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Wichtige Begriffe für den ersten Zeltkauf

Zelt Salewa Kashgar III AußenBeschäftigt man sich das erste Mal mit dem Zeltkauf, stößt man vielleicht auf den ein oder anderen Begriff, der einem nicht ganz geläufig ist. Damit Sie sich im Zeltdschungel nicht verlieren, haben wir für Sie die wichtigsten Begriffe zusammengefasst und in kurzen Worten erklärt.

01Allgemeine Begriffe: Wer sich das erste Mal mit dem Thema Zelt beschäftigt, trifft vielleicht auf Begriffe, die nicht gleich geläufig sind. Wir zeigen Ihnen was eine Apside ist und worauf Sie achten müssen.

02Beschichtungen: Gerade die Beschichtung entscheidet darüber wie dicht das Zelt ist. Gemessen wird dies anhand der sogenannten Wassersäule. Aber ab wann gilt ein Zelt als Wasserdicht?

03Verwendete Materialien Gestänge: Die Gestänge sind das Skelett des Zeltes. Sind sie kaputt, ist das Zelt im Grunde nutzlos. Das Material entscheidet hierbei nicht nur über die Lebensdauer des Zeltes, sondern auch über dessen Gewicht.

04Verwendete Materialien Zelthaut: Mittlerweile gibt es zahlreiche Materialien, die sich in Hinblick auf ihre Festigkeit und Wasserdurchlässigkeit unterscheiden. Wer statt einem Baumwollzelt lieber künstliche Stoffe bei seiem Zelt sucht, sollte wissen, was in Frage kommt.

05Zeltbestandteile: Neben der Zelthaut gibt es natürlich noch weitere Bestandteile, die beim Kauf eines Zeltes entscheidend sind. Meist sind Abspannleinen und Heringe im Lieferumfang enthalten. Doch Hering ist nicht gleich Hering.

Entdecken Sie allgemeine Begriffe für den Kauf eines Zeltes

Wie bei dem Kauf eines PKW auch, gibt es beim Zelt einige Begriffe, über deren Bedeutung man sich im Klaren sein muss. Was versteht man bspw. unter dem Eingang oder der Apside eines Zeltes?

Apsiden - Raum für Schuhwerk und Gepäck

Unter einer Apsis (Mehrzahl: Apsiden) beim Zelt versteht man einen Zeltvorraum, der von der Schlafkabine abgetrennt ist. Dieser dient meist zur Unterbringung von Material und Gepäck und kann zum Kochen genutzt werden. Große Apsiden bieten natürlich den Vorteil, dass sie viel Platz für die mitgebrachten Utensilien bieten. Wer zu zweit unterwegs ist, sollte vielleicht über zwei getrennte Apsiden nachdenken. So hat jeder Reisende seinen eigenen Bereich, in welchem er sein Gepäck unterbringen kann. Ist man im Winter mit Zelt unterwegs heißt es Achtung: die Apsiden sind oft nur eingeschränkt nutzbar, da sich dort gerne Schnee ablagert. Die Ausrüstung muss also zusätzlich geschützt werden.

Eingang - so verschaffen Sie sich Zutritt ins Zelt

Natürlich muss ein Zelt die Möglichkeit bieten, dass man in das Innere gelangt. Auch hier gibt es die Wahl, ob es ein Eingang, zwei oder gar drei Eingänge besitzen soll. Aber welche Rolle spielt die Anzahl der Eingänge? Ist man beispielsweise in einer windigen Region unterwegs und hat eine Unterkunft mit nur einem Eingang, muss dieser so ausgerichtet werden, dass er dem Wind abgewendet ist. Bei mehreren Eingängen spielt dies keine Rolle.

Tarp - zusätzlicher Schutz für Ihr Zelt

Unter einem Tarp versteht man eine einfache Plane. Es ist die Kurzform des Wortes Tarpulin, welches sich aus den englischen Begriffen Tar und Pall zusammensetzt und so viel wie Schrägdach bedeutet. Der Begriff kommt im Zusammenhang mit einem Tarpzelt zum Einsatz. Solche zeichnen sich vor allem durch ihr geringes Gewicht und die kompakten Maße aus. Allerdings eignen sich diese mehr als Sonnen-, Wind- oder Regenschutz anstatt als vollwertiges Übernachtungslager.

Wassersäule - ab wann gilt ein Zelt als dicht?

