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Festigkeit des Wohnmobils

VW T4 Ansicht SeiteBei der Hauptuntersuchung prüft der TÜV nicht nur den Umbau, sondern auch das Basisfahrzeug. Es liegt auf der Hand, dass an das Zugfahrzeug trotz des Ausbaus zum Wohnmobil immer noch dieselben Anforderungen gestellt werden, wie sie für einen PKW oder LKW vorgeschrieben sind. Denn Sie haben zwar durch den Wohnmobilausbau wesentliche Veränderungen vorgenommen, aber das Basisfahrzeug bleibt ein Fahrzeug, das als solches wiederum den TÜV-Richtlinien unterliegt.

Hauptuntersuchung wie beim PKW

Dies gilt vornehmlich für die Überprüfung der Reifen, Bremsen, der Abgasführung, der Leuchteneinstellungen und der vielen Dinge mehr, die die TÜV-Prüfer bei der Hauptuntersuchung ins Auge nehmen. Hinzu kommen nun die Anforderungen, die an den Ausbau selbst gestellt werden. Hierzu gehört vornehmlich, dass das zulässige Gesamtgewicht und die zulässigen Achslasten sich nach den Angaben des Herstellers des Zugfahrzeuges richten müssen. Diese Angaben dürfen keinesfalls überschritten werden. Der Fahrzeughersteller hat die Achslast für dieses Fahrzeug genau berechnet. Würde diese Last auf den Achsen über die Angaben des Herstellers hinaus erhöht, bestünde die Gefahr, dass die Achsen brechen. Die Folgen wären katastrophal. Folglich wird dieser Punkt bei der TÜV-Abnahme konkret geprüft.

Prüfung des Leergewichts

Achtung: Kraftstoffbehälter und Treibgastank müssen gefüllt sein

Ebenfalls geprüft wird das Leergewicht. Zum Leergewicht werden alle fest eingebauten Einrichtungsteile gerechnet. Das Gewicht der eingebauten Tanks wie der Frischwasser-, Abwasser- oder Flüssiggastank wird ohne Inhalt berechnet. Hingegen müssen Sie die zusätzlich fest verbauten Tanks wie den Kraftstoffbehälter oder den Treibgastank mit auffüllen. Denn das Gewicht dieser zusätzlichen Tanks wird mit Inhalt berechnet. Der Grund dafür liegt wiederum in der Sicherheit des Fahrzeuges. Denn auf dem Leergewicht fußt das Gewicht der Zuladung. Je höher das Leergewicht, um so geringer fällt das Gewicht der Zuladung aus. Daraus ergibt sich dann die Nutzlast. Die Nutzlast ist die Last, die ihr umgebautes Fahrzeug mitführen darf, ohne dass die Achsen und die tragenden Teile Schaden nehmen könnten.

  • Je höher das Leergewicht, desto geringer die Zuladung
  • Nutzlast: Last, die das Fahrzeug ohne Schaden aufnehmen darf, bis das zulässige Höchstgewicht erreicht ist (=Gewicht der Zuladung)

Ein weiterer Punkt bei der Berechnung des Leergewichts, der vom TÜV geprüft wird, ist das Gewicht, dass sich errechnet durch die Anzahl der Sitze, die während der Fahrt von Personen besetzt werden dürfen. Der TÜV geht von einem Standardgewicht von 75 Kilogramm pro Sitz aus. Dies wird dem Leergewicht ebenfalls hinzuaddiert.

Festigkeitsgutachten bei erheblichen Veränderungen

Die Festigkeit eines Fahrzeuges ist von immenser Wichtigkeit. Das Basisfahrzeug ist so konzipiert, dass es allen Schwingungen und Vibrationen, die während der Fahrt auftreten, standhält. Das Fahrgestell, auf dass das Chassis des Fahrzeuges aufgebaut wird sowie der Rahmen des Chassis sind tragende Teile. Darauf ruht das gesamte Fahrzeug.

