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Wer seinen Wohnmobilausbau selbst ausbauen möchte oder ggf. an der vorhandenen Elektrik etwas anpassen will, sollte durchaus etwas Erfahrung in der Sache haben. Auch kleine Elektroinstallationen wollen gut durchdacht und geplant sein. Wir zeigen worauf es ankommt.

Eine richtige Elektrik will gelernt sein

Eins vorneweg: wer nicht ausreichend Erfahrung oder einen Fachmann an seiner Seite hat, der sollte die Elektroinstallation lieber einem Profi überlassen. Nur wer tief genug in die Materie eingetaucht ist, sollte sich an der Elektrik seines Wohnmobilausbaus versuchen.

Gerade im Frühjahr, kurz bevor die Campingsaison für viele los geht, heißt es noch einmal Ärmel hochgekrempelt und Do it yourself. Viele Camper basteln gerne selbst und wagen sich auch an so manch kleine oder größere Elektroinstallationen. Optimierungspotenzial gibt es oft. Hier noch eine LED-Schwanenhalsleuchte, dort eine weitere USB-Steckdose. Oft zeigt sich erst in der Praxis wo Lichter und Steckdosen am besten untergebracht sind. Wer schon etwas mehr Erfahrung in Punkto Elektrik und Wohnmobilausbau hat, der wagt sich als Hobbyelektriker vielleicht auch schon an die Montage eines Wechselrichters oder der Nachrüstung eines Kompressorkühlschranks. Doch selbst wenn es sich nur um eine 12-Volt-Elektrik handelt, sollte man das Thema nicht unterschätzen. Denn auch hier lauert so manche Tücke, die nicht unterschätzt werden sollte. Wichtig: Wird ein Verbraucher an den Plus-Verteiler oder die Bordbatterie angeschlossen, muss der Kabelquerschnitt genau auf den Verbraucher angepasst sein.

Grundlegendes zur Elektrotechnik für den Wohnmobilausbau

Auch wenn das Thema durchaus kompliziert ist, möchten wir versuchen einige Basics zu erklären. Starten wir mit den Verbrauchern, also den Geräten, die mit Strom versorgt werden wollen. Ihre Leistung geben die Hersteller in Watt an. Je nachdem um was für einen Verbraucher es sich handelt, kann der Verbrauch stark schwanken. LED-Leuchten rauben der Bordbatterie nur wenige Watt. Beim TV oder Kühlschrank sieht das schon wieder ganz anders aus. Aber was ist mit meinem heimischen Fön. Kann ich den im Wohnmobilausbau nicht benutzen? Sofern der Fön für einen 230-Volt-Anschluss ausgelegt ist, ist eine Nutzung nur möglich, wenn ein Wechselrichter im Wohnmobilausbau verbaut ist. Denn dieser wandelt die im Bordnetz vorhandene 12 Volt Gleichspannung in eine 230 Volt Wechselspannung um. Das klingt super und ist es auch. Man sollte sich nur darüber im Klaren sein, dass der Fön beim Benutzen in Abhängigkeit der Leistungsklasse des Wechselrichters schon schnell einmal 1.500 Watt und mehr zieht.

Zusammengefasst bedeutet das, dass alle Verbraucher an die Bordbatterie (direkt oder indirekt) angeschlossen werden müssen und deren Verbrauch sehr unterschiedlich sein kann. Im Gegensatz zu daheim gibt es im Wohnmobilausbau standardmäßig aber keine 230-Volt-Steckdose und keine Wechselspannung. In der Wohnung sind alle Kabel gleich dick und können so auch über längere Strecken den Strom zu den Verbrauchern schicken, selbst mit dünnen Kabeln – der Wechselspannung sei Dank. Im Wohnmobilausbau herrscht aber Gleichspannung. Das bedeutet, dass die Kabelstärke an die Leistung des Verbrauchers und an die Entfernung zur Bordbatterie angepasst sein muss.