Die Wassersäule bei einem Zelt ist wichtig, wenn es darum geht auch bei Regen weiterhin im Trockenen zu sitzen. So gibt sie an wie viel Millimeter Wasser aufgeschichtet werden können, bis dass Wasser durch den Stoff gedrückt wird. Die Faustformel: ab einer Wassersäule von 3.000 mm gelten Außenzelte als wasserdicht. Bodenplanen sollten aufgrund der höheren und vor allem punktuellen Belastung höhere Werte aufweisen. Damit Zelte komplett wasserdicht sind, kann es sein, dass diese an den Stellen, wo der Stoff durchlöchert ist (Nähte) zusätzlich noch mit einem passenden Nahtdichter behandelt werden müssen.

Welche Beschichtungen kommen bei Zelten zum Einsatz?

Zelt Meru Southside 4Die Beschichtung des Zeltes spielt vor allem hinsichtlich der Wasserdurchlässigkeit eine entscheidende Rolle. Baumwolle oder Mischgewebe sind bei Zelten nicht beschichtet, können aber imprägniert werden. Durch Feuchtigkeit quillt die Baumwolle auf wodurch sich die Zwischenräume des Gewebes schließen. So wird das Gewebe wasserdicht. Eine Nachimprägnierung ist jederzeit möglich. Nylon- und Polyestergewebe hingegen müssen immer beschichtet sein, damit sie wasserdicht sind. Die Beschichtung nutzt sich im Laufe der Zeit ab und kann nicht – im Gegensatz zur Imprägnierung – erneuert werden. Das Imprägnieren erhöht auf Kunststoffen lediglich den Abperleffekt.

Mögliche Beschichtungen

Polyurethan (PU) ist eine hochwertige und flexible Beschichtung. Sie erreicht eine hohe Dichte und ist daher besonders für Zeltböden geeignet. Aufgrund der Möglichkeit der Nahtverklebung wird PU auch häufig im Außenzeltbereich verwendet.

Silikon (Si) ist eine sehr hochwertige, elastische und langlebige Beschichtung. Sie erhöht im Gegensatz zu anderen Beschichtungsarten die Reißfestigkeit und UV-Stabilität des Materials.

Vinyl (PVC) ist eine preiswerte Beschichtung. Sie kann bei Kälte brechen und ist zudem relativ schwer. Die Herstellung und die Entsorgung des Materials sind nicht umweltfreundlich.

Acryl (PAC) wir häufig bei Zelten der untersten Preisklassen verwendet. Der Stoff löst sich relativ schnell vom Gewebe und bricht bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Es handelt sich dabei um ein Kunstharz.

Die Alubedampfung ist eine relativ billige Beschichtung. Sie wird auf der Innenseite aufgebracht, wodurch sich das Zelt sehr schnell aufheizt. Bedampft man hingegen die Außenseite, werden Sonnen- und Lichteinstrahlung verringert, sodass das Zelt kühler bleibt. Prinzipiell ist es bei einer qualitativen Alubedampfung dunkler im Zelt.

Welche Materialien werden beim Gestänge eingesetzt?

Auch beim Gestänge spielen die verwendeten Materialien eine große Rolle. Stahlgestänge sind robust dafür aber schwer. Stangen aus Aluminium sind leichter und nicht rostanfällig. Fiberglasgestänge sind günstiger und leicht, brechen dafür aber öfter.

Fiberglas, Featherlite, Carbon & Co.

Hinter diesen Begriffen verbergen sich verschiedene Materialien aus welchen die Gestänge der Zelte gefertigt sind. In günstigeren Zeltvarianten kommt meist Fiberglas, ein Epoxydharz, zum Einsatz, welches den großen Nachteil hat, dass es schneller brechen kann. Die Verbindungshülsen sind hier häufig außen angebracht und erschweren damit das Einfädeln. Stabiler sind hier Gestänge aus Aluminium, welche dafür wiederrum ein relativ hohes Gewicht aufweisen (ebenso wie Stahlgestänge, die aber meist nur bei sehr großen Zelten zum Einsatz kommen). Der Mittelweg: Gestänge aus einer Aluminiumlegierung. Hier sitzen die Verbindungshülsen in der Regel innen, sodass die Außenseite glatt bleibt. Besitzt man Stangen aus DAC Featherlite benötigt man sogar überhaupt keine Steckhülsen mehr. Am leichtesten und hochwertigsten ist ganz klar das Carbon Gestänge. Dafür ist dies natürlich auch die teuerste Variante.

