Aktuelle News:

Wer seinen Wohnmobilausbau in Eigenregie durchführt, der muss einiges beachten. Nicht nur beim Grundrissentwurf und dem Bau und der Montage der Möbel. Auch der TÜV hat hier einiges mitzusprechen und gibt schnell sein Veto, wenn bestimmte Dinge nicht nach seinen Vorstellungen verbaut sind.

Zulassungskriterien für selbstausgebaute Wohnmobile

Richtlinien für den Wohnmobilausbau in EigenregieHandwerkliches Geschick muss man schon haben, wenn man sein Wohnmobil in Eigenregie ausbauen will. Das passende Werkzeug ist ebenso von Nöten. Fast wichtiger ist es aber, den Paragraphendschungel zu kennen. Denn nur dann bekommt man vom TÜV bei der Abnahme auch die ersehnte Plakette. Die Richtlinien für selbstausgebaute Wohnmobile sind mittlerweile hart. Vor ein paar Jahren war das noch anders. Hier konnte man Sitzbanksysteme noch selbst einbauen und vom TÜV problemlos abnehmen lassen. Heutzutage ist das schon anders. Gerade Komponenten mit hohem Sicherheitsaspekt müssen oft durch eine autorisierte Fachwerkstatt eingebaut werden. Nur dann ist eine Abnahme möglich. Neben Sitzbänken betrifft dies bspw. auch die Gasanlage. Ein Nachweis für einen sachgemäßen Einbau ist zur Prüfung vom TÜV zwingend notwendig. Welche Richtlinien gibt es aber noch beim eigenen Wohnmobilausbau zu beachten? Wir haben die wichtigsten Punkte einmal für Sie zusammengefasst.

Warum selbst ausbauen wenn der Markt doch so viele Möglichkeiten bietet?

Die Gründe für den Ausbau in Eigenregie sind so vielfältig wie die Camper selbst. Sagt einem die Marke nicht zu? Ist der Grundriss nicht 100 % passend. Ist es zu teuer. Bastelt man einfach gern. Möchte man stolz seinen Eigenausbau präsentieren. Hat man besondere Ansprüche an den Ausbau, die Standardfahrzeuge nicht erfüllen? Die Liste kann beinahe bis ins Unendliche fortgesetzt werden.

Entscheidend ist die Zulassung des Wohnmobilausbaus

Ist der ausgebaute Campingbus oder Kastenwagen als PKW zugelassen und zum Reisemobil umgebaut, bleibt die ursprüngliche Klassifizierung erhalten, solange der Umbau nicht behördlich abgenommen wird. Damit gilt der Umbau als Ladung und muss nach § 22 StVO ordnungsgemäß gesichert sein. Für die Zulassung hat dies keine Folgen.

Anders sieht das bei Fahrzeugen aus, die als Nutzfahrzeug zugelassen sind und nicht zum Sonderfahrzeug umgeschrieben werden. Werden hier die Anforderungen an die Transporteigenschaften eines LKW nicht mehr erfüllt, heißt es Betriebserlaubnis ade. Sie erlischt. Und das hat weitreichende Folgen.

Harte Anforderungen an die Zulassung als Wohnmobil

Auch wenn schon einige Anforderungen im Laufe der Zeit gelockert worden sind, einige bleiben dennoch bestehen. So ist der Wohnmobilausbau für Hobby-Ausbauer nicht ganz einfach. Auch wenn die vorgeschriebene Mindeststehhöhe im Wohnbereich von 170 cm für eine Besteuerung als Wohnmobil nicht mehr besteht, gestaltet sich die Umsetzung dennoch nicht so einfach. Schlaf- und Sitzgelegenheit sind laut StVZO ebenso notwendig wie ein Tisch und Raum für Gepäck. Einen Unterschied kann es zudem machen, ob man sein Wohnmobil vom TÜV oder der Dekra abnehmen lassen möchte. Die Stellen haben bisweilen nämlich unterschiedliche Vorstellungen, was ein Sonderkraftfahrzeug Wohnmobil eigentlich ausmacht. Bei vielen Prüfstellen muss das Mobiliar (bi auf den Tisch) dauerhaft mit dem Fahrzeug verbunden sein. Das Entfernen darf nur mit Hilfe von Werkzeug möglich sein. Sterngriffe oder Flügelmuttern, die zur Befestigung genutzt werden, sind also nicht ausreichend. Theoretisch. Denn auch hier gibt es Prüfer, die Fahrzeuge mit flexibler Einrichtung als Wohnmobil sehen. Allgemeine Anforderung: die Sicherheit der Insassen. So dürfen Türen und Klappen während der Fahrt auf keinen Fall aufgehen. Auch auf scharfe Kanten wird geachtet. Sei es durch die Fahrzeugkonturen oder den Möbelbau verursacht. Der TÜV Nord moniert Außenkanten von 90 Grad an Schränken oder Arbeitsflächen. Eine Abschrägung auf 2,5 mm oder die Verwendung von Gummilippen wird hier gefordert.