Auf den Kabelquerschnitt kommt es an beim Wohnmobilausbau

Im Klartext heißt das: Der Kabelquerschnitt hängt von zwei Faktoren ab. Nämlich der Leistungsfähigkeit des Verbrauchers und der Entfernung zur Bordbatterie. Es gilt, je leistungsfähiger und je weiter weg dieser ist, desto dicker muss das Kabel sein. Möchte man einen 100-Watt-Verbraucher anschließen und holt sich den Rat eines Experten, wird dieser ein 2,5-mmÇ Kabel empfehlen, solange die Leitung höchstens 2,5 Meter lang ist. Liegt die Entfernung bei 4 Metern ist schon ein 4,0mmÇ Kabel notwendig, bei 7 Metern sind es immerhin schon 6,0mmÇ.

Aber warum das Ganze überhaupt? Nimmt man ein Kabel, das eigentlich zu dünn ist, gibt es über lange Strecken einen Spannungsverlust. Und der kann gar nicht so unerheblich sein. Das ist beispielsweise der Grund warum Absorberkühlschränke auf 12 Volt mehr schlecht als recht kühlen. Weitere Gefahr, die bei zu dünnen Kabeln lauert: ein Kabelbrand. Da das Kabel schlichtweg „überlastet“ wird. Wer jetzt denkt er nimmt einfach immer dickere Kabel, liegt aber auch nicht ganz richtig. Denn diese sind zum einen sehr teuer und erhöhen zum anderen das Gewicht. Auch wenn man denkt es sind ja nur ein paar Kabel. Es kommen schnell einige Meter zusammen und wenn man ständig zu dicke Kabel nimmt, hat man schnell ein paar Kilo Kabelsalat an Bord. Daher sollte man bei der Verkabelung lieber das passende Kabel verwenden.

Doch das ist noch nicht alles. Wer seine Elektroinstallation im Wohnmobilausbau ganz sauber machen möchte, der sollte jede Leitung zu einem Verbraucher mit einer Sicherung absichern. So kann diese im Fall der Fälle durchbrennen und die Stromzufuhr unterbrechen, sodass weder Verbraucher noch der Camper, der das Gerät vielleicht gerade in der Hand hat, zu Schaden kommt. Die Größe der Sicherung hängt dabei vom Strombedarf des Verbrauchers und dem Leitungsquerschnitt ab. Passt die letztere ideal zum Verbraucher, gilt bei der Wahl der Sicherung: so groß wie nötig und so klein wie möglich. Beispiel: ein Verbraucher, der 5 Ampere zieht (etwa 60 Watt) sollte mit einer Sicherung abgesichert werden, die minimal größer ist. Sind die Anlaufströme bei anderen Verbrauchern wie bspw. Klimaanlagen oder Kompressorkühlschränken größer, muss auch die Absicherung entsprechend höher sein.

Man sieht, die Elektroinstallation im Wohnmobilausbau ist kein Kinderspiel. Man muss einiges bedenken. Nicht nur für die eigene Sicherheit, sondern auch für die der Verbraucher und letztendlich auch für das Gesamtgewicht des Ausbaus. Auch wenn so manch einer das Gewicht von Kabeln unterschätzt, kommen hier doch schnell einige Kilogramm zusammen. Wer schon einmal einen kompletten Kabelbaum ausgebaut hat, weiß wovon er spricht. Hat man ausreichend Erfahrung oder einen Fachmann an seiner Seite, kann man die Elektroinstallation in seinem Wohnmobilausbau auch selbst vornehmen. Hat man aber Zweifel oder das eine oder andere Fragezeichen in den Augen, sollte man sich zumindest Rat holen. Wer ganz unsicher ist, sollte die Installation lieber von einem Fachmann durchführen lassen. Das ist oft schneller und auf jeden Fall elektrotechnisch korrekt. Dann steht auch dem Föhnen unterwegs, der neuen Leselampe oder der zusätzlichen USB-Steckdose nichts mehr im Wege.

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