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Wintercamping ist nicht jedermanns Sache und auch nicht jedes Reisemobil ist für die Anforderungen des Winters optimal ausgelegt. Hartgesottene Wintercamping-Enthusiasten arbeiten mit einer Vielzahl an Kniffen und Tricks um ihr Reisemobil oder ihren Wohnwagen auch im Winter nutzen zu können – denn Wintercamping hat seinen ganz besonderen Reiz. Doch die Vorbereitungen sind dem Durchschnitts-Camper meist zu viel Action. Hinzu kommt, dass man doch das eine oder andere Zubehörteil erwerben muss, um den Winter-Urlaub wirklich genießen zu können. Doch wie wir aus Erfahrung wissen, wird gerade beim Zubehör gerne noch einmal kräftig zur Kasse gebeten.
Kein Wunder also, dass sich die Vielzahl der Camper dazu entscheidet, ihr Freizeit-Gefährt über den Winter einzumotten. Wer jetzt, im Dezember darüber nachdenkt, sein Reisemobil in den Winterschlaf zu schicken, ist eigentlich schon zu spät dran. Denn auf jeden Fall sollte man seinem Reisemobil mindestens einen Wellness-Tag vor der vorübergehenden Stilllegung gönnen. Dies hat gleich mehrere Gründe. Erstens sind Camper normalerweise im Frühjahr voller Tatendrang und wollen ohne große Vorbereitungen losstarten, zweitens dankt ihnen ihr Caravan oder Reisemobil das jährliche Putz-Engagement durch eine verlängertes Leben und einen höheren Werterhalt. Apropos Werterhalt: Es liegt wohl auf der Hand, dass sich ein überdachter Stellplatz in Sachen Werterhalt auf jeden Fall auszahlt, zumal die Dichtigkeit des Fahrzeugs während der Wintermonate nicht auf die harte Probe gestellt wird.

Die Scheune als Caravan Domizil

Viele Freizeitfahrzeug, aber auch Yachten verbringen ihren Winterschlaf in der Scheune eines Bauern. Hier profitieren beide Seiten. Der Bauer hat einen lukrativen Zugewinn und sie haben für ihr Fahrzeug einen trockenen Stellplatz. Im besten Fall können Sie dort sogar Arbeiten an ihrem Fahrzeug vornehmen. Achten sie bei der Verhandlung somit auch auf einen Strom-Anschluss, der nicht noch einmal gesondert in Rechnung gestellt wird. Hinsichtlich Preis lassen sich für die Unterstell-Möglichkeit keine Aussagen treffen. Manchen Bauern bieten den Service bereits ab 100 EUR an. Andere Verlangen mehr als 100 EUR je Monat. Hier gilt wie immer: Es darf verhandelt werden. Sehr gut geeignet sind auch Scheunen von Bauern, die bislang noch keine Unterstell-Möglichkeiten anbieten, bzw. auch nur 1 Unterstellplatz haben. Hier kommt man meist günstiger weg als bei Bauern, die sich auf das Winterlager spezialisiert haben und versuchen die preislichen Grenzen auszuloten.

Wer sein Fahrzeug in der Scheune überwintert, achte peinlichst genau darauf, dass das Fahrzeug hermetisch verschlossen ist. Neben Wohnwagen und Reisemobilen leben nun auch mal Mäuse, Katzen und manchmal auch Ratten und Ungeziefer in der Unterstell-Möglichkeit.
Mir selbst ist es einmal passiert, dass die Polster meines Wohnmobils von Parasiten nach dem Winterlager bewohnt wurden. Wir merkten es erst nach einer Nacht und völlig angeschwollenen Gesichtszügen. Da ist es natürlich schon zu spät.

Der Carport als Winterlager

Der Carport ist auch sehr gut für das Winterlager geeignet. Manche Stimmen behaupten, dass er sogar besser als eine geschlossene Scheune sei, da die Durchlüftung besser ist. Das mag wohl sein. Dagegen steht aber der Nachteil, dass im Winter nicht am Fahrzeug gearbeitet werden kann.

Die Straße als Winter-Domizil

Die schlechteste, aber auch kostengünstigste Lösung bietet der Stellplatz auf der Straße. Mit allen damit verbundenen Nachteilen. So wird der Schnee von den Räumfahrzeugen natürlich auch an den Caravan geschippt. Weiterhin steht das Fahrzeug natürlich auch im Salz. Überhaupt ist der Straßen-Stellplatz nicht die günstigste Alternative für das Winterlager. Die Unterbringung des Fahrzeuges auf privaten Flächen (Carport, Scheune, Lagerhalle) bietet auch einen Preisvorteil. So kann in den letzteren Fällen das Fahrzeug mit einem Saison-Kennzeichen betrieben werden. Die dadurch erzielte Einsparung kann mit den Kosten für die Unterbringung gegengerechnet werden.
Was man auch wissen sollte: Der Caravan darf durchgehend nur 2 Wochen an einem Standplatz auf öffentlichem Verkehrsraum abgestellt werden. Über diesen Zeitraum hinaus, kann die Polizei die Zweckentfremdung des Verkehrsraums mit einem Bußgeld und 3 Punkten in Flensburg ahnden. 
Anders beim Reisemobil: Hat man eine Ganzjahreszulassung kann man das Fahrzeug auch auf öffentlichen Straßen unbefristet parken. Einschränkungen gibt es nur durch entsprechende Verkehrszeichen.

