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Zelten in der freien Natur - Gesetze und Voraussetzungen

Zelt Nomad Makonde 5 LW AussenGrundsätzlich ist das Zelten in der freien Landschaft (ausgenommen im Wald) in keinem Bundesland in Deutschland explizit verboten. Hier greift der Rechtsgrundsatz des Verbotsvorbehaltes. Das heißt solange es nicht ausdrücklich verboten ist, ist es erlaubt. Im Wald ist dies anders: hier gelten die Forst- und Waldgesetze, die vor dem nächtigen studiert werden sollten. In den Bundesländern Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Sachsen-Anhalt ist das Zelten hier explizit verboten und bedarf einer besonderen Erlaubnis der unteren Forstbehörde. Möchte man auf einem Privatgrund übernachten, benötigt man die Erlaubnis des Grundstückeigentümers. Holt man sich diese nicht ein, begeht man Hausfriedensbruch und kann des Grundstücks verwiesen werden. Ein allgemeines Verbot für das Zelten gibt es zudem in Nationalparks, Naturschutzgebieten, geschützten Biotopen, Wildschutz- und Wasserschutzgebieten. Möchte man in anderen Gebieten auf Nummer sicher gehen, sollte man sich am besten vorab die Erlaubnis einholen (ist kein Eigentümer zu ermitteln, lohnt meist der Weg zum Katasteramt).

Möchte man sich für das Zelten in Österreich informieren, kann man sich unter www.ris.bka.gv.at mit der Eingabe der Begriffe biwakieren oder kampieren die Gesetzestexte ansehen. Auch für die Schweiz findet man im Internet Auskunft: www.blw.admin.ch. Für Deutschland kann man sich hier umsehen: Dejure.org.

Es gibt keine eindeutige Gesetzeslage für das Wildzelten

Die erste Voraussetzung für das legale Nächtigen ist, dass die Stelle auf welcher das Zelt aufgeschlagen werden soll, überhaupt betreten werden darf. Da liegt aber bereits das erste Problem, denn hier liegt keine einheitliche Regelung vor. Den Rahmen geben das Bundesnaturschutzgesetz und das Bundeswaldgesetz, das Betreten der freien Landschaft geben aber meist die jeweiligen Landesnaturschutzgesetze vor: in Bayern, Baden-Württemberg, im Saarland und in Sachsen das Betreten der freien Landschaft jedermann gestattet. Auf Privatgrund sogar auch ohne Zustimmung des Grundeigentümers. Hiervon ausgenommen sind natürlich land- und forstwirtschaftlich und andersartig genutzte Flächen. In den nördlichen Bundesländern hingegen beschränkt sich die Betretungserlaubnis meist auf Pfade und Wege und ungenutzte Grundflächen. Dort herrscht das so genannte Wegegebot. Kommunale Verwaltungen können zudem Sonderregelungen erheben.

Die Gesetzeslage ist nicht eindeutig, wenn man sich einige Paragraphen durchliest. Grundsätzlich ist das wilde Zelten daher niemandem zu empfehlen.

Möchte man es doch tun, sollte man sich die Erlaubnis des Eigentümers einholen und falls dieser nicht ausfindig zu machen ist, ein Plätzchen suchen, in welchem das Zelten nicht explizit verboten ist. Wer in Estland, Lettland, Litauen, Schweden, Finnland, Irland oder Norwegen unterwegs ist, muss sich keine Gedanken machen. Hier ist das Wildcampen erlaubt. Ebenso in Spanien.

Verhaltensregeln beim Zelten im Freien

Möchte man dennoch in Deutschland unter freiem Himmel nächtigen, gibt es einige Verhaltensregeln, die man neben den gesetzlichen Vorgaben, wie beispielsweise dem Verbot Wald zu schädigen, einhalten sollte. Zunächst einmal sollte man nach dem Grundsatz handeln, dass man niemals da war. Das bedeutet, dass der Platz so verlassen wird, wie er vorgefunden wurde und weder mit Müll noch sonstigen Utensilien verunreinigt wird. Darüber hinaus sollte die Natur weder gefährdet (Feuer) noch gestört (laute Musik werden). Allgemein gilt: kein Feuer machen, Gefahrenzonen meiden, nicht sesshaft werden und keine Partys feiern. Sollte man doch einmal mit Personen wie Förster, Polizei oder anderen in Kontakt kommen, gilt auch hier – wie im restlichen Leben auch – ruhig und höflich bleiben. Oft wird das Zelten im Freien beim richtigen Umgang mit Mensch und Natur toleriert.

Keine Beschädigung der Umgebung (insbesondere Wald)
Keine Verunreinigung des Zeltplatzes (Müll wieder mitnehmen)
Keine Störung der Menschen und der Natur (keine laute Musik, Parties usw.)
Keine Gefährdung der Natur (bspw. offenes Feuer)

Strafen für das Wild Campen

Grundsätzlich kann das Wildcampen an sich nicht bestraft werden und stellt lediglich eine Ordnungswidrigkeit dar, welche mit einem Verwarn- oder Bußgeld pro Person geahndet werden kann. Jedoch können Strafen aufgrund anderer Regelungen erhoben werden, bei welchen es zu straf- oder auch zivilrechtlichen Folgen kommen kann. Hierzu zählen der Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung aber auch Brandstiftung.

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