Aktuelle News:



Bremssysteme beim Wohnwagen

buerstner averso top 465 ts aussenWer die Geschichte und Entwicklung von Wohnwagen etwas verfolgt hat, wird feststellen, dass es früher meist Anhänger ohne Auflaufbremse gab. Das bedeutet, dass der angehängte Wohnwagen nicht selbst bremst, sondern durch die Bremskraft des Zugfahrzeuges verlangsamt wird. Heutzutage sind Auflaufbremsen üblich und spielen sogar eine Rolle dabei, ob man den Wohnwagen – je nach vorhandener Führerscheinklasse – überhaupt bewegen darf oder nicht.

Verschiedene Bremssysteme für Anhänger

Neben ungebremsten Anhängern bei denen sich der Bremsweg erheblich verlängert (die Bremskraft des Zugfahrzeuges steht in Abhängigkeit zum eigenen Gewicht, die schiebende Wirkung hingegen hängt vom Gewicht des Fahrzeuges und des Anhängers ab) und die Richtungsstabilität beim Bremsvorgang verringert wird, gibt es noch weitere Systeme:

aNicht durchgehende Bremse: hier verfügen die Bremsen des Zugfahrzeuges und des Anhängers über zwei verschiedene Energiequellen und Betätigungseinrichtungen. Die Energiequelle des Zugfahrzeuges besteht aus der Muskelkraft des Fahrers, welcher das Bremspedal betätigt. Die Energiequelle des Anhängers hingegen schöpft sich aus der Auflaufkraft, welche über die Auflaufeinrichtung übertragen wird. Am weitesten bekannt ist die Auflaufbremse, welche gerne bei Wohnwagen zum Einsatz kommt.

bHalbdurchgehende Bremse: hier besitzen des Zugfahrzeugbremsen und die Bremse des Anhängers zwar verschiedene Energiequellen, die Betätigungseinrichtung - das Bremspedal - ist jedoch gleich. Meist verfügen solche Systeme über eigene Druckluftanlagen. So ist die Energiequelle des Zugfahrzeuges die Muskelkraft, die des Anhängers die Druckluft. Anwendung: Traktoren mit Druckluftanlage.

cDurchgehende Bremse: hier werden die Bremsen von Zugfahrzeug und Anhänger von nur einer Energiequelle und nur einer Betätigungseinrichtung gesteuert. Anwendung: LKW mit Druckluftbremse, PKW selten.

Vor- und Nachteile der Auflaufbremse

Die Auflaufbremse beim Wohnwagen läuft – wie der Name bereits sagt – auf das Zugfahrzeug auf, sobald dieses gebremst wird. Über die Anhängerkupplung wird diese Bremskraft über mechanische Hebel auf die Bremsen des Wohnwagens übertragen, welcher dadurch ebenfalls abbremst. Die Bremskraft selbst ist dabei davon abhängig, wie stark das Zugfahrzeug verzögert. Das bedeutet, dass der Wohnwagen auch gegen die Anhängerkupplung drückt, wenn seine Bremsen wirken. Der große Nachteil dabei: die Stabilität des Gespanns wird verschlechtert. Im Vergleich zu ungebremsten Wohnwagen ist diese schiebende Wirkung jedoch gering und wird über die Bremsverzögerung automatisch ein geregelt.

Ein Problem stellt sich jedoch beim Rückwärtsfahren, denn hier schiebt das Zugfahrzeug den Wohnwagen, wodurch die Anhängerkupplung unter Druckspannung steht und normalerweise die Auflaufbremse aktiviert werden würde. Entgegengewirkt wird diesem Vorgang durch die Rückfahrsperre. Die ehemals manuell einstellbaren Rückfahrsperren, sind seit dem 1. Januar 1991 nicht mehr zulässig und wurden durch eine Rückfahrautomatik ersetzt.

Gut zu wissen: die zulässige Gesamtmasse von Wohnwagen mit Auflaufbremse ist gesetzlich beschränkt. Jedoch höher als bei ungebremsten Varianten. In Europa sind Auflaufbremsen bei Wohnwagen hinter PKW generell bis 3,5 t Gesamtmasse des Wohnwagens zulässig, sofern die Bremskraft auf alle Räder wirkt.

Darf ich oder darf ich nicht?

Wer sich nicht sicher ist, ob er mit seinem Führerschein der Klasse B einen Wohnwagen ziehen darf, findet hier ein paar Richtwerte (für eine genaue Auskunft sollte man jedoch bei der Fahrschule oder der Polizei nachfragen):

  • Ungebremst: maximal 750 kg
  • Gebremst:
    • Leergewicht Fahrzeug = höher als zulässige Gesamtgewicht Wohnwagen
    • Zulässiges Gesamtgewicht Fahrzeug + zulässiges Gesamtgewicht = max. 3500 kg

Bei einem gebremsten Wohnwagen müssen beide Bedingungen erfüllt sein. Für alles weitere sollte man den Führerschein der Klasse BE erwerben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kassettentoilette Toilette Wohnwagen Informationen Wohnwagen
Fahrdynamikwert FDK Wohnwagen Informationen Wohnwagen
Betten Wohnwagen Informationen Wohnwagen