Woraus werden das Innen- oder Außenzelt gefertigt?

Mittlerweile gibt es zahlreiche Materialien, welche für die Herstellung des Innen- und Außenzeltes genutzt werden können. Einige Hersteller haben hier auch eigene Entwicklungen und nutzen dementsprechend eigene Bezeichnungen.

Air Mesh - viel Luftdurchlass beim Innenzelt

Air Mesh ist eine speziell entwickelte dreidimensional aufgebaute Materialkomposition. Der große Vorteil ist die hohe Atmungsaktivität. Dadurch steigt nicht nur die Luftzufuhr. Das Material kann auch sehr schnell trocknen. Meistens kommt es bei Hüftgurten oder zur Rückenpolstern von Rücksäcken zum Einsatz. Bisweilen wird es aber auch für das Innenzelt (komplett oder als Einsätze) verwendet.

CoolMesh - oft bei Rucksäcken zu finden

CoolMesh besitzt eine feine und netzartige Gewebestruktur. Es besteht aus Baumwolle und fördert dank seiner Struktur die natürliche Ventilation. Dadurch wird der Körper in der Sonnenwärme kühl gehalten. Das Material besticht durch einen angenehmen Tragekomfort.

Kerlon - für ein besonders geringes Gewicht

Kerlon ist ein Außenmaterial, welches beim Zelthersteller Hilleberg bei besonders leichten Zelten zum Einsatz kommt. Das Material ist extrem leicht und dank seiner 3-fach Silikonbeschichtung sehr reißfest (Weiterreißfestigkeit von 12 kg bis 18 kg). Varianten sind beispielsweise das Kerlon 1800, 1200, SP. Es wird aber auch für das Innenzelt verwendet. Basis bildet hier Polyester oder Nylon, welches doppelseitig beschichtet wird.

Nylon ist extrem reißfest

Nylon ist eine Markenfaser aus Polyamid und hat im Vergleich zu den gängigen Textilfasern die höchste Reiß- und Scheuerfestigkeit. Der Schmelzpunkt liegt bei 250°C. Die Faser kann bis zu 4% des Eigengewichts an Wasser aufnehmen. Nylon wird gerne als Außenzeltmaterial verwendet. Es ist sehr leicht und verrottet nicht. Der Nachteil ist, dass sie das Material bei Nässe ausdehnt, wodurch ein Nachspannen nötig ist, und zudem sehr UV-empfindlich ist. RipStop-Nylon ist eine Variante von Nylon, bei der etwa alle 5 mm starke Schuss- und Kettfäden eingewebt sind. Dadurch erhöht sich die Reißfestigkeit und das Gewicht bleibt dennoch nahezu gleich. High Tenacity RipStop-Nylon ist zudem außen und innen mit einer Silikonbeschichtung versehen. Das Material ist fast genauso schwer Polyester, aber dafür noch reißfester und UV-stabiler als andere Nylonqualitäten.

Polyester - auf das Detail kommt es an. 

Polyester ist nicht gleich Polyester, denn es gibt sehr viele verschiedene Arten, die keineswegs identische Eigenschaften haben. Allgemein ist Polyester reißfest, leicht und nimmt nahezu keine Feuchtigkeit auf. Großer Nachteil ist die hohe statische Aufladung bei Trockenheit, wodurch es relativ schmutzempfindlich wird. Bei der Verwendung von Polyester als Außenzelt sind folgende Vorteile ausschlaggeben: es ist sehr leicht (70-80 g/m2), besitzt eine hohe Reiß- und Scheuerfestigkeit, hochwertige Qualitäten dehnen sich bei Nässe nicht aus, verrotten nicht und sind zudem UV-beständig. Der Nachteil: Bei Wind ist Polyester lauter als andere Materialien (Flattergeräusche).

Ripstop, eine besondere Polyesterart 

Ripstop sind Gewichtsparergewebe. Sie kommen an Stellen zum Einsatz, bei denen bedingt auf Strapazierfähigkeit verzichtet werden kann. Das sogenannte RS-Gewebe ist in der Basis ein feines Gewebe, welches an der Rechenkästchenstruktur zu erkennen ist. So sind alle paar Millimeter kräftigerer Kett- bzw. Schussfaden ins Gewebe eingewebt. Sollte das Material reißen, läuft der Riss nicht ungebremst durch die gesamte Fläche. Er stoppt am stärkeren (Rip Stop-) Faden. Das Material spart Gewicht und bietet trotzdem Stabilität.

