Besitzer von Reisemobilen auf Ford Transit Basis und Wohnmobilausbauer, die auf den Transit als Basisfahrzeug zurückgegriffen haben, sollten einmal aufpassen. Von den möglichen Motorschäden haben die meisten Camper schon gehört. Doch was kann man tun, um einen solchen zu vermeiden? Und was passiert, wenn der Schaden schon passiert ist? Ford hat für die betroffenen Fahrzeuge einiges getan: mit der Service-Aktion kann einem Schaden vorgebeut werden. Die neue Kulanzregel bei Motorschäden kommt gerade Reisemobilisten entgegen.

Motorprobleme bei Ford Wohnmobilen – Grund zur Unsicherheit?

Motorschaden beim Wohnmobilausbau Ford Transit - was kann man tunSeit die ersten Meldungen über Motorschäden bei Ford Wohnmobilen bekannt wurden, sind viele Camper verunsichert. Verständlich. Hat man sich doch gerade erst ein neues Wohnmobil gekauft und schon wird man mit möglichen Motorproblemen konfrontiert. Kostet so ein Reisemobil doch etwas mehr als Taschengeld. Doch kann man die Schäden vielleicht vermeiden? Oder dürfen betroffene Wohnmobilbesitzer mit Kulanz rechnen? Hier kommt es auf die genauen Fakten an. Gelöst ist das Problem des kapitalen Motorschadens bei Ford Transit Wohnmobilen noch nicht, immerhin gibt Ford aufgrund des öffentlichen Drucks nun aber die Motorprobleme zu. Warum das von Vorteil ist? Wenn sich der Hersteller zu den Problemen bekennt, muss auch nach einer Lösung gesucht werden. Nicht nur für zukünftige verkaufte Fahrzeuge, sondern auch für bereits Verkaufte und Betroffene. Die Thematik ist wichtig: denn warum kauft man sich ein Wohnmobil oder hat seinen eigenen Wohnmobilausbau auf Ford Transit Basis realisiert, wenn man sich dann nicht mehr traut in den Urlaub zu fahren aus Angst vor einem jähen Reiseende. So hat das Reisemobil seine Zweck verfehlt und das für teuer Geld.

Doch was kann man tun bei Motorproblemen mit einem Ford Transit

Motorschaden beim Wohnmobilausbau Ford Transit - was kann man tunSchon der ein oder andere Camper war im Urlaub unterwegs und musste dann von einem jähen Reiseende berichten. Oft wurde erst ein Leistungsverlust bemerkt, dem meistens ein unvermitteltes Hochdrehen des Motors folgte. Selbst wenn man den Zündschlüssel abzog, ließ sich dies nicht vermeiden. Dem anschließenden Rauch der aus der Motorhaube quoll, konnten auch Laien entnehmen, dass die Reise ein abruptes Ende finden würde. Wenn mein seinen Wohnmobilausbau dann in eine Werkstatt bringt, um den Vorfall untersuchen zu lassen, stoßen die Mechaniker in der Regel auf gebrochene Kolben, deren Reparatur schnell zwischen 5.000 EUR und 10.000 EUR lag. Eine geringe Laufleistung des Motors scheint hier kein Garant zu sein: auch Fahrzeuge mit einer nur fünfstelligen Kilometerlaufleistung sind öfter betroffen. Das Problem: eine fehlerhafte Einspritzung. Betroffen? Tja, da wird es schon schwieriger. Nicht alle Ford Modelle weisen die Symptome auf.

Welche Motoren sind betroffen?
2,2 Liter TDCi Motoren mit Euro-4-Einstufung
Verkauft von 2006-2011 (bisweilen aber auch später)
Stärker betroffen sind die Varianten mit 130 und 140 PS
Schwächere Varianten sind weniger auffällig

Unproblematisch sind die Euro-5-Versionen ab Ende 2011 (silberfarbene Kühlergrilleinsätze)

Motorschaden beim Wohnmobilausbau Ford Transit - was kann man tunFord selbst hat einige Fälle untersucht und als Ursache simpel „sehr Camper-spezifische Faktoren identifiziert“. Das Problem sollen die langen Standzeiten im Jahr sein, wenn die Fahrzeuge mehrere Monate nicht bewegt oder gar stillgelegt werden. So empfiehlt der Ford-Sprecher Isfried Hennen schlichtweg einen gründlichen Check nach längeren Standzeiten, vom Fachmann, sprich dem Ford-Händler. Nach jedem Winter also ab in die Werkstatt? Das ist ein kaum haltbarer Vorschlag, der zudem hohe Kosten bei den Ford Besitzern verursachen würde. Geprüft werden sollen hier vor allem die Flüssigkeitsstände, also ob ausreichend Öl und andere Betriebsstoffe vorhanden sind. Ggf. werden diese dann fachgerecht und gemäß der Herstellerempfehlung getauscht oder nachgefüllt. Kann das die Lösung sein? Kann die ganze Problematik wirklich auf zu wenig und/oder altes, verbrauchtes Öl und/oder Öl mit einer falschen Viskosität zurückgeführt werden?

