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Der VW T4 als Wohnmobilausbau ist beliebt. Die Pros sind klar: er ist günstiger als ein fabrikneuer Camper und ein Wertverlust ist nahezu ausgeschlossen. Schick und zuverlässig ist er zusätzlich. Doch ein paar Punkte sollte man beim Kauf eines guten Gebrauchten dennoch im Auge behalten.

Beliebt, bewährt, aber mit so mancher Schwachstelle

VW T4 als Wohnmobilausbau – auf was man beim Kauf achten sollteDer VW T4 ist ein Klassiker. Bullifans lieben ihn. Gerade Camper, die ihn gerne zum Wohnmobilausbau erweitern. Viele schwören auf den T-Bus und seine Zuverlässigkeit, gerade im Vergleich zum T5. Für welchen VW man sich als Campingliebhaber entscheidet, ist jedem selbst überlassen. Soll es ein VW T4 als Wohnmobilausbau werden, sollte man beim Kauf des Gebrauchten jedoch auf ein paar Punkte achten. Denn auch das begehrte Liebhaberstück hat die eine oder andere Schwachstelle. Positiv sind auf jeden Fall der Vorderradantrieb, die hohe Verarbeitungsqualität und das Pkw-artige Handling.

Mit Klassikerpotenzial – der VW T4 als Wohnmobilausbau

Mittlerweile zählt der VW T3 zu den Oldtimern. Verdient. Aber auch der T4 hat seine Fans und rückt damit als Liebhaberstück mit Klassikerpotenzial nach. Ab August 1990 wurde der Bus, nach 40 Jahren Heckantrieb, erstmals mit Vorderradantrieb gefertigt. Bei der vierten Transportergeneration befinden sich Motor, Getriebe und Antriebsachse damit vor dem Fahrer. Auch damals arbeitete VW schon mit dem bekannten Ausbaupartner Westfalia zusammen und bot den T4 als Campingbus an. Der California gehört dabei auch heute noch zu den wohl gesuchtesten und damit auch teuersten Modellen der Baureihe. Ein Kauf kann sich aber dennoch lohnen, wenn man weiß worauf man achten sollte.

Darauf sollten Sie beim Kauf eines gebrauten VW T4 als Wohnmobilausbau achten

Wer keinen California braucht, der kann mit dem Caravelle oder Transporter bares Geld sparen. Modulare Campingboxen, ein Eigenausbau, ein Wohnmobilbausatz oder ein individuell angefertigter Ausbau machen den T4 im Handumdrehen zum vollwertigen Campingbus. Möchte man einen Vertreter der vierten Generation erwerben, sollte man daher schon vorab wissen, was man damit vor hat. Die verschiedenen Ausführungen eignen sich besser und schlechter für den Ausbau.

Entscheiden Sie sich vor der intensiven Suche, ob es ein Transporter, ein Caravelle, ein Multivan oder der California werden soll.

Neben der Ausführung sollte man auch die beide Radstände, die vier Dachvarianten und die zwölf verbauten Motoren im Auge behalten. Steht man dann vor dem Objekt der Begierde, sollte man nachfolgende Punkte einer genaueren Prüfung unterziehen:

Schwachstellen beim VW T4
Windschutzscheibe
Schweißnähte
Kantenrost an den Kotflügeln
Rost am Schweller
Bremssättel hinten
Zahnriemen
Automatikgetriebe (vor allem bei V6)
Schiebeabdichtungen
Traggelenke/Spurstangen
Türkabelbäume

Auch wenn man für einen guten Gebrauchten etwas mehr ausgeben muss. Lohnt es sich in der Regel eher, also die Wiederaufbereitung einer Rostlaube. Denn Rost ist der größte Feind, den der VW T4 als Wohnmobilausbau hat. Hauptgrund ist der überlackierte PVC-Unterbodenschutz. Der wird mit der Zeit spröde, bekommt Risse und gibt damit der Feuchtigkeit den Weg frei. So arbeitet es lange im Verborgenen, gerne an Schweller, Radläufen oder Blechfalzen, bis der Besitzer überhaupt etwas von seinem Glück erfährt. Daher sollte man unter alle Dichtungen schauen und den Schweller genau in Augenschein nehmen. Auch wenn das einiges an Zeit in Anspruch nimmt. Die herausnehmbaren Gummistopfen beim Schweller sparen Zeit, da sie einen Blick ins Innere erlauben.

Die A-Säulen sind gerne einmal mit verstopften Abläufen im Hohlraum zwischen Kotflügel und Motorspritzwand gesegnet. Ein kleiner Test, gibt hier schnell Aufschluss. Kippen Sie einfach einen Schluck Wasser oben hinein und schauen Sie ob es an der richtigen Stelle unten herauskommt. Ist das begehrte Exemplar vor 1996 gebaut, sind die Kotflügel noch verschweißt. Eine Demontage zur genauen Sichtung ist damit nicht möglich. Schauen Sie daher bei offener Tür unter dem Fangband in den Hohlraum. So gut es eben geht. Die Modelle seit 1996 sind mit verschraubten Kotflügeln versehen, sodass diese schnell abgebaut und die Prüfung ausgiebig erfolgen kann.

