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TÜV und Dekra beim Wohnmobilausbau

VW T5 Ansicht Vorne  Damit der Umbau des Basisfahrzeuges als Wohnmobil zugelassen werden kann, müssen einige Kriterien erfüllt sein. Diese gibt der TÜV vor. Gleichwohl hat deren Einhaltung auch mit der Besteuerung Ihres Fahrzeuges zu tun. Um Kosten zu sparen, ist es sinnvoll, sich von Anfang des Umbaus an nach den TÜV-Vorgaben zu richten. Ein Camper gilt als Sonder-Kfz. Es wird aber nur dann als Sonder-Kfz mit entsprechend günstigerer Fahrzeugsteuer eingestuft, wenn die Mindestkriterien, die der TÜV vorschreibt, erfüllt sind.

Durch den Umbau des eigenen Fahrzeuges zum Wohnmobil ändert sich die zulassungsrechtliche Fahrzeugart, wodurch die Betriebserlaubnis erlischt. Damit ist auch ein Versicherungsschutz nicht mehr gegeben. Deswegen ist es nötig, das umgebaute Fahrzeug von einem amtlich anerkannten Sachverständigen bspw. vom TÜV oder der Dekra prüfen zu lassen. Gibt dieser sein Go, kann mit den ausgehändigten Papieren an der Zulassungsstelle eine neue Betriebserlaubnis mit aktualisierten Daten erstellt werden. Ist die Mindestausstattung für die Zulassung als Wohnmobil nicht erfüllt, da nur ein Teilumbau stattgefunden hat, bleibt die ursprüngliche Fahrzeugart PKW oder LKW erhalten. Bei Fahrzeugen, die über eine herausnehmbare Wohneinrichtung verfügen, bleibt die ursprüngliche Fahrzeugart ebenfalls erhalten. Fahrzeuge mit Wechselaufbauten hingegen sind nur bei LKW und Anhänger möglich.

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Der TÜV hat folgende Kriterien als Entscheidungs-Kriterien zu Grunde gelegt, nach denen ein Wohnmobil als solches zugelassen werden kann:

Es muss eine Sitzgelegenheit mit einem Tisch vorhanden sein. Dieser Tisch darf klapp- oder auch abnehmbar sein.
Es müssen Schlafplätze eingebaut sein. Schlafplätze gelten auch dann als Schlafplätze, wenn es sich um Sitzplätze handelt, die, zum Bett umgebaut, eine Mindestliegefläche von 1,8 Metern x 0,7 Metern ergeben.
Es müssen im Camper Schränke oder zumindest Stauraum vorhanden sein. Ein Verstauen der Kleidung und des Proviantes muss während der Fahrt gewährleistet sein. Übliche Staufächer wie das Handschuhfach in Pkw oder Lkw gelten nicht als ausreichender Stauraum.
Im Wohnmobil muss eine Küche verbaut sein. In dieser müssen sich sowohl ein fest eingebauter Kocher als auch die Einrichtung für Frisch- und Abwasser befinden. Ein Kocher gilt nicht als fest eingebaut, wenn er mit Flügelmuttern befestigt ist. Ist ein Kocher nicht fest eingebaut, muss sich im Wohnbereich ein entsprechend sicherer Raum befinden, in dem der Kocher benutzt werden kann.

Alle Einrichtungen mit Ausnahme des Tisches müssen fest eingebaut sein. Gleichwohl gilt, dass die verbauten Teile in der Art eschaffen sein müssen, dass bei Unfällen keine Gefahr von ihnen ausgeht. Insbesondere müssen die Kanten abgerundet sein. Es ist vorgeschrieben, dass ein Wohnmobil einen begehbaren Raum von mindestens einem Quadratmeter aufweist. Die Mindesthöhe an der Spüle musste bis Ende 2013 1,70 Meter betragen. Ab dem Jahr 2014 wurde diese Regelung etwas gelockert: die Stehhöhe spielt nun wohl keine Rolle mehr für eine Zulassung als Wohnmobil.

Wichtig für die Zulassung als Wohnmobil ist ebenfalls, dass das Fahrzeug den Eindruck des Wohnlichen vermittelt. Es muss klar erkennbar sein, dass das Wohnen im Vordergrund steht. Ebenso wichtig sind die Fluchtmöglichkeiten.

Das Fahrzeug muss über zwei voneinander unabhängige Fluchtwege verfügen, die sich auf verschiedenen Seiten des Fahrzeuges befinden. Sie müssen über eine Mindestgröße von 50 Zentimetern in der Breite und einem Meter in der Höhe verfügen. Ebenso gilt zu beachten, dass sie sich nach außen öffnen lassen. Auch müssen sie sich für den hoffentlich nicht eintretenden Notfall von innen öffnen lassen, wenn sie von außen verschlossen sind. Weiter gibt der TÜV vor, dass sich die Türen zum Wohnbereich auf der rechten Seite des Fahrzeuges befinden müssen. Fenster gelten ebenso als Fluchtweg. Doch sie müssen ein Maß von mindestens 40 Zentimetern x 40 Zentimetern aufweisen. Sind normale Glasfenster verbaut, so müssen an diesen Nothammer angebracht sein. Die Anforderungen zu den Fluchtwegen erfüllt man in der Regel bereits mit dem Kauf eines Kastenwagens. Denn diese Fahrzeuge verfügen aufgrund ihrer Bauweise bereits von Haus aus über eine seitliche Schiebetür und ein großes Heckfenster.

Bausatzmodule und Systemküchen

 

Schlussendlich gilt es, dafür Sorge zu tragen, dass beim Einbau des Mobiliars weiterhin die Innengriffe der Türen gut zu erreichen sind. Am besten ist es, bevor Sie sich an den Ausbau Ihres Campers machen, einen Termin mit dem TÜV, der für Ihren Wohnort zuständig ist, zu vereinbaren und vor Ort mit den TÜV-Mitarbeitern zu besprechen, auf was Sie achten müssen, um keine Fehler zu begehen. Denn die Entscheidungen über die Zulassung eines Wohnmobils können von TÜV zu TÜV unterschiedlich sein. Setzen Sie am besten alle Anforderungen, die Ihnen Ihr TÜV vorgibt, um. Achten Sie im Besonderen darauf, Ihrem Camper einen wohnlichen Charakter zu geben. Denn wird Ihr Fahrzeug nicht als Wohnmobil eingestuft, bleibt es das Fahrzeug, das es vorher war: ein Pkw oder ein Lkw. Entsprechend wird es in der Versicherung eingestuft. Folglich kann sich aus der Nichtbeachtung einzelner Vorgaben eine große Differenz im Versicherungsbeitrag ergeben, die, ebenso wie die dann entsprechend hohe Besteuerung, sehr schnell teuer werden kann.

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