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Holzwahl beim Wohnmobilausbau

Das Holz, das Sie für die Möbel Ihrer Einrichtung auswählen, muss den Anforderungen eines Wohnmobils gerecht werden. Diese Anforderungen sind andere als an Möbel, die in Wohnungen oder Häusern aufgestellt werden. Während der Fahrt eines Campers kommt es im Inneren zwingend zu Vibrationen und Verwindungen, die auf die Möbel übertragen werden. Diesen Belastungen muss das Holz gewachsen sein. Trotzdem darf es nicht zu schwer sein, da sich dadurch das Gewicht des Campers erhöht und damit die Nutzlast sinkt. Pressspanplatten zum Beispiel sind für den Möbelbau im Wohnmobil völlig ungeeignet. Denn diese Platten bestehen zum großen Teil aus verleimten Holzspänen.

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Durch den hohen Leimanteil sind diese Platten erstaunlich schwer. Hinzu kommt, dass wegen des Aufbaus der Pressspanplatten Schrauben keinen guten Halt finden. Die Vibrationen im Fahrzeug sorgen dafür, dass das Holz im Bereich der Schrauben schnell porös wird. Dies führt im Endeffekt dazu, dass die Einrichtung in sich keinen guten Halt mehr hat und folglich instabil wird. Der sichere Stand der Möbel ist also gefährdet, wodurch sich die Verletzungsgefahr bei einem Unfall um ein Vielfaches erhöht.

Was Sie hier erwartet

Sperrholz bietet optimale Ausbaueigenschaften

Wohnmobilmöbel mit Holz bauen

Von Pressspanplatten ist folglich grundsätzlich beim Bauen von Möbeln für ein Wohnmobil abzuraten. Hingegen eignen sich Sperrholzplatten hervorragend für den Bau von Einlegeböden in Schränken. Bedingt durch ihre Bauweise ist Sperrholz ein sehr robustes, aber recht leichtes Material. Sperrholz besteht anders als die Pressspanplatte nicht aus Holzschnipseln, die mit viel Leim zusammengehalten werden, sondern aus dünnen Holzschichten. Meistens werden drei dieser Schichten miteinander zu einer Sperrholzplatte verleimt. Durch die gekreuzte Anordnung des Faserverlaufs verhält sich dieser Werkstoff bei den Verwindungen im Fahrzeug unauffällig. Es verzieht sich kaum.

Nachteil von Sperrholz

Als Nachteil kann man betrachten, dass man Sperrholzplatten nicht mit Furnieren erhält. Wenn Sie Wert auf Furniere legen, so müssten sie bei diesem Werkstoff nachträglich angebracht werden. Am besten für den Bau von Möbeln eignen sich Tischlerplatten. Sie ähneln im Aufbau und in der Struktur den Sperrholzplatten. Doch die mittlere Schicht ist anders aufgebaut. Hier wird nicht eine dünne Holzschicht verleimt, sondern einzelne schmale Holzstäbchen, die aneinandergeleimt werden. Hierdurch erhält die Tischlerplatte ihre hohe Festigkeit und Stabilität. Sie ist unempfindlich gegenüber den Verwindungen im Fahrzeuginneren. Ebenso gut geeignet wie die Tischlerplatte sind Pappel-Sperrholzplatten. Pappelholz ist ein sehr leichter Werkstoff. Doch durch die Sperrholzverleimung ist es ungemein stabil. Sie schlagen mit diesem Holz also zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen verbauen Sie sehr wenig Gewicht, zum anderen erreichen Sie mit Pappelholz aber auch eine enorme Stabilität in Ihren Möbeln. Pappel-Sperrholzplatten gibt es in jedem gut sortieren Baumarkt, aber auch bei den Wohnmobilzubehörhändlern.