Achtung vor ausgeschlagenen Traggelenken beim VW T4

Was den T-Bus besonders auszeichnet ist sein Fahrwerk. Die Leichtigkeit und das Pkw-artige Fahrverhalten zeichnen den VW T4 aus. Fährt sich der Bus aber nicht wie ein Golf, handlich und präzise, kann das ein Zeichen dafür sein, dass die Traggelenke ausgeschlagen sind. Das kann repariert werden, ist aber gut zu wissen. Ist man schon dabei sollte man auf jeden Fall in haltbare PE-Buchsen investieren. Ist der Gute schwammig in der Kurve, können verschlissene Stoßdämpfer die Ursache sein. Fahrzeuge ohne ABS kämpfen oft mit fest gerosteten Bremsdruckreglern. Zudem brechen an der Hinterachse auch gerne einmal die Schraubenfedern. Auch die Vorderachse sollte inspiziert werden: die Manschetten der Servolenkung sollten auf jeden Fall dicht sein. Eine Überholung ist recht teuer. Hat man einen stärker motorisierten T4 auf der Liste sollte man auch die Antriebswellen checken. Ein Klopfen unter Last in Kurven kann dafür ein Anzeichen sein.

Auch unter der Haube sollte man ein kritisches Auge haben

Aber auch wenn man sich den Motorraum des VW T4 als Wohnmobilausbaus näher anschaut, sollte man wachsam sein. Auch wenn die Motoren grundsätzlich als langlebig und zuverlässig gelten, sind gerade die Vierzylinder-Benziner und Saugdiesel bisweilen mit dem Gewicht des Busses überfordert. Erst die Fünfzylinder und der Direkteinspritzer-Turbodiesel punkten mit alltagstauglichen Fahrleistungen. Gut gewartet sind 200000 Kilometer so kein Problem. Nur eine saubere Dokumentation der Service- und Wartungsintervalle ist hier wichtig.

Wichtig ist hier vor allem der Zahnriemen. Fahrzeuge bis 1999 sollten die Wechselintervalle (90000 bis 120000 Kilometer) nicht ausreizen. Sonst reißt der Riemen. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte keine genaue Auskunft des Verkäufers möglich sein, tauscht den Riemen daher lieber und weiß die 1000 EUR gut investiert. Beliebt sind vor allem die ab 1996 angebotenen TDI Motoren. 88 bis 150 PS bringen die Reisenden hier vorwärts. Sie sind laufruhig und vor allem sparsam. 7 bis 9 Liter auf 100 Kilometer ist eine Ansage. Der Sechszylinder-Motor klingt zwar besser und bringt schneller vorwärts, benötigt dafür aber auch etwas mehr Sprit. Zweistellig wird es beim Verbrauch alle mal. Wen das nicht stört, der ist auch hier gut bedient. Manko ist hier lediglich das Automatikgetriebe bei der 204 PS Motorisierung. Die ist der Leistung nicht gewachsen und stellt oft schon nach 100000 Kilometern den Dienst ein. Das Fünfgang-Schaltgetriebe ist hier robuster und langlebiger.

Achtung bei Anhängerbetrieb beim VW T4 als Wohnmobilausbau

Wurde der T4 oft zum Ziehen von Anhängern genutzt sollte man auch hier prüfen. Ist die Anhängerkupplung verschließen? Gerade Automatikgetrieben setzt diese Beanspruchung zusätzlich zu. Gerade wenn die Anhängelast von 2,5 Tonnen all zu oft ausgenutzt wird. Das nimmt die Getriebe-Eingangswelle dem Besitzer gerne übel.

Die Tür- und Fensterelektrik kann aufgrund abgeknickter Kabelbäume in der Tür ausfallen. Generell gilt die Elektrik des Busses als empfindlich. Eine genaue Prüfung aller Funktionen und Komfortextras sollte daher vor dem Kauf Pflicht sein. Das gilt auch für die optional erhältliche Standheizung. Nach allerspätestens 10 Jahren muss die Brennkammer gereinigt oder ersetzt werden. Nur so kann das Eindringen von Abgasen in den Innenraum verhindert werden. Hat der Camper ein Aufstelldach muss auch das unter die Lupe genommen werden. Hat der T4k keines und man möchte eins, muss man mindestens mit Kosten von 2000 EUR rechnen, das wird aber kaum ausreichen. Neben dem Aufstelldach gab es den T4 zudem mit Compactdach für Stehhöhe oder mit dem Hochdach inkl. Längsdoppelbett.

Gegen den Kauf eines gebrauchten VW T4 als Wohnmobilausbau spricht eigentlich nichts. Er ist wesentlich günstiger als ein fabrikneuer Campingbus und der Wertverlust wird sich, betrachtet man die Preisentwicklung der T1, T2 und T3 Busse, in Grenzen halten. Auch wenn man mindestens 20000 EUR in die Hand nehmen sollte, um einen guten Gebrauchten zu erhaschen. Die Investition lohnt sich. Campingfeeling a la Abenteuer, Freiheit und Unabhängigkeit genießt man damit auf alle Fälle. Und das stilecht. Wer weiß, vielleicht tritt der VW T4 als Wohnmobilausbau ja in die Fußstapfen seines kleinen Bruders und wird wie der T3 zum begehrten Sammlerstück. Möchte man den T4 mit Campingausbau fahren, sollte er auf jeden Fall 100 PS haben. Alles andere mag vielleicht günstiger sein, macht in der Praxis aber keinen Spaß, da das Vehikel damit deutlich untermotorisiert ist.