Arbeiten am Fahrzeug

Hat man einen Standplatz gefunden stehen die folgenden Arbeiten an, um das Fahrzeug gut über den Winter zu bekommen:
Egal ob Wohnmobil oder Wohnwagen. Das Fahrzeug wird außen und auch innen gründlich gereinigt. Außen empfiehlt sich die Wäsche mit einem entsprechenden Pflegemittel aus dem Zubehörhandel. Sinnvoll ist auch das Einwachsen des Fahrzeugs. Innen wird alles gründlich gesaugt und alle losen Matten aus dem Fahrzeug entfernt, gesaugt und mit dem Teppichklopfer geklopft. Sie werden verwundert sein, welche Mengen an Staub sich dadurch entfernen lassen. Alle Oberflächen werden mit lauwarmen Wasser gewischt. Nur bei hartnäckigen Verschmutzungen kommen Reiniger zum Einsatz. Bedenken Sie, dass es sich meistens um Furnier oder Folie handelt. Gerade letztere kann sich bei zu viel Feuchtigkeit von den Spanplatten/vom Sperrholz lösen. Achten Sie darauf, dass sie auch in allen Schränken putzen. Gerade hier beginnt es sehr gerne am schnellsten zu gimmeln.
Innen als auch außen, werden alle Kunststoffteile mit Kunststoffpflege behandelt. Dies hält den Kunststoff auch auf Dauer geschmeidig und wirkt der Brüchigkeit entgegen. Ebenso verfahren sie mit allen Dichtungen und sonstigen Gummi-Applikationen im Fahrzeug. Für den Erhalt der Geschmeidigkeit von Gummi hat sich Hirschtalg oder Talkum sehr gut bewährt.
Alle Polster im Fahrzeug werden so aufgestellt, dass sie hinterlüftet sind. Noch besser wäre es, wenn sie die Polster an anderer Stelle an einem trockenen Ort lagern könnten.
Alle Schränke sind während der Winterpause zu öffnen. Reinigen Sie alle Einlegeböden der Schränke. Besonders gründlich ist der Kühlschrank zu reinigen. Den Kühlschrank auf keinen Fall während der Winterpause schließen.
Schlösser vertragen alle einen Tropfen Öl, bzw. Graphit. Achten sie darauf, kein herkömmliches Öl für die Schlösser zu verwenden. Oft harzt dieses nach einiger Zeit und sie erzielen genau das Gegenteil von dem, was sie erreichen wollten.

Batterie abklemmen und laden

Jede Fahrzeugbatterie unterliegt einer gewissen permanenten Entladung. Grund hierfür sind sogenannte Kriechströme. Achten sie darauf die Batterie abzuklemmen und laden Sie die Batterie während der Winterpause immer wieder einmal nach. Besonders effizient sind sogenannte intelligente Ladegeräte, die eine bestmögliche Ladung und Entladung der Batterie sicherstellen.
Doch auch diese Geräte funktionieren nur zuverlässig, wenn sie vorher den Säurestand der Batterie überprüft haben und diesen gegebenenfalls mit destilliertem Wasser nachgefüllt haben.
Raumentfeuchter aufstellen

Raumentfeuchter sind im Winterlager ein absolutes Muss. Diese Boxen entziehen der Luft überschüssige Feuchtigkeit und verhindern Schimmelbildung und Modergeruch. Raumentfeuchter kosten nicht die Welt und arbeiten ohne elektrische Energie, rein auf chemischer Basis. Achten sie jedoch darauf, dass keine Kinder mit dem Granulat in Berührung kommen. Das Granulat ist ätzend.

Tätigkeiten in der Küche und im Bad

Auch hier legen sie größten Wert auf Sauberkeit. Entfetten Sie ihren Backofen und auch die Kochplatten. Nutzen sie hierzu einen Sprüh-Reiniger um in alle Ecken zu kommen. Es gibt wenig ekelerregenderes als den Besuch von Parasiten und Ameisen. Gerade Ameisen fühlen sich durch Essensreste  - auch Fett – fast magisch angezogen.
Im Bad arbeiten sie am besten mit einem Dampfreiniger. So können sie alle Schmutz-Stellen professionell und nachhaltig reinigen. Achten sie darauf, dass sie verklebte Flächen nicht zu lange mit dem Heißdampf bearbeiten. Auch Klebestellen können sich unter Umständen durch den Dampf lösen.
Die Fäkal-Kassetten sind zu entfernen und gründlich zu reinigen. Die Gummidichtungen sind zu warten. Reinigungs- und Pflegemittel erhalten sie im Fachhandel.
Wasser und Rohrleitungen

Alle Wassertanks sind gründlich zu leeren und zu reinigen. Alle Wasserleitungen sind zu lüften. Das heißt: Wasserhähne und Entsorgungshähne öffnen und am besten mit Luft durchblasen. Nutzen sie die Möglichkeit um alle Leitungssysteme zu desinfizieren. Achten Sie auch darauf, dass sie Restwasser in den Thermen entfernen . Öffnen sie diesbezüglich auch etwaige Frostschutzventile.


 

 

 

 

 


 

 

 

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