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Das Dieselverbot in so mancher Großstadt ist zum Greifen nah. Betroffen sind dabei nicht nur Anwohner und Unternehmer, sondern auch Wohnmobilisten. Sei es mit dem eigenen Wohnmobil oder dem Wohnmobilausbau, die meisten Fahrzeuge sind mit einem Dieselmotor versehen. Aber welche Möglichkeiten hat man außer das Fahrzeug zu verkaufen oder nicht mehr in Städte mit Fahrverbot zu reisen?

Umgang mit dem Dieselverbot und mögliche Auswege

Dieselverbot beim Wohnmobilausbau – was tun?Vor kurzem war es noch Theorie und so manch einer glaubte nicht an die Umsetzung und schon bahnen sich erste Fahrverbote in großen Städten an. Die Fahrverbote sind zulässig und betroffen sind oft Fahrzeuge mit Dieselmotor. Viele Wohnmobile und Wohnmobilausbauten sind mit einem solchen ausgestattet. Was aber tun? Ein Fahrzeugverkauf in Verbindung mit einer Neuanschaffung ist für viele keine Option, sei es aus Nostalgie, Gewohnheit oder Budgetgründen. Städte mit Fahrverbot meiden? Klar, eine Möglichkeit, aber auch eine Einschränkung und bisweilen äußerst unpraktisch möchte man doch einmal eine betroffene Stadt besuchen. Aber auch Besitzer von Dieselmotoren müssen nicht verzagen. Es gibt zumindest für manche Fahrzeuge einen Lösungsansatz. Wenn alles nichts hilft, gibt es noch zwei weitere Antriebsarten, die sich zumindest bedingt auch für den Wohnmobilausbau eignen und vom Fahrverbot nicht betroffen sind.

Fahrverbot beim Wohnmobilausbau vermeiden – Diesel nachrüsten

Dieselverbot beim Wohnmobilausbau – was tun?Der ADAC hat es schwarz auf weiß: Hardware-Nachrüstungen von Euro-5-Dieselmotoren können den Ausstoß des schädlichen Stickoxids (NOx) deutlich senken. Im Test dabei waren auch der Fiat Ducato und VW T5, sodass die Ergebnisse auch für Wohnmobilsten interessant sind. Bei der Nachrüstung wird ein SCR-Kat Verbot, der den NOx-Ausstoß senken soll. Anbieter gibt es mittlerweile viele. Für VW gibt es bspw. Oberland Mangold, den Ducato kann HJS nachrüsten. Einziges Problem: die Gesetzeslage für die Vorgaben bei der Nachrüstung sind noch nicht definiert. Bei den aktuellen Umrüstsätzen handelt es sich also um Prototypen, die noch final abgestimmt werden können, bis sie offiziell im Markt eingeführt werden können. Ein erhebliches Reduktionspotenzial konnte bei den Tests des ADAC auf jeden Fall nachgewiesen werden. Zwar kommen Sie an die Euro-6D-Norm für leichte Nutzfahrzeuge nicht heran, eine Minderung der Stickoxid-Belastung wäre aber auf jeden Fall möglich.

