Aktuelle News:

Der ein oder andere Wohnwagenbesitzer kennt es. Der Caravan ist voll und das Zugfahrzeug ebenso. Etwas mehr Platz – ausreichend Dachlast und zulässiges Gesamtgewicht vorausgesetzt – kann eine Dachbox verschaffen. Doch wie viel Geld muss man in die Hand nehmen und sind teurere Ausführungen auch wirklich besser?

Das Ergebnis ist teilweise überraschend

campocito classico aussen 723 274Wer mit dem Wohnwagen unterwegs ist, weiß oft eine gute Dachbox zu schätzen. Darin kann nützliches Zubehör, das für die Reise unabdingbar scheint, untergebracht werden. Die Vorteile? Ein schneller Zugriff und noch ein paar Kilo frei. Sollte der Caravan schon an seiner Nutzlastgrenze angekommen oder das Auto schon voll sein. So gewinnt man immerhin noch etwas Stauraum dazu. Gerade auf langen Fahrten kann das durchaus praktisch sein. Denn wer mehrere Wochen unterwegs ist, brauch in der Regel mehr, als Camper, die nur ein paar Tage zum Caravaning fahren. Grundsätzlich kann eine Dachbox auf jedem Pkw mit Dachgepäckträger und ausreichend Dachlast montiert werden. Aber Achtung: auch hier darf das maximal zulässige Gesamtfahrzeug des Pkw nicht überschritten werden. Der ADAC hat gemeinsam mit Stiftung Warentest nun zehn dieser Pkw-Dachboxen genauer unter die Lupe genommen. Wichtig waren dabei vor allem die Qualität, Sicherheit und der Mehrverbrauch des Fahrzeuges. Das Ergebnis: brauchbare Dachboxen bekommt man schon ab 300 EUR. Wer allerdings mehr Wert auf Qualität und Komfort legt, der muss deutlich mehr Geld in die Hand nehmen. Die günstigen Varianten zeigen nämlich durchaus Schwachstellen in puncto Handhabung und Crash-Sicherheit.

Der Testsieger beim Reisen mit dem Caravan – die Dachbox Thule Motion XT L

Von den getesteten zehn Dachboxen haben immerhin sechs ein „gut“ bekommen. Die Kosten: zwischen 300 und 600 EUR. Eindeutiger Sieger war aber die Thule Motion XT L Dachbox. Die war aber auch das zweitteuerste Modell im Test. Ihre Vorzüge liegen vor allem bei der Bedienfreundlichkeit. Hier gab es Bestnoten und die Konkurrenz konnte nicht mithalten. Die Kamei Oyster 450 Dachbox hat hingegen die Nase vorn beim Thema Crash-Sicherheit. Sie ist für rund 630 EUR zu haben.

Eine stabile Befestigung ist das A und O

Egal ob günstig oder teuer, die Dachbox sollte sicher montiert und stabil befestigt werden. Doch auch wenn man darauf achtet, gibt es Modelle, wie die günstige G3 Reef 580 (250 EUR) oder die Zeus 480 L von Farad (320 EUR), die in Sachen Crash-Sicherheit enttäuschen. Oftmals rissen hier Gurte und Befestigungen nach einem Aufprall. Teils gingen nach dem Aufprall sogar Anbauteile verloren oder standen heraus (Zeus 480 L und Reef 580). Zwar reden wir hier vom Extremfall, einem Unfall, aber auch dann möchte man sein Hab und Gut doch sicher verstaut wissen. Daher sollte man nicht nur auf eine gute Crash-Sicherheit bei der Dachbox achten, sondern ebenso genau auf die stabile Befestigung der Box auf dem Dachträger.

Wer es geahnt hat, bekommt recht – deutlicher Mehrverbrauch mit Dachbox

Wer mit seinem Wohnwagen verreist, wird es schon kennen: die angehängte Wohnung erhöht den Verbrauch des Zugfahrzeugs doch deutlich. Je nachdem wie schwer der Wohnwagen ist und wie hügelig die Strecke. Oft spielt auch der Gegenwind eine Rolle, sofern das Gefährt nicht aerodynamisch einwandfrei ist. Doch auch eine Dachbox auf dem Pkw sorgt für einen deutlichen Mehrverbrauch. Beim ADAC im Test war ein VW Touran 2.0 TDI. Der verbraucht im normalen Betrieb auf 100 km und mit 130 km/h im Schnitt 6,1 Liter. Je nach Dachbox und deren aerodynamischen Form hat sich der Verbrauch im Test um bis zu 1,29 Liter erhöht. Auf 100 Kilometer wohl gemerkt. Die Dachbox Tirol 420 von Northline hat hier am schlechtesten abgeschnitten. Bestwerte lieferte die Kamei Oyster 450 mit einem Mehrverbrauch von 0,94 Liter. Im Durchschnitt erhöht sich der Spritverbrauch immerhin um 18 Prozent.

Ist man nach der Fahrt also auf dem Campingplatz angekommen und braucht die Dachbox nicht mehr, ist es ratsam diese zu demontieren. So spart man sich beim Erkunden der Umgebung oder dem Anfahren der einzelnen Urlaubsziele vom Campingplatz aus doch einige Liter. Das Fazit: man bekommt schon eine vernünftige Dachbox für rund 300 EUR. Eine bessere Handhabung und mehr Crash-Sicherheit gibt es aber erst bei den teureren Varianten. Die kosten immerhin etwas mehr als das Doppelte. Kleine aber feine Details erleichtern aber den Alltag. So gibt es bspwl. Bei der Thule Dachbox eine Drehmomentbegrenzung zur sicheren Befestigung. Die Kamei Box lässt sich dank des Click-Fix-Systems am einfachsten montieren. Hier wird falls vorhanden einfach die T-Nut des Aluminium-Dachträgers genutzt. Teurere Modelle punkten zudem mit drei Gurten zur Befestigung der Ladung und mit stabilen Metallverschlüssen statt solcher aus Plastik. Weiteres Plus: das Gewicht der Box. Teure Modelle sind oft leichter, sodass mehr Kilogramm für die Zuladung übrig bleiben. Die Dachlast des Fahrzeuges darf nämlich auf keinen Fall überschritten werden. Je nachdem wie viel Geld man also ausgeben möchte hat man die Qual der Wahl. Auch günstige Boxen nehmen die Urlaubsutensilien sicher auf. Wenngleich man ggf. Abstriche beim Komfort machen muss. Man sollte aber natürlich auch immer mit bedenken, wie oft man die Dachbox verwendet und wie viele Kilometer man damit zurücklegt.

Im Überblick – das ADAC Testergebnis
Thule Motion XT L mit 1,9
Kamei Oyster 450 mit 2,1
Atera Casar L mit 2,2
Hapro Trivor 440 mit 2,2
Mont Blanc Altitude 450 mit 2,4
Norauto Bermude 400 (ATU) mit 2,4
Jetbag 80 Family mit 2,6
Northline Tirol 420 mit 2,6
G3 Reef 580 mit 3,5
Farad Zeus 480 L mit 4,0

Punktebewertung: 0,5 bis 1,5 = sehr gut, 1,6 bis 2,5 = gut, 2,6 bis 3,5 = befriedigend, 3,6 bis 4,5 = ausreichend, ab 4,6 = mangelhaft