Aktuelle News:

Elektroauto und Wohnwagen, geht das überhaupt? Das ist eine berechtigte Frage. Grundsätzlich ja. Ordentlich Eigengewicht und Vortrieb gibt es. Aber, ja das Aber ist die Reichweite. Logisch, im Anhängerbetrieb sinkt die Reichweite. Daher sucht man bei viele Modellen die Anhängelast im Datenblatt ver geblich. Man muss vor der Anschaffung eines E-Autos also genau prüfen, ob der eigene Caravan damit gezogen werden kann oder nicht.

Welches E-Auto kann einen Caravan ziehen?

E-Auto und Wohnwagen – geht das überhaupt?Elektromobilität ist in aller Munde. Zwar wurde das Ziel der Bundesregierung mit 1 Million E-Autos in Deutschland nicht erreicht, dennoch sind die Fahrzeuge auf dem Vormarsch. Immer mehr Hersteller holen die Modelle aus der Schublade. Vor ein paar Jahren sah es hier noch mau ist. Klar, dass sich der eine oder andere Camper die Frage stellt, wie passen E-Auto und Wohnwagen zusammen. Der Trend Elektromobilität wird vermutlich nicht mehr weggehen. Dennoch möchte man das Camperhobby natürlich weiter ausleben. Das Stück Freiheit möchte kaum einer aufgeben. Aber kann man mit einem E-Auto überhaupt einen Anhänger ziehen? Die Antwort ist: Ja. Grundsätzlich schon. Allerdings muss man vor dem Kauf des Zugfahrzeugs genau prüfen. Denn nicht jedes Auto mit Elektroantrieb kann einen schweren Caravan ziehen.

Elektroauto und Wohnwagen am Haken – ja das geht

Langsam wird das Thema E-Auto realistisch. Greifbar. Die Reichweiten wachsen, die Ladeinfrastruktur wächst. Auch immer mehr Modelle stehen zur Auswahl. Manch einer nennt die E-Autos schon alltagstauglich. Für Camper wichtig: sie müssen den Wohnwagen ziehen können. Das ist grundsätzlich auch mit einem Elektroauto möglich. Allerdings muss man die Datenblätter dafür ganz genau anschauen. Nachfolgende Modelle können einen ungebremsten Anhänger bis 750 kg ziehen und auch gebremste Anhänger mit mehr Gewicht sind möglich.

E-Autos mit Anhängelast

  • Tesla Model X
  • Audi e-tron
  • Audi e-tron Sportback
  • Mercedes EQC
  • Polestar 2
  • Volvo XC40
  • VW ID.4
  • BMW ix3
  • Ford Mustand Mach-E
  • Jaguar I-Pace

Bis zu 2250 kg dürfen die E-Autos anhängen (gebremst). Das kann allerdings nur das Model X von Tesla. Immer hin 1800 kg Anhängelast gebremst gibt es bei Audi und Mercedes. Polestar und Volvo bieten 1500 kg an. VW schafft es noch auf 1200 kg. Alle anderen Anbieter kommen nur noch auf 750 kg – gebremst wie ungebremst.

Das gibt zumindest etwas Hoffnung. Das Camperhobby scheint noch nicht ganz verloren zu sein. Es sind zwar nicht alle, und auch nicht viele Elektroautos, die eine Anhängelast freigegeben haben, aber immerhin. Auch wenn etablierte Marken wie Hyundai, Kia oder Nissan als Zugpferd ausscheiden, Elektromobilität und Reisen scheint möglich zu sein.

Größere (SUV-)Modelle bieten ausreichend Anhängelast für den Wohnwagen

Wer flexibel sein will, sollte sich die größeren SUV-Modelle ansehen. Tesla ist hier Spitzenreiter. Aber auch die anderen Modelle von Audi über Mercedes bis hin zu Volvo können hier noch mithalten. Für kleine und sogar mittelgroße Caravans ist auch deren Anhängelast ausreichend. Die Auswahl an Zugfahrzeugen ist dennoch begrenzt. Die meisten Wohnwagen bringen über 750 kg auf die Waage. Auch wenn technisch höhere Anhängelasten machbar wären, legen die Hersteller hier wohl keine Fokus darauf.

Warum ist die Auswahl an E-Autos mit Anhängelast so begrenzt?

Man mag sich fragen, warum die Hersteller hier das Camperhobby oder auch den Arbeitsanhänger für zuhause so außer Acht lassen. Scheinbar. Denn technisch ist hier auf jeden Fall viel machbar. Eigengewicht ist da, der Antrieb ist potent. Die Antwort: vielmehr Einstellungssache der Hersteller. Anhängelasten sind zwar machbar, allerdings leidet darunter die Effizienz der Antriebe. Zumindest im Zugbetrieb. Logisch. Besser lassen sich hier natürlich vermeintlich hohe Reichweiten verkaufen. Anhängevorrichtung? Die sucht man oft vergebens. Das Argument der Hersteller? Man kann den Kunden vor bösen Überraschungen schützen – wenn die Reichweite sinkt und der Verbrauch steigt bei angehängtem Caravan. Auch wenn das logisch sein sollte – ist es doch beim klassischen Pkw ebenso. Alternative könnten hier Plug-In-Hybride (PHEV) sein. Die Mischung aus Verbrennungsmotor und E-Antrieb sorgt für lokal emissionsfreies Fahren auf kürzeren Etappen. Dennoch sind die Fahrzeuge Langstreckentauglich. Viele dürfen ordentlich Last an den Haken nehmen wie der Audi Q7, Mercedes GLE und GLE Coupé oder der Porsche Cayenne. Ganze 3,5 Tonnen Anhängelast gibt es hier. Aber auch kleinere Modelle wie die A-Klasse von Mercedes und der 3er BMW haben einiges zu bieten. 1600 kg bzw. 1500 kg gibt es hier.

Wie sich das Thema E-Auto und Wohnwagen weiter entwickelt bleibt spannend. Die Hybrid-Autos machen es vor, ob die Elektroautos es nachmachen, bleibt offen. Reichweiten steigen zwar, aber ob die Hersteller den Sprung schaffen auch im Anhängerbetrieb praxistaugliche Reichweiten zu realisieren, bleibt offen. Eins sollte jedem klar sein: wer sich ein Elektroauto kauft sollte sich vorab bzgl. der möglichen Anhängelast schlau machen. Zumindest, wenn man einen Anhänger oder Wohnwagen sein eigen nennt. Denn sonst muss man seinen Caravan beim nächsten Urlaub mit dem Fahrrad ziehen.