Alternativer Antrieb – Wohnmobilausbau mit Erdgas-Motor

Sucht man nach einer Alternative für den Dieselmotor beim Wohnmobilausbau hat man es bisweilen schwer. Viele Hersteller haben keine Alternativen oder nur Benziner, die auf langen Reisen natürlich deutlich teurer sind als der Diesel. Fiat hat seit 2015 aber einen Ducato mit Erdgas-Motor im Programm. Das Gas verbrennt beinahe rückstandslos, sodass nur Wasserdampf und Kohlendioxid übrig bleiben. Der Ducato mit Drei-Liter-Vierzylinder hat 136 PS. Basis ist der aus dem Iveco Daily bekannte Dieselmotor. Dieser wurde mit einem modifizierten Benzin-Zylinderkopf versehen. Die verbauten Tanks können bis zu 36 kg Gas aufnehmen. Ein 15 Liter Benzintank ist für das Starten des Motors notwendig. So kann der Wohnmobilausbau auch bei tiefen Außentemperaturen gestartet werden. Auf Erdgas schaltet der Fiat aber bereits nach 5 Sekunden um. Im Notfall, sollte einmal das Gas ausgehen, kann aber wieder auf den Benzinvorrat zurückgegriffen werden. Zwar kann man dann im Notbetrieb nur rund 80 km/h fahren, eine der rund 900 Erdgas-Tankstellen in Deutschland sollte damit aber erreicht werden können. Weiteres Plus des Erdgas-Motors: er läuft ruhiger als der Dieselbruder. Er ist sowohl vibrationsärmer als auch leiser während der Fahrt. Dank des höheren Drehmoments und den 6 PS mehr Leistung im Vergleich zum Diesel, beschleunigt der Erdgasler auch etwas besser. Mit einer Tankfüllung kommt man ca. 400 km weit – das kann sich durchaus sehen lassen und ist für den Urlaub mit dem Wohnmobilausbau ausreichend. Kleines Manko: die Gasumrüstung bringt rund 270 kg mehr an Gewicht mit und erfordert Platz für die Tanks. Ganz günstig ist eine solche Umrüstung natürlich auch nicht. Das dürften auch die Gründe sein, warum der in Punkto CO2, Stickoxid und Feinstaub umweltfreundliche und leise Antrieb beim Wohnmobilausbau noch nicht zum Zuge kommt. Alternativ kann man auch ein Fahrzeug auf LPG umrüsten. Aber auch hier müssen Vor- und Nachteile abgewogen werden. Dieser Umbau eignet sich aber auf jeden Fall auch für Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen.

Alternativer Antrieb – Wohnmobilausbau mit Elektromotor

Elektroantriebe werden als lokal emissionsfreie Alternative zu den weit verbreiteten Verbrennungsmotoren angepriesen. Bislang ist die Nachfrage aber stockend. Das Ziel der Regierung bis 2020 1 Millionen Fahrzeuge in Deutschland zu haben, wird kaum haltbar sein. Auch wenn sie aufgrund der drohenden Fahrverbote weiter in den Fokus rücken. Gerade im Bereich Wohnmobile und Wohnmobilausbau gibt es zahlreiche Faktoren, die Käufer abhalten können. Neben den Anschaffungskosten, bspw. auch die Haltbarkeit der Batterie – immerhin fährt man ja doch einige Kilometer im Jahr. Auch die geringe Reichweite der Fahrzeuge in Verbindung mit dem noch schlecht ausgebauten Tankstellennetz und den höheren Kosten auf dem Campingplatz fürs Laden, halten viele Wohnmobilisten ab. Studien zeigen aber, dass sich die Kosten für ein rein elektrisch betriebenes Fahrzeuges bald sinken und sich bis 2030 an Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor annährend werden. In der Praxis sieht es für elektrobetriebene Wohnmobile und Wohnmobilausbauten aber noch schlecht aus. Soll das Fahrzeug 600 km weit kommen, kann dies in einem 3,5 Tonner gewichtstechnisch kaum realisiert werden. Auch die Zusatzkosten von aktuell über 20.000 EUR sind nicht tragbar. Auf Elektro-Wohnmobile muss man also noch etwas warten.

Es bleibt also spannend. Momentan kann man fast nur abwarten und beobachten. Welche Städte das Fahrverbot überhaupt umsetzen ist genauso fraglich wie der weitere Verlauf der Verbote. Das endgültige Aus des Diesels steht noch nicht fest. Bis dahin kann man getrost mit seinem Diesel Wohnmobilausbau weiter das Camperleben genießen. Vielleicht bringt die Zukunft ja in absehbarer Zeit doch noch attraktive Alternativen zum Diesel. Lassen wir uns überraschen.

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