Am besten geeignet

Tischlerplatten
Pappel-Sperrholzplatten

Vorteile einer Kunststoffbeschichtung

Viele Platten werden mit einer Kunststoffbeschichtung angeboten. Schrecken Sie nicht sofort davor zurück. Denn Kunststoff hat durchaus positive Eigenschaften, die man sich zunutze machen kann. Sicherlich sieht die gewachste Oberfläche eines Holzes einige Jahre sehr schön und edel aus. Doch mit der Zeit nutzt sich die Oberfläche ab und wirkt dann etwas angeschmuddelt. Natürlich können Sie die Oberfläche, ähnlich wie bei Parkettböden, abziehen. Doch irgendwann ist das zur Verfügung stehende Material verbraucht. Kunststoff hingegen hat die Eigenschaft sehr pflegeleicht zu sein. Sie können es bequem und einfach abwaschen, es ist stoßresistent und bleicht auch im Laufe der Zeit nicht aus. Pappel-Sperrholzplatten gibt es im Handel inzwischen in vielen, hübschen Kunststoffdekors. Sicherlich werden Sie unter den Angeboten ein Dekor finden, das zu Ihrem Einrichtungsstil passt. Durch die Kunststoffbeschichtung kommt ein weiterer Vorteil ins Spiel, der Ihnen einen zeitlichen Vorteil verschafft: die Oberflächenbehandlung des Holzes entfällt komplett.

Ist ein Ausbau aus Massivholz möglich?

Wer über das nötige Kleingeld verfügt, wird sich Gedanken darüber machen, die Möbel für das Wohnmobil aus Massivholz zu fertigen. Massivholz ist sicherlich die teuerste Variante der Holzart. Eine Einrichtung aus Massivholz sieht edel und elegant aus. Doch mit diesem Holz gehen einige Probleme hinsichtlich der Einrichtung für ein Wohnmobil einher. Massives Holz, der Name sagt es schon, ist sehr viel schwerer als ein Holz, das aus mehreren dünnen Schichten besteht und zusammengeleimt wird. Wenn Sie denn Massivholzmöbel bevorzugen, sollten Sie sich nochmals die Nutzlast, die für Ihren Camper zur Verfügung steht, in Erinnerung rufen und hochrechnen, wie viel Sie noch zuladen können bei dem Gewicht der Möbel. Hinzu kommt, dass Massivholz die unangenehme Eigenschaft hat, sich bei einer Änderung der Luftfeuchtigkeit sofort zu verziehen.

Nachteile von Massivholz

Sehr hohes Gewicht
Schnelles Verziehen bei Feuchtigkeit

Die bündig eingesetzte Schranktür passt mit einem Mal nicht mehr. Ebenso werden Sie beobachten können, wie sich Spalten zwischen den einzelnen Möbeln bilden. Die Luftfeuchtigkeit ändert sich erfahrungsgemäß sehr schnell im Wohnraum eines Wohnmobils. Folglich werden Sie dieses Phänomen des Öfteren beobachten können.

Warum Massivholz nicht geeignet ist

Abhilfe könnten stabverleimte Massivholzplatten schaffen. Ebenso kann man über den Einsatz von schichtverleimten Massivholzplatten nachdenken. Diese beiden Werkstoffe haben jedoch wiederum einen entscheidenden Nachteil: das Splitterverhalten. Ein schnell zersplitterndes Holz birgt gerade bei Unfällen ein immenses Gefahrenpotenzial. Wenn man in seinem Wohnmobil langfaseriges Massivholz verarbeitet, ist es dem TÜV sogar gestattet, die Zulassung für das Fahrzeug zu verweigern – eben wegen dieser Splittergefahr. Eine gute Wahl ist der Werkstoff auch wegen des hohen Preises nicht. Der Preis steht in keinerlei Relation zum Nutzen.

Lieber zurückhaltend einsetzen

Wenn Sie auf Massivholz nicht verzichten möchten, dann steht die Alternative zur Verfügung: Dreikant- oder Vierkantleisten daraus zu bauen und diese als Haltekonstruktion oder Eckverbindungen zu verwenden. Auch das sieht nett aus. Von einem kompletten Bau der Einrichtung in Massivholz ist jedoch abzuraten. Die Möbel geraten zu teuer, zu schwer und womöglich sogar zu riskant, wenn man an das Splitterverhalten der verleimten Platten denkt. Auch die Neigung die Dichte bei Luftdruckschwankungen zu verändern, ist in einem Raum, der bewegt wird, nicht empfehlenswert. Stellen Sie sich vor, die verzogene Tür, die nun nicht mehr richtig schließt, klappt während der Fahrt in einer Kurve plötzlich auf und das gute Geschirr fällt zu Boden.

Es gibt reichlich Auswahl an Holzarten, die sich weit besser zum Bau von Möbeln für Wohnmobile eignen. Auch diese Hölzer haben Stil und Charakter und fügen sich ganz wunderbar in den Wohnbereich ein.

Bausatzmodule und Systemküchen

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