Ford Wohnmobilausbauten auf den neusten Software-Stand bringen lassen

Seit Dezember 2015 hat Ford eine Service-Aktion gestartet – um Unsicherheiten zu beseitigen. Besitzer eines Ford Transits können hier sicherstellen lassen, dass ihr Fahrzeug mit der neuesten PCM-Software (Powertrain Control Modul) versehen ist. Sollte der Ford Händler feststellen, dass dies nicht der Fall ist, wird die aktuellste Version aufgespielt. Doch woher weiß man ob man betroffen ist oder nicht? Wer hier auf eine Aufforderung zum Service von Ford wartet, der wird noch länger in einen leeren Briefkasten blicken. Zumindest wer ein fertiges Reisemobil gekauft hat. Denn hier wurden die Fahrgestelle nicht an den Endkunden sondern den Reisemobilhersteller verkauft. Ford hat daher keinen Zugriff auf die Halteradressen. Anders sieht es bei Wohnmobilausbauten in Eigenregie aus. Wer das Fahrzeug direkt bei Ford erworben hat, der kann auf eine Benachrichtigung hoffen. Wer sich also nicht sicher ist, der soll sich mit seinem Ford-Händler in Verbindung setzen, der kann Klarheit schaffen. Die Service Aktion für betroffene Reisemobilhalter ist kostenfrei und sollte von jeder Ford-Werkstatt durchgeführt werden können.

Reisemobil mit Motorschaden – was nun?

Doch was kann man tun, wenn es bereits zu spät ist? Wenn der Ford Transit bereits einen Motorschaden hat. Die Service-Aktion kommt hier auf jeden Fall zu spät. Die Gewährleistungsfrist ist auch schon abgelaufen. So müssen die Besitzer auf Kulanz hoffen. Ford prüft hier aber jeden Einzelfall. Nur wenn das Fahrzeug von einem Ford Service Partner in Deutschland gemäß den im Serviceplan vorgeschriebenen Intervallen gewartet worden ist, haben Reisemobilisten Aussicht auf Kulanz. Bislang. Die kritischen Stimmen wurden immer lauter. Schließlich gibt es viele Fahrzeuge in zweiter Hand, bei denen der jetzige Besitzer nichts dafür kann, wenn der Vorbesitzer den Ölwechsel in einer freien Werkstatt hat durchführen lassen. Diese Art der Kulanzentscheidung ist unter Automobilherstellern durchaus Regel. Aber auch wer ein Fahrzeug besitzt das älter als 5 Jahre ist oder eine höhere Kilometerleistung aufweist, blickte zunächst auf schwindende Chancen für eine Kulanzabwicklung.

Da die erste Regelung auf den Unmut vieler Transit-Besitzer stoß, hat Ford nachgebessert. Werden Reisemobile doch meist weniger genutzt als PKW und altern daher langsamer. Die neue Kulanzregel ist großzügiger und hilft auch betroffenen Kunden mit bis zu zehn Jahren alten Fahrzeugen und das ohne Kilometerbegrenzung. So können bei einem Motorschaden 70 % und mehr auf Kulanz abgerechnet werden, sofern kein eindeutiges Kundenverschulden nachgewiesen ist oder andere Gründe vorliegen. Auch hier entscheidet wieder der Einzelfall. Die Höhe der Summe hängt auch hier wieder mit der Service-Loyalität zum Ford-Partner zusammen. So können Reisemobilbesitzer und Wohnmobilausbauer nicht nur einem Motorschaden durch die Service-Aktion vorbeugen, sondern bei einem Motorschaden auf die Kulanzabwicklung von Ford hoffen. Ein Besuch beim Ford-Händler des Vertrauens schadet also nicht.

Der neue Ford Transit - Impressionen

Ford Transit 2016
Außenansicht
Ford Transit 2016
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Ford Transit 2016
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Ford Transit 2016
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Ford Transit 2016
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Ford Transit 2016
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Ford Transit 2016
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Ford Transit 2016
Motorraum

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