Die Küchenausrüstung – was macht einen Wohnmobilausbau zum Wohnmobil

Früher wurden auf Gaskartuschenkocher als Herd im Wohnmobilausbau akzeptiert. Vorausgesetzt sie besaßen eine Zulassung für den Innenraum. Heutzutage fordern Dekra und TÜV Rhein ein fest eingebautes Kochfeld. Der TÜV Nord akzeptiert auch transportable, einflammige Gaskartuschenkocher, sofern diese einen festen Stand aufweisen und sicher untergebracht werden können. Der TÜV Süd zieht auch Spirituskocher in Betracht. Sofern diese für den Innenraum geprüft und fest verschraubt werden können. Man merkt schnell: je nachdem wo man wohnt bzw. zu welcher Prüfstelle man fährt, gibt es unterschiedliche Anforderungen und Ansichten. Ein klärendes Gespräch mit dem Prüfer, der den Wohnmobilausbau abnehmen soll, ist also ratsam – bevor man mit dem Ausbau beginnt.
Möchte man dennoch keine feste Gasanlage in seinem Wohnmobilausbau montieren, können auch festverbaute Elektroplatten genutzt werden. Wichtig: eine Verdrahtung nach VDE-Vorschrift ist vorgeschrieben. Ebenso müssen sie mit einem Sicherungsschutz und einer entsprechenden Außensteckdose versehen sein.

Was gibt es noch zu beachten für die Zulassung des Wohnmobilausbaus

Wie groß der Raum für die Gepäckunterbringung sein muss, legt keine Rechtsvorschrift fest. Das Urlaubsgepäck und die Reiseutensilien müssen aber sicher aufbewahrt und gelagert werden können. Auch hier kommt es wieder auf den TÜV an. TÜV Süd ist mit einem Küchenblock mit Kasten zufrieden. Der TÜV Rheinland begnügt sich schon mit einem Kofferraum mit eingezogenen Böden. Kleines Plus: In der EG-Richtlinie gibt es keine Ausführungen zur vorgeschriebenen Autarkie des Ausbaus. Für den TÜV Nord spielt dies also keine Rolle. Der TÜV Rheinland hingegen ist der Meinung, dass Camper die kochen auch Frisch- und Abwasser benötigen. Wie das Wassersystem umgesetzt ist, spielt wiederrum eine kleinere Rolle. Ob gesicherte Kanister oder eingebaute Tanks – beides ist möglich. Nicht vorgeschrieben, ist eine Toilette. Nach § 35c StVZO ist aber eine Heizung in geschlossenen Fahrzeugen vorgeschrieben. Die Energiequelle ist dabei wieder untergeordnet: Gas-, Elektro- oder Standheizung können genutzt werden. Bei Kleinbussen unerheblich: zwei voneinander unabhängige Fluchtwege.

Auch wenn die EG-Richtlinie das Thema Wohnmobilausbau mit nur wenigen Zeilen abhandelt, gibt es ein sechseitiges Merkblatt des VdTÜV zum Thema „Anforderungen an ein Wohnmobil“ (wenn auch dieses mittlerweile zurückgezogen worden ist). Obwohl das Merkblatt somit rechtlich nicht bindend ist, arbeiten viele Prüfer noch mit diesen alten Regelungen. Über die Vorgabe, dass der Wohnbereich „den Eindruck eines für Wohnzwecke geeigneten Raumes hervorrufen“ soll, kann also diskutiert werden. Alles in allem ist der Wohnmobilausbau in Eigenregie zwar an ein paar Richtlinien gebunden. Spricht man sich vorab und während des Ausbaus aber mit dem Prüfer seiner Wahl ab, sollte der Eigenausbau und dessen Abnahme kein Problem sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Mercedes Rückrufaktion 2019 – Achtung Wohnmobilausbau
Wohnmobilausbau Schlafraumverdunkelung - für eine erholsame Nachtruhe
Elektrik-Defekte finden und beheben beim Wohnmobilausbau

Bitte Login ausführen oder Registrieren um einen Kommentar zu verfassen.