
Klasse 2: KFZ über 7.500 kg, Züge mit mehr als drei Achsen.
Klasse C: KFZ über 7.500 kg mit Anhänger bis 750 kg.
 
Klasse CE: KFZ der Klasse C mit Anhänger über 750 kg.

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