Weitere Zeltbestandteile sind ebenso entscheidend

zelt marmot tungsten 2p aussenNeben dem eigentlichen Zelt, also dem Innen- und Außenzelt, gibt es noch weitere Bestandteile, welche biem Zeltkauf erwähnt werden sollten. Neben dem Gestänge und den verschiedenen Materialien, sollte man bspw. auch prüfen wo das erwählte Zelt mit einer Bodenplanne versehen ist. Oft ist nicht die gesamte Zeltfläche mit einer Wanne ausgestattet, sondern nur der Schlafraum. Möchte man die Apside nutzen ohne dreckige Füße zu bekommen, hilft eine Zeltunterlagen. Aber auch die Abspannleinen, die Heringe und der Packbeutel sollten genau unter die Lupe genommen werden.

Das Zeltgestänge sorgt für Stabilität

Zeltgestänge dienen dazu das Zelt aufzubauen, sind an den jeweiligen Zelttyp angepasst und werden mit unterschiedlichem Durchmesser gefertigt. Je nach Zeltart und den verwendeten Geweben kommen unterschiedliche Materialien und Konstruktionen zum Einsatz:

  • Stahl: große Gruppen- und Lagerzelten aus Baumwollgewebe; entweder als Rohrkonstruktion (Gerüst) oder einzelne Aufstellstange. Stahl besitzt ein hohes Gewicht, dafür aber eine hohe Stabilität.
  • Glasfiber (Epoxydharz): Durch einen Gummizug verbundene, hohle Glasfiberstangen mit außen liegenden Verbindungshülsen.
  • Aluminiumlegierungen: Einsatz für Gestängebögen und Aufstellstangen; leichter, steifer und stabiler als Glasfiber. Verbindungshülsen liegen innen (Außenfläche glatt). Verbindung per Gummizug. Bei kleineren Bögen mit engem Radius sind die Einzelsegmente vorgebogen (Verringerung der Bruchgefah). Unterschiedlichen Qualitäten und Ausführungen: Nummerierung T9 bezeichnet die Art der Wärmebehandlung (Elastizität); die Skala reicht von T1 bis T10 (am hochwertigsten)
  • Featherlite: sehr leicht; bietet hülsenlose Übergänge zwischen den Segmenten. Hochwertigere Gestänge sind durch Oberflächenbehandlung (Eloxierung, Lackierung) gegen Witterungseinflüsse und vor Korrosion geschützt. Durch die glattere Oberfläche gleiten sie besser in die Gestängekanäle.

Eine Zeltunterlagen für mehr trockenen Raum

Eine Zeltunterlage schützt den Boden des Zeltes vor mechanischen Schäden, welche durch Dornen oder spitze Steinchen verursacht werden können. Alternativ können Isomatten verwenden werden. Eine Zeltunterlage schafft aber auch Abhilfe bei Zelten, bei welchen nur die Schlafkabine mit einer Bodenwanne versehen ist. Gerade bei Tunnel- oder Kuppelzelten ist die Apside oft ohne Unterlage und kann so nur mit Einschränkungen genutzt werden. Wer hier seine Schuhe und das Gepäck trocken und sauber unterbringen möchte, der sollte auch hier eine Zeltunterlage nutzen. Oft bieten die Hersteller selbst für ihre verschiedenen Modelle Zeltunterlagen (auch Footprints) genannt an. Falls nicht, oder falls diese zu teuer sind, kann man auch auf eine einfache Folie aus dem Baumarkt zurückgreifen.

Möchte man sich ein Zelt kaufen, muss klar sein mit welchen Begriffen die Hersteller hier arbeiten. Egal ob Wassersäule oder Apsis, alles ist für die Auswahl des richtigen Zeltes wichtig. Man sollte sich beim Kauf nicht durch die zahlreichen Bezeichnungen verwirren lassen, sondern sich vorab einen Überblick verschaffen und das Verkaufsgespräch vorbereiten. Gut gewappnet und mit den richtigen Fragen ausgestattet, kann man den Verkäufer so gut löchern und findet am Ende das Zelt, welches den Anforderungen am besten entspricht.

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