Kein Einfluss von geringfügigen Veränderungen

Werden durch den Umbau nur geringfügige Änderungen am Aufbau von selbsttragenden Karosserien (Kastenwagen und Kleinbusse zählen dazu) vorgenommen, so fällt dies nicht weiter ins Gewicht. Geringfügige Veränderungen können zum Beispiel sein der Einbau von Dachluken und Fenstern. Auch die Veränderungen an nicht tragenden Teilen der Karosserie spielen keine Rolle. Man kann davon ausgehen, dass man bei diesen geringen Veränderungen keinen neuen Festigkeitsnachweis benötigt.

Werden hingegen erhebliche Veränderungen am Fahrzeug vorgenommen, so wird der TÜV ein neues Festigkeitsgutachten erstellen. Zu den erheblichen Veränderungen gehören unter anderem das Heraustrennen von Trennwänden, insbesondere das Durchtrennen von Holmen, Streben oder Knotenblechen. Aber auch der Aufbau eines Hub- oder Hochdaches zählt zu diesen erheblichen Veränderungen. Diese Veränderungen haben eines gemein: Sie betreffen die tragende Struktur des Fahrzeuges.

Folgen bei Veränderungen der tragenden Struktur

Werden Fehler gemacht beim Verändern der tragenden Struktur, so kann es zu Verwindungen in Chassis und Fahrgestell kommen. Ein Beispiel mag dies verdeutlichen. Beim Umbau sind Holme durchtrennt worden. Bei den anschließenden Schweißarbeiten sind Fehler passiert. Die Schweißnähte platzen durch die Fahrzeugbewegungen immer weiter auf, bis sie schließlich brechen. Die Folge wäre fatal. Das Fahrzeug würde an der Stelle die durch die tragende Konstruktion erzielte Festigkeit verlieren und im worst case einfach auseinanderbrechen. Man mag sich nicht vorstellen, was passieren könnte, wenn dies während einer Fahrt geschehen würde.

Festigkeitsgutachten für die eigene Sicherheit

Um Unfälle dieser Art zu verhindern, prüft der TÜV bei diesen erheblichen Veränderungen, ob die Festigkeit des Fahrzeuges weiterhin gegeben ist. Ist dies der Fall, erhält das Fahrzeug ein neues Festigkeitsgutachten. Die Festigkeitsprüfung gilt ebenso für den Einbau von Sitzplätzen und deren Gurtverankerungen. Dies gilt besonders dann, wenn in Nähe der Gurtverankerungen Teile des Aufbaus verändert oder gar entfernt wurden. Bei einer nicht sachgemäßen Arbeit kann der Fall eintreten, dass durch die Veränderung der Umgebung der Gurtverankerung dieser die Festigkeit fehlt. Im Falle eines Unfalls würde dies bedeuten, dass der Gurt seiner Funktion nachkommt und die Person im Sitz hält, die Verankerung aber herausreißt, weil sie keinen festen Halt mehr findet. Der Gurt wäre seiner Funktion beraubt und die Person würde im schlimmsten Fall durch das Wohnmobil geschleudert werden. Folglich prüft der TÜV auch diese Veränderungen auf das Genauste.

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Elastische Verbindungen bei Aufsetzkabinen

Für Aufsetzkabinen gelten bezüglich der Festigkeit und der Verbindung zum Rahmen bzw. zum Fahrgestell die Richtlinien des Fahrzeugherstellers. Diese sind einzuhalten. Aufsetzkabinen sind Fahrzeuge, die aus Fahrerhaus und Fahrgestell bestehen. Der Wohnmobilaufbau wird separat auf dem Fahrgestell bzw. dem Rahmen der Zugmaschine aufgebaut. Bei diesen speziellen Konstruktionen muss man insbesondere darauf achten, dass die Verbindungen zwischen Fahrerhaus und Wohnmobilaufbau elastisch sind. Sie müssen die Verwindungen und Bewegungen, die permanent während der Fahrt auftreten, zulassen und diesen Kräften gewachsen sein. Starre Verbindungen dürfen nur dann verbaut werden, wenn das Fahrerhaus und der Wohnmobilaufbau in einer homogenen Verbindung miteinander verbunden sind. Diese einheitlich ineinander übergehenden Verbindungen müssen insbesondere bestehen zwischen Fahrerhaus und Fahrgestell ebenso wie zwischen Wohnaufbau und Fahrgestell. Dabei muss das Fahrerhaus eine ausreichende Festigkeit